Mai-Preisrätsel (2025)
Juhu, der Mai ist da! Herzlich willkommen bei uns auf der froh gestimmten Jungviehweide.
Es gibt viel zu tun. Und unsere Lehrlinge haben ein neues Wettspiel erfunden, ein Streitgespräch während der Arbeit: nämlich die Verteidigung einer Staude gegenüber Negativ-Argumenten der anderen. Logisch oder nicht spielt keine Rolle, allen Argumenten muss standgehalten werden…
„Bei dieser Staude bekommst Du ja nicht sehr viel Pflanze für Dein Geld. Sie ist sehr klein und du musst Dich bücken, damit Du überhaupt siehst, dass die hellen Punkte bei deinen Füßchen die Blüten sind.“
„Oh, das ist echt gemein! Sabrina, Du bist dran.“
„Dieses zierliche Schätzchen ist tatsächlich klein, aber es ist eine Art I-Tüpfelchen im Steingarten oder entlang von schottrigen Wegen. Nicht zuviel, nicht zu wenig. Die Staude bildet ein schön fiederteiliges silber-grau-grünes Blattwerk aus, das sogar wintergrün ist und blüht allerliebst von Mai bis Juli. Sie sät sich am passenden Standort auch aus und bald findest Du viele kleine Blütchen vor, sie lachen Dich regelrecht an. Und noch ein Gärtner-Trick: ich pflanze sie in einen Trog oder ein hübsches Steingefäß und platziere es auf dem Tisch, dann kann ich ihr Auge in Auge begegnen. Wird auch als Mitbringsel oder kleines Geschenk gern gesehen.“
„Überzeugend. 10 Punkte finde ich für Sabrina.“
„Gut, jetzt ist Max dran …“
Nun, die kleine Sonnenstaude blüht blass hellgelb und braucht ein gut durchlässiges, feinschottriges Substrat mit etwas Humusanteil. Staunässe ist ein No-Go und schadet der Pflanze v.a. im Winter.
Sie ist leider nicht sehr bekannt, dennoch wirklich hinreißend. Unsere Rätsel-Glücksfee, welche immer die Gewinnerinnen und Gewinner der Preis-Rätsel zieht, wundert sich darüber, ist sogar ein kleinwenig traurig, weil ihre Lieblingspflanze, in der Gärtnerei noch ein Schattendasein führt.
Was könnte nun den Rätselfreunden weiterhelfen? 5-zählige Blüten und eine Verwandtschaft mit Geranium? Wie bei allen Storchschnabelgewächsen bilden sich nach der Bestäubung auch bei der Rätselpflanze die namensgebenden Spaltfrüchte aus: sie sehen aus wie Storchenschnäbel. Natürlich könnten sie auch Kranichschnäbel heißen oder nach anderen verwandten Vogelarten benannt sein.
Diese Spaltfrüchte bestehen aus den 5 zum Fruchtknoten zusammen gewachsenen Fruchtblättern und zerfallen bzw. besser gesagt zerspringen mit der Reife wieder in 5 Einzelfrüchte. Diese wiederum bestehen aus dem eigentlichen Samen und einer langen Granne mit erstaunlichen Mechanismus: durch das Trocknen nehmen die Grannen eine schraubenartige Struktur an, mit welcher sich die um die Mutterpflanze bis zu drei Meter verteilten Samen mittel hygroskopischer Bewegungen in die Erde bohren. Eine erfolgreiche Strategie der Nahausbreitung, die diese Gattung auszeichnet. Eine Verbreitung über Tierhaare ist mithilfe dieser Grannen-Schrauben natürlich ebenfalls möglich.
Es gibt von dieser Gattung mehrere mitteleuropäische Arten, wobei der rosa blühende „gewöhnliche xxxxxxschnxxxx“ als Pionierpflanze auf Halbtrockenrasen oder in Hackkulturen vorkommt.
Unsere gesuchte Rätselpflanze ist eine Art, die an sich in Griechenland beheimatet ist. In unseren Gärten ist sie nach längerer Beobachtung auch weitgehend winterhart, wenn sonniger Standort und mineralisches, gut drainiertes Substrat gegeben sind.
Wie heißt die kleine, polsterbildende Art des gesuchten Storchschnabelgewächses?
Preisrätsel-Frage
Wie heißt die kleine, polsterbildende Art des gesuchten Storchschnabelgewächses?
Zu gewinnen
Antwort
Preisrätsel-Gewinner
Martina Friedrich
Michael Meißner
Ulrike Pieper