Botanische Kunst –
Edition Gaißmayer 3

Die Staudengärtnerei Gaißmayer engagiert sich seit drei Jahren für eine besondere Facette der Gartenkultur und fördert mit ihrer »Edition Gaißmayer« die Botanische Kunst. Werken der arrivierten Künstlerin und Galeristin Sylvia Peter und Aquarellen von Beate Reul-Knebel folgen ab November 2022 die Farbstift-Zeichnungen der international tätigen Botanical-Art-Künstlerin Verena Redmann. Bestellt werden können die Kunstwerke direkt über die Webseite der Gärtnerei. Es handelt sich um hochwertige handsignierte, limitierte und nummerierte Pigmentdrucke, die das Original in bestechender Qualität wiedergeben. Die Gärtnerei verfolgt mit ihrer Aktion keine kommerziellen Interessen. Der Erlös kommt den Künstlerinnen zugute.

Die Künstlerin Verena Redmann

Verena Redmann hat sich als botanische Künstlerin seltenen und alten Gemüse- und Obstsorten verschrieben, macht ihre Schönheit, die organischen Strukturen, ihre sinnliche Farbigkeit und Formensprache erlebbar. Die (meist) historischen Sorten sind charaktervolle Individuen, erinnern an eine Wertschätzung für Essbares, die heute verlorengegangen scheint.

Diese rar gewordenen Gartenschätze würdigt sie mit ihren Arbeiten in einem intensiven künstlerischen Prozess, der sich bis ins feinste Detail mit genauer Beobachtung seinen »Darstellern« nähert. Wo es möglich ist, begleitet sie den gesamten Vegetationszyklus der Pflanzen vor dem Porträtieren in ihrem Garten – von der Aussaat bis zum Verwelken.

Die Künstlerin hat sich auf Farbstiftzeichnungen spezialisiert, eine sehr zeitaufwändige Methode, die viel Können, Erfahrung und Geduld erfordert. Warum Farbstifte? Mit ihnen gelingt es besonders authentisch, die Körperlichkeit der porträtierten Gemüse und Obstsorten mit ihren glatten, rauen, samtenen oder auch pergamentartigen Oberflächen darzustellen. Bis dahin ist es allerdings ein langer Weg, denn es bedarf nicht selten 20 bis 30 hauchzarter übereinanderliegender Farbschichten, bis alle Farbtöne und Nuancen so perfekt getroffen sind, dass die gewünschte räumliche Tiefe entsteht und man die Stofflichkeit der Oberfläche zu spüren glaubt. Verena Redmann erklärt:

Das lernt man erst mit der Zeit.
Dann merkt man, dass mit jeder neuen Schicht
die Farbtöne perfekter ineinanderfließen.
Irgendwann fängt es dann an zu flirren und
Man hat eine wunderbare Tiefe.

Schon als Kind interessierte sie sich für Botanik und offenbarte zeichnerisches Talent. Dass ihre künstlerische Entwicklung so erfolgreich verlaufen würde, hat sie damals sicher nicht vorausgesehen. Der eigentliche Schlüsselmoment ihres künstlerischen Werdegangs liegt 22 Jahre zurück. Verena Redmann las in der Zeitschrift Architektur und Wohnen einen Artikel über Shirley Sherwood, eine bekannte Londoner Kunstsammlerin Botanischer Kunst – hierzulande damals ein noch weitgehend unbekanntes Genre. Sie war begeistert, von diesen Gleichgesinnten und einer höchst lebendigen Szene von PflanzenkünstlerInnen zu erfahren und arbeitete nun noch motivierter und intensiver, nahm zusätzlich Unterricht bei einem Lehrer der Fachhochschule Krefeld und perfektionierte ihre Technik immer weiter - bis hin zur heutigen künstlerischen Reife.

Mittlerweile ist Verena Redmann eine der europaweit bekanntesten botanischen Zeichnerinnen. Seit 2003 Mitglied der amerikanischen Gesellschaft für Botanische Kunst, stellte sie in Kalifornien, Arizona und New York aus und zeigt ihre Arbeiten neben weiteren Ausstellungsorten seit 2010 regelmäßig im Forum Botanische Kunst, Thüngersheim. Von 2013 bis 2018 gehörte sie zusammen mit ihrer Künstlerkollegin Sylvia Peter (der Gründerin und Betreiberin des Forums Botanische Kunst) dem internationalen Organisationskomitee des Projekts »Botanical Art Worldwide« an, einer hochkarätigen weltweiten Ausstellungsreihe, an der sich im Jahr 2018 zeitgleich 25 Länder auf den Kontinenten Asien, Nord- und Südamerika, Südafrika und Europa beteiligten. Für das Jahr 2025 ist – wieder unter Mitwirkung von Verena Redmann – die zweite Botanical Art Worldwide in Vorbereitung.

