header

Laub

Kontraste und Rhythmus durch abwechslungsreiches Laub

von Michael Breckwoldt

Stauden mit schön geformten Blättern bringen Bewegung in Rabatten. Das macht einen Garten auch dann interessant, wenn die Blüten gerade einmal pausieren. Verlassen Sie sich bei der Gestaltung daher nicht allein auf die Blütenwirkung. Viel nachhaltiger sind Formen und Farben des Laubs.

Ob herzförmig, oval, gelappt oder schmal und spitz zulaufend spielt aus einiger Entfernung keine große Rolle. Entscheidend ist vielmehr das Webmuster, das die Laubblätter innerhalb der Rabatte hinterlassen, die sogenannte Textur.

Kleinlaubige Pflanzen schaffen eine feine Textur. Sie lässt begrenzte Räume größer erscheinen. Großblättrige Arten fallen sofort auf und sollten daher sparsam verwendet werden. Eine geballte Ladung davon verwandelt den Garten sonst in einen Dschungel, vor allem wenn Mammutblatt (Gunnera), Zierrhabarber (Rheum) und Tafelblatt (Astilboides) dabei sind. In der richtigen Mischung machen sie den Garten ausdrucksvoll, weil der Wechsel verschiedener Laubformen und -größen einen eigenen Rhythmus erzeugt.

Auf diese Weise strukturieren Stauden allein durch ihr schönes Laub einen Garten ähnlich wie in Form geschnittene Buchsbäume. Auch sie wirken in erster Linie durch ihr kompaktes Grün.

Schon die Griechen waren von den großen gezackten Blättern des Bärenklaus so beeindruckt, dass sie ihn als Motiv in die Architektur aufnahmen. Die aus dem Mittelmeerraum stammende Pflanze ist bei uns leider nicht überall winterhart. Funkien nisten sich dagegen zuverlässig im Garten ein, sofern sie einen feuchten, leicht schattigen Standort bekommen. Ihre Sortenvielfalt spiegelt die ganze Farbskala grüner Töne wieder von Creme und Gelbgrün bis zu sattem Grün und kühlem Blau- und Graugrün. Allein Purpurtöne tauchen bei ihnen nicht auf. Dafür gibt es Arten wie das Schaublatt Ligularia dentata 'Desdemona', den Salbei 'Purpurascens' und das Purpurglöckchen.

Die Pflanzen werden in bestimmten Formationen gesetzt, die sich innerhalb der Rabatte gerne wiederholen dürfen. So ist ein Pulk aus drei, fünf oder mehr Pflanzen denkbar, der wie ein dicker Klecks auf sich aufmerksam macht. Reihen aus mehreren Pflanzen setzen dagegen Ausrufezeichen oder Gedankenstriche. Die Zahl der Pflanzen hängt von ihrer Größe, Blattfläche und von dem zur Verfügung stehenden Raum ab. Wichtig ist, dass die Proportion noch stimmt, wenn die Pflanzung nach zwei bis drei Jahren richtig eingewurzelt ist.

Text: Michael Breckwoldt
Aus: Gärten gestalten, Gärten genießen
Verlag Ellert & Richter