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Hemerocallis-Begleiter

Taglilien kann man mit einer Vielzahl attraktiver Pflanzpartner kombinieren, denn sie gedeihen in jedem guten Gartenboden in der Sonne bis hin zu lichtem Schatten (wo die Blüte jedoch deutlich geringer ausfällt).
Sogar mit feuchten und schweren Böden kommen Taglilien gut zurecht, wenn keine dauerhafte Staunässe vorhanden ist. Deshalb erweitert sich das Spektrum der Begleiter um besonders aparte Kombinationen, die in leichteren, weniger feuchten Böden nicht möglich wären. Da haben wir so einige Anregungen für Sie:

Versuchen Sie es doch einmal mit der Gesellschaft moderat wachsender Beinwell-Sorten (Symphytum). Ganz zauberhaft ist die horstig wachsende Züchtung 'Moulin Rouge' mit ihren nickenden Blüten in einem einzigartigen Purpurton und sehr langer Blütezeit von Mai bis Juli. Auch die von Ernst Pagels ausgelesenen Sorten 'Miraculum' und 'Blaue Glocken' sind gute Partnerinnen. Die erste wartet mit einer zarten Farbmetamorphose von Rot über Blassblau bis hin zu fast Weiß auf, die zweite besticht durch ihr einzigartiges, klares Blau, das sich aus roten Knospen entfaltet. Von Bienen und anderen Bestäubern werden übrigens alle Symphytum begeistert besucht.

Blau- und Purpurtöne sind zu Taglilien ohnehin immer eine hervorragende Wahl, deshalb empfehlen sich für feuchtere Standorte auch die bildschönen, sehr lange blühenden Dreimasterblumen (Tradescantia). Wir haben ein kleines Sortiment der gut winterharten und besonders gartenwürdigen Hybriden der Andersoniana-Gruppe mit sehr attraktiven Farbabstufungen zusammengestellt. Oder wie wäre es mit der ebenfalls frische Böden liebenden, intensiv duftenden heimischen Jakobsleiter (Polemonium caeruleum)? Diese liebenswerte Wildstaude mit himmelblauen oder weißen Blüten ist in der freien Natur kaum mehr zu sehen und gilt als stark gefährdet.
Für Ton-in-Ton-Kombinationen, also besonders mit gelb- und orangeblühenden Hemerocallis, sind die verschiedenen Sorten der charmanten Trollblumen (Trollius) eine sehr aparte Empfehlung. Diese reizvollen Feuchtwiesengewächse mit ihren unverwechselbaren kugeligen Blüten in einem Farbspektrum von Rahmweiß über Gelb bis Orange entfalten auf frischen, schweren, gern lehmigen und nährstoffreichen Böden ihre ganze Schönheit!

Wer Höhe und Struktur ins Hemerocallis-Beet bringen will, wird bei den grazilen, sich schon beim leisesten Windhauch sanft wiegenden Moor-Pfeifengräsern (Molinia caerulea) 'Dauerstrahl' (ca. 80 cm) und der bis zu 120 cm erreichenden Sorte 'Edith Dudszus' mit ihren geheimnisvoll braunschwarzen Blütenähren fündig. Besonders in größeren Pflanzungen darf die Höhe im Beet nicht fehlen. Die horstbildenden Hohen Pfeifengräser (Molinia arundinacea) gehören zu unseren absoluten Favoriten! Sie strahlen trotz ihrer stattlichen Höhe Leichtigkeit aus und wirken nie mächtig. Sie haben die gleichen Standortansprüche wie Taglilien und stehlen ihnen nicht die Schau, denn sie laufen erst zu großer Form auf, wenn der Blütentanz beendet ist, dann nämlich entwickeln sie ihre grandiose, über allem schwebende goldene Herbstfärbung.
Klassisch auf frischen Standorten sind natürlich auch Kombinationen mit den vielen wunderschönen Sorten der Wieseniris (Iris sibirica), die sich im Grunde alle als Taglilien-Begleiterinnen eignen.

Aber da Hemerocallis auch an Standorten mit normaler Bodenfeuchte gut gedeihen und je nach Sorte von Mai bis September blühen, ergibt sich eine Fülle weiterer Kombinationsmöglichkeiten. Hier kommt ein wenig Inspiration:
Als spektakuläre Partnerinnen zu höheren Hemerocallis empfehlen sich einige stattliche Katzenminzen (Nepeta grandiflora). Sehr gefällt uns die großblumige, lange und reich blühende Sorte 'Blue Danube'. Diese ausgezeichnete Sorte hat eine hervorragende Substanz und bildet standfeste, kugelige Büsche.

Das Farbspektrum der unverzichtbaren Sonnenbräute (Helenium) bietet sich im Juli und August für eine leuchtende oder auch warmtonige Untermalung der um diese Zeit blühenden Taglilien geradezu an. Mit besonders langer Blütezeit wartet die eher niedrig wachsende, schon ab Juni und dann bis weit in den August hinein üppig blühende Sorte 'The Bishop' auf. Ihre goldgelben Blüten schmückt eine auffallend braune Mitte. Als "Vorhut" der sommerblühenden Sonnenbräute hätten wir eine schöne Frühaufsteherin anzubieten: Helenium hoopesii ist eine attraktive Wildstaude, die schon sehr früh, von Mai bis Juni, ihre feinstrahligen, orangegelben Blüten präsentiert und also auch frühblühende Taglilien gut begleiten kann.
Sehr gefallen uns zu sommerblühenden Hemerocallis auch die ungewöhnlichen Blütenstände und das Farbspektrum der Indianernesseln (Monarda). Ihre aufrechte Gestalt mit den fedrigen Blüten steht in reizvollem Kontrast zum Habitus der Taglilien – und beide lieben humose, nährstoffreiche, nicht zu trockene Böden in sonniger bis leicht schattiger Lage.
Diese und viele weitere Möglichkeiten gibt es, Ihre Taglilien ins rechte Licht zu rücken. Wir wünschen viel Freude beim Kombinieren!