Mehr über die Künstlerin können Sie auf der Website des Forums Botanische Kunst erfahren.

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Die Arbeiten

So entstehen die wertvollen Kunstdrucke

Als Pigment­druck bezeichnet man heute die hoch­wertige Form des Tinten­strahl­drucks. Die hier vor­gestellten Bilder sind Repro­duktionen. Dazu wird das Original-Bild eingescannt oder digi­tal ab­foto­grafiert. Mit besonderen Tinten­strahl­druckern werden auf säure­freiem Archiv­papier die farblich exakt abgestimmten Drucke erstellt. Gedruckt wird mit elf verschie­denen Tinten, die echte Pigmente ent­halten und dadurch extrem licht­beständig sind: die Her­steller geben eine Farb­garantie für 60 Jahre. Die Künstlerin signiert und nummeriert jedes Blatt. Ein Info­blatt mit Hin­weisen zur Her­stellung und zur Rahmung liegt jedem Druck bei.

HINWEISE ZU HERSTELLUNG UND RAHMUNG (PDF)

Wie kommt das Kunstwerk zu mir?

Wir versenden die Bilder ungerahmt. Das macht zum einen den Transport besonders sicher, zum anderen kann so jede/r nach persönlichem Geschmack wählen, für welchen Rahmen er/sie sich entscheiden will. Die Kunstwerke werden bei uns mit großer Sorgfalt behandelt und sicher verpackt. Der Versand ist versichert.

Die Verpackungs- und Versandkosten für Bestellungen aus dem Inland sind bereits in den ausgewiesenen Preisen enthalten. Bei Bestellungen aus dem Ausland nennen wir Ihnen die Versandkosten gern auf An­frage.

Botanische Kunst – eine Annäherung

Die Botanische Kunst beschäftigt sich ausschließlich mit der künstlerischen Dar­stellung der Pflanzenwelt. In stiller Konzentration begegnen die Künstlerinnen und Künstler dem botanischen Leben, heben ihre Motive aus der Alltäglichkeit, geben ihnen eine besondere Ausstrahlung und Kraft. Für sie ist das ein langer, hingebungsvoller, konzentrierter Prozess der Auseinandersetzung. Und nur, wer auch in künstlerischen Techniken sehr erfahren ist, entwickelt in diesem Genre - meist erst nach vielen Jahren - seine ganz eigene künstlerische Position und Reife.
Die oft monatelange Entstehungszeit der akribisch detailgetreuen Werke ermöglicht keine Produktivität in schneller Folge, so haben die Originale naturgemäß ihren Preis. Aber die mittlerweile hervorragenden Reproduktionstechniken eröffnen die Chance, deutlich erschwinglichere limitierte und signierte Drucke anzubieten, die das Original in bestechender Qualität wiedergeben.
Die Botanische Kunst macht in den letzten Jahren durch koordinierte Ausstellungen in vielen Ländern der Welt zunehmend von sich reden. Im Jahr 2025 wird die zweite weltweite Ausstellung 'Botanical Art Worldwide' stattfinden.



Empfehlenswerte Texte und Bücher zum Thema

Wer intensiver ins Thema einsteigen will, dem empfehlen wir einige sehr gute Texte und Bücher:

Anja Birne: »Die Knospe, ein Schauspiel für Geduldige – oder die Faszination der Botanischen Kunst«, Gartenmagazin Staudengärtnerei Gaißmayer, 2019

Hücking, Dr. Renate: »Blumenmalerinnen«, München 2012, nur noch antiquarisch erhältlich

Lack, H. Walter, »Ein Garten Eden: »Meisterwerke der Botanischen Illustration«, Wien 2016

Phaidon Editors, Flora: »3000 Jahre Pflanzendarstellung in der Kunst«, München 2017

Sherwood, Dr. Shirley: »The Shirley Sherwood Collection: Modern Masterpieces of Botanical Art«, London 2019

Sherwood, Dr. Shirley and Kress, Dr. W. John: »The Art of Plant Evolution«, London 2010

Woodin, Carol and Jess, Robin A.: »Botanical Art Techniques«, Portland 2020

Ullmann, Katrin: »Pflanzenmalerei / Portraits de fleurs / Flower paintings«, Naters (Schweiz) 2015


Fotos der Arbeiten: Verena Redmann
Fotos: Marion Nickig