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Auenwald vor der Haustür

Bäche im Voralpenland sind ziemlich unberechenbare Gewässer. In niederschlagsarmen Zeiten plätschern sie gemächlich dahin, bei Starkregen nehmen sie verdächtig zu und wenn in den Alpen Tauwetter dazukommt, gibt es Überschwemmungen, die gefährlich werden. Unser kleiner Bach in der Nachbarschaft durchfließt eine Auenwaldregion, die all diese Extratouren dieses Gewässers in wunderbarer Weise abfängt. Ein/zwei Mal im Jahr schwillt der Bachlauf. Das Wasser tobt dann wild, reißt in den Mäandern Erde los, bringt Bruchholz, das gelegentlich den Abfluss bremst und überschwemmt den Auenwaldboden. Selbst in längeren Trockenperioden bleibt das Wasser in Mulden und Senken stehen, der Boden ist immer feucht oder zumindest frisch. Laubbäume haben das feuchte Gelände besiedelt. Halb im Wasser und die Ufer festigend stehen riesige Bergahorne, in der höheren Ebene hauptsächlich Eschen und Erlen, zusätzlich Haselsträucher und Faulbäume, Prunus padus.

Der Boden unter den Laubbäumen bleibt bis in den Mai hinein im sonnigen Halbschatten, danach schließt sich das Blätterdach. Was sich dort vom Vorfrühling bis in den Hochsommer im Unterwuchs tut, ist von dramatischer Schönheit und Fülle. Stauden, nach denen man anderen Orts lange suchen muss, „laufen“ einem hier über den Weg.

In einer Folge von fünf Beiträgen soll dieser Auenwald den geschätzten Lesern nahegebracht werden. Sie sollen etwas von der Freude darüber erfahren, solch einen Pflanzenreichtum in freier Natur erleben zu können. Und sie werden Anregungen für den eigenen Garten erhalten, auch wenn die Feuchtzonen dort gewöhnlich rar sind.

Folge 1: Auenwald im Vorfrühling
Folge 2: Der Erstfrühling im Auenwald
Folge 3: Vollfrühling im Auenwald


Text und Fotos: Christian Seiffert