Winterwunderland mit Walzen-Wolfsmilch
Von glitzerndem Raureif und Schnee überzuckert wird der Garten zum Winterwunderland. Fast mystisch wirken bei Eis und Kälte die markanten Konturen der Walzen-Wolfsmilch, die wir deshalb zu unserer Staude der Monate Dezember und Januar erkoren haben.
Mit etwas Fantasie sehen die bis zu einem halben Meter langen, blaugrauen und wintergrünen Triebe von Euphorbia myrsinites wie der Schweif eines Drachens oder urtümlichen Dinosauriers aus. Flach über dem Boden wachsen sie oder hängen herab. Die kantigen, grafisch wirkenden Blätter gruppieren sich spiralförmig um die Triebe, Kälte kann ihnen nichts anhaben. Einen reizvollen Kontrast zum Laub bilden die auffällig gelbgrünen Blütenstände, die sich im zeitigen Frühjahr öffnen. Wie bei ihrem Verwandtem, dem Weihnachtsstern, ist ein wenig Fake mit dabei. Denn eigentlich handelt es sich dabei um große Hochblätter, die dem Betrachter – und den Insekten – prächtigen Flor vorgaukeln. Die umgebildeten Laubblätter schmücken, abschließend leicht errötend, bis in den Spätsommer die Pflanze. Die eigentlichen Blüten sind unscheinbar, werden aber von den »Frühfliegern« unter den Insekten begeistert und in großer Zahl angesteuert.
Der östliche Mittelmeerraum ist die Heimat der Walzen-Wolfsmilch, sonnige und steinige Hänge mit kalkhaltigem Schotter sind ihr bevorzugter Wuchsort. Im Garten zeigt sie sich pflegeleicht, die Staude lässt sich bestens in voll besonnten Steinanlagen, auf Mauerkronen, in Trockenmauern oder in Trögen in Szene setzen. Nur sehr gut dräniert sollte das Substrat sein, Staunässe verabscheut sie!
Stilvoll lässt sich Euphorbia myrsinites mit Sonnenröschen (Helianthemum), Reiherschnabel (Erodium) oder eher kleinwüchsigen Gräsern wie Engelshaar (Stipa tenuissima) vergesellschaften. Optisch ansprechend sind auch Kombis mit Geophyten wie Iris (Iris reticulata), Wild-Tulpen oder Traubenhyazinthen (Muscari).
Hinweis zum Schluss: Tragen Sie bei Pflanzung und Pflege Handschuhe, der Milchsaft von Euphorbia myrsinites kann Hautirritationen verursachen.