Ein Platz für Basella

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Lässt sich für Basella noch ein Plätzchen im Garten, auf dem Balkon oder der Terrasse finden? In Bayern würde man sagen: »Passt scho!« Denn irgendwo findet sich immer noch ein Zaun oder eine Ecke, um dieser attraktiven Kletterpflanze Raum zu geben.

Basella, auch Indischer Spinat oder Malabarspinat genannt, gehört zur Familie der Basellaceae – die Namen deuten bereits auf ihre Herkunft hin. Sie wird seit uralten Zeiten in Südostasien kultiviert. Heute ist sie in großen Teilen der Tropen verbreitet und wird auch in Afrika sowie Lateinamerika angebaut. In tropischen Regionen kann Basella invasiv werden, so gilt Basella alba in Australien als invasiver Neophyt.

Basella in Westbengalen

Während unserer Arbeit im ländlichen Westbengalen begegnete uns Basella – dort »Pui« genannt – in nahezu jedem Dorf. Der Malabarspinat entwickelt schnell windende, stark verzweigte Sprossachsen mit fleischigen, sukkulenten, herzförmigen Blättern. Ideal ist eine Kultur an Rankhilfen. Basella alba besitzt grüne Stängel und rundlich dunkelgrüne Blätter, während Basella rubra rote Triebe und herzförmige Blätter ausbildet. Besonders dekorativ sind die roten Triebe und die kleinen, hübschen Blüten. Im Herbst entwickeln sich essbare violett-schwarze Früchte.

Basella bevorzugt Böden mit einem pH-Wert zwischen 5,5 und 7,5, die gut mit Kompost oder Stallmist angereichert sind. Böden mit Staunässe sind ungeeignet. In der Anfangsphase des Wachstums wird häufig mit Reisstroh oder Laub gemulcht. Die Pflanze ist pflegeleicht, solange sie genug Raum zum Ranken hat. Aufgrund ihres hohen Wasserbedarfs ist ausreichende Bewässerung entscheidend. In Indien und Indonesien kann es vereinzelt zu Blattfleckenkrankheiten durch Colletotrichum oder Alternaria (beides phytopathogene Pilze) kommen.

In vielen Dörfern mangelt es an Anbaufläche. Neben Kürbisgewächsen ist Malabarspinat daher besonders wertvoll. Während der heißen, schwülen Monsunmonate des indischen Sommers wachsen die Triebe mit enormer Geschwindigkeit und begrünen Zäune und Dächer mit bis zu 10 Meter langen Ranken. So können über Monate hinweg fortlaufend frische Triebe und junge Blätter geerntet werden. Sie sind in Indien ein wichtiges Gemüse und können bereits etwa 40 Tage nach der Pflanzung geerntet werden. Die dicken, fleischigen Blätter und jungen Triebe werden gekocht, gedünstet oder gebraten. Durch die leicht schleimige Konsistenz eignet sich Pui hervorragend als Beigabe zu Reis, dem wichtigsten Grundnahrungsmittel in Indien. Während unserer Arbeit in den Tribal-Dörfern der Santals wurden wir oft zum Mittagessen eingeladen – eine willkommene Unterbrechung unserer Arbeit und eine schöne Gelegenheit zum Austausch mit unseren Gastgeberinnen. Die etwas schleimige Textur war anfangs für uns allerdings gewöhnungsbedürftig.

Alle Pflanzenteile von Basella sind reich an Vitamin A und C sowie Eisen, Magnesium, Phosphor, Kalium und Kalzium. Basella rubra soll zudem besonders nährstoffreich sein. Aufgrund dieser wertvollen Inhaltsstoffe war Pui hervorragend für die Verteilung von Saatgut im Ernährungsprogramm für mangelernährte Kinder, Schwangere und junge Mütter in den Santal-Dörfern geeignet.

Traditionelle Medizin

Fast alle Pflanzenteile finden in der traditionellen Medizin Verwendung. Die Wurzeln werden gekocht gegen Verstopfung und Durchfall eingesetzt. Aus den Blättern wird eine Paste zur Behandlung von Geschwüren, Wunden und Hautproblemen hergestellt. Basella alba werden verschiedene gesundheitsfördernde Eigenschaften zugeschrieben – darunter eine antiulzeröse, antioxidative, antibakterielle, entzündungshemmende, zellschützende und wundheilende Wirkung.

Anbau in Mitteleuropa? Das passt tatsächlich!

In unserem mitteleuropäischen Klima wird Basella nur einjährig kultiviert. Die Vermehrung erfolgt durch Aussaat bei Temperaturen ab 18 °C. Die Samen sollten idealerweise 24 Stunden vor der Aussaat in Wasser eingeweicht werden. Bei warmen Temperaturen erfolgt die Keimung nach etwa 10 bis 21 Tagen. Da Basella aus den Tropen stammt, darf sie erst nach den Eisheiligen ins Freie gesetzt werden – Temperaturen unter 12–15 °C verträgt sie nur schlecht. Am wohlsten fühlt sie sich bei Temperaturen über 25° C an sonnigen, windgeschützten Standorten. An Rankgerüsten auf Balkon, Terrasse oder entlang von Zäunen bereichert sie mit ihren roten Trieben und herzförmigen Blättern unsere Gärten – ein echter Hingucker und gleichzeitig ein wertvolles Gemüse. Ist der Wuchs zu üppig, kann problemlos zurückgeschnitten werden. Die Stecklinge sind zudem ideale und originelle Mitbringsel für Gartenfreunde.

Anne und Rolf Bucher
Zwei Gärtner aus Leidenschaft Seit ihrer gärtnerischen Ausbildung in den 1970er-Jahren begleitet Anne und Rolf Bucher die Arbeit mit der Natur – beruflich wie privat. Drei Jahrzehnte lang kultivierten sie Heilpflanzen in Deutschland und sammelten...
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Text und Fotos: Anne und Rolf Bucher