Charmanter Überlebenskünstler: Cyclamen coum 'Album'
Alpenveilchen besitzen einen besonderen Charme. Kaum ein Monat, in dem nicht eine Art – in der Wohnung, im Kalthaus oder im Garten – in Blüte steht. Im ausgehenden Winter schlägt die Stunde des überaus anmutigen, aber robusten Frühlings-Alpenveilchens. Die Sorte Cyclamen coum 'Album' läutet ab Februar besonders schön – mit weißen Blüten und zart roséfarbenem Kelch – den Frühling ein.
Cyclamen coum stammt aus Bergregionen der Türkei und des Vorderen Orients, in den Alpen und Mittelgebirgen tritt es auch verwildert auf. Das mag an seinen vielfältigen Verwendungsmöglichkeiten in der Volksmedizin liegen: Der Saft wurde zur Wundbehandlung eingesetzt, die kleine Staude diente als Glücksbringer und Aphrodisiakum.
Weiße Blüten sind am Naturstandort eher rar, die meisten zeigen vielfältige Schattierungen von Rotviolett. Nierenförmig bis rundlich sind die zeitgleich mit den Blüten austreibenden Blätter geformt, sie können satt dunkelgrün oder silbrig gezeichnet sein, bei manchen – beispielsweise der Sorte 'Pewter Leaf' – schimmert die ganze Blattoberfläche apart zinnfarben. Bei 'Album', unserer Staude des Monats, sind sie mit silbrigen Sprenkeln versehen.
Die wichtigste Kulturbedingung für Cyclamen coum ist ein offener, humoser und etwas kalkhaltiger Boden. Schweres Substrat lässt sich durch Laubkompost verbessern. Ein sonniger Platz unter sommergrünen Gehölzen kommt ihm gelegen. Dort erhalten die Pflanzen auch im sonnenarmen Winter ausreichend Licht für den Austrieb. Die Sträucher schützen die kleinen Knollen im Sommer gleichzeitig vor zu großer Bodenfeuchte. Sonst ist das Frühlings-Alpenveilchen außerordentlich robust: Fröste bis -20 Grad ist es aus seiner Heimat gewöhnt.
Doch auch am Optimalstandort heißt es nach dem Pflanzen geduldig sein, es kann Anlaufschwierigkeiten geben. In Fahrt gekommen bildet Cyclamen coum dann aber rasch regelrechte Kolonien aus. Dabei helfen Ameisen, die durch das Elaiosom, ein proteinreiches Anhängsel am Samen, angelockt werden. Die Sorte 'Album' vermehrt sich übrigens sortenecht!
Liebreizend wirkt das Frühlings-Alpenveilchen als Unterpflanzung von Gehölzen, deren Wurzeldruck erträgt es klaglos. Am Wegesrand oder in Sitzplatznähe kann man die kleine weiße Schönheit am besten genießen, das gilt auch für den zarten Marzipanduft, den sie verströmt. Als Partner eignen sich Schneeglöckchen oder Blausternchen. Doch egal ob allein oder in Gesellschaft: Schöner kann das Gartenjahr nicht beginnen.