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Humulus lupulus – Hopfen

Hildegard von Bingen stand dem Hopfen wohl eher skeptisch gegenüber. Er „beschwere die Eingeweide und mache den Menschen traurig“, stellte sie fest. Der bekannte Arzt und Botaniker Adam Lonitzer jedoch empfahl Hopfen im 16. Jahrhundert nicht nur für ein Fülle von Anwendungsgebieten, sondern beschrieb seine Wirkung so: „Hopfen vertreibt die Melancholie und das schwere Gemüt aus dem Leib.“

Heute gilt Hopfen vor allem als ein effektives Beruhigungsmittel, als Bittermittel mit antibakterieller Wirkung bei Magen- und Verdauungsbeschwerden und als Mittel mit milder hormoneller Wirkung. Hopfenzapfen enthalten im Wesentlichen Bitterstoffe und Harze (Humolon und Lupulon). Daneben finden sich ätherische Öle, Gerbstoffe, Flavonoide und Aromastoffe. Hopfen wirkt beruhigend und krampflösend, appetitanregend, harntreibend und schmerzlindernd.

In der Aromatherapie werden Hopfenkissen zur Beruhigung und bei Schlafstörungen eingesetzt. Die Hopfenzapfen dazu kurz vor der vollen Reife im Spätsommer ernten und schonend an einem luftigen, schattigen Platz trocknen. Hopfentee kann bei Unruhe, Angstzuständen und Schlafstörungen verwendet werden. Als Beruhigungsmittel wird Hopfen oft mit Baldrian und Melisse kombiniert. Bei nervösen Verdauungsbeschwerden empfiehlt sich die gemeinsame Verwendung mit Pfefferminze und Kamille. Bei Menstruationsbeschwerden und im Klimakterium wird Hopfen aufgrund seiner hormonellen Wirkung empfohlen.

Hopfenzapfen wirken bakteriostatisch. Dem Bier verleihen sie seinen bitteren Geschmack. Klöster, die auf eine lange Tradition des Bierbrauens zurückblicken können, wussten bereits im Mittelalter den Hopfen als "Seele des christlichen Bieres" zu schätzen. Den Mönchen galt Hopfen als wirksames Mittel zur Unterdrückung ihrer sexuellen Begierden und gegen die Versuchungen des Teufels. Wie praktisch war es da, dass das keuschheitsfördernde Bier auch während der Fastenzeit zur inneren Stärkung erlaubt war.

Als Zusatz zu Bädern mit beruhigender, schlaffördernder Wirkung kann Hopfen ganz ohne Alkohol seine Wirkung entfalten. Kosmetisch ist Hopfen vor allem als Haarpflegemittel von Bedeutung, dem früher sogar eine den Haarwuchs fördernde Wirkung zugetraut wurde. Als gesichert gilt demgegenüber, dass Spülungen mit Hopfen dunklem Haar schönen Glanz verleihen. Ein Salat aus den jungen Trieben kann im Frühjahr als blutreinigendes Mittel verzehrt werden. Neuerdings ist der gesunde Hopfenspargel eine begehrte und teure Delikatesse.

Die starkwüchsigen Schlingpflanzen mit den schönen Dolden sind für Zäune und Pergolen sehr dekorativ. Wir bieten Ihnen vegetativ vermehrte weibliche Pflanzen mit zierenden, aromatisch duftenden Dolden an, die von August bis Oktober erscheinen. Hopfen bitte im Frühjahr völlig zurück schneiden. Für warme, tiefgründige, nährstoffreiche, kiesig-durchlässige lehmige Böden. Durch die Anzahl der an der Pflanze belassenen Triebe kann das Wachstum gesteuert werden. Bleiben nur wenige Triebe wie in den Hopfenanlagen, erreichen die Pflanzen problemlos eine Höhe von 8 bis 12 Metern. Verbleiben relativ viele Triebe, wird der Stock kompakt und breitwüchsig bei einer Höhe von 3 bis 5 Metern.