Spektakulärer Spätsommer – mit Goldährengras

Spannende Farbwechsel vollziehen viele Ziergräser gegen Sommerende. Ein warmes Strohgelb trägt das Goldährengras zur Farbpalette bei – einer von vielen guten Gründen, Arundinella hirta zur Staude des Monats September zu küren. 

Wundern Sie sich nicht, wenn Sie von diesem Gras noch nie etwas gehört haben – es ist relativ unbekannt, optisch erinnert es etwas ans Gartenreitgras, bleibt allerdings kleiner und blüht etwas später. Wir haben es vor längerer Zeit aus dem Botanischen Garten in Posen erhalten, seitdem beobachten wir mit stetig wachsender Begeisterung seine Wandlungsfähigkeit: Im Aufblühen leuchtet es golden, zum Sommer hin dunkeln die dichten Fahnen an den aufrechten bis elegant übergebogenen Halmen zu einem intensiven Braunton nach. Schickt die im September schon merklich tiefer stehende Sonne ihre Strahlen durch die Horste, dann leuchten sie im Gegenlicht in einem warmen gelb-orangen Ton. Schmal riemenförmig und fein texturiert ist das Laub, die Halme geben sich leicht und beschwingt in jeder kleinen Brise. Sie erweisen sich bis zum nächsten Frühjahr aber als äußerst standfest und stabil. Versamungstendenzen haben wir bei uns noch nicht feststellen können.

Ursprünglich stammt Arundinella hirta aus dem Osten: Heimisch ist es in Russland und der Mongolei, bis nach China zieht sich das Verbreitungsgebiet. Ein sonniger Standort ist wichtig, genügsam zeigt sich das Gras in Bezug auf Nährstoffe. Je nach Substrat erreicht es Höhen zwischen gut einem halben und einem Meter. Das Goldährengras fühlt sich auf frischen bis trockenen Böden wohl. Greifen Sie erst im Frühjahr zur Schere, dann können Sie die tolle vasenförmige Silhouette den Winter über – von Raureif überzogen oder von Schnee überzuckert – genießen. Ungeschnitten schützt das welke Laub das Herz des Grases vor Nässe – pflanzen können Sie es also jetzt problemlos und kommen noch in den Genuss des Winteraspekts. 

Gestalterisch kommt Arundinella hirta in Kombination mit Hoch- und Spätsommerblühern gut zur Geltung, gern auf Freiflächen oder auch vor einer Gehölzkulisse. Mit den Horsten lassen sich einzelne vertikale Akzente setzen, ebenso wirksam ist es in Gruppen oder Blocks. Wegen der moderaten Höhe eignet es sich auch für die Topfkultur. Last but not least lassen sich die schlanken, gefiederten Ähren in der Floristik vielseitig nutzen, sie verleihen jedem Blumenstrauß das gewisse Etwas.