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Blütenfarben

Rosa und Braun

Taglilienfans finden so blumige Worte wie „melonenfarben“, „chartreusefarben“ oder ähnliches, die keinem Novizen wirklich weiterhelfen. Auch sind als „rosa“ bezeichnete Sorten selten so rosa wie etwa Rosen oder Cosmeen. Viele Farbtöne haben einen orangenen oder terrafarbenen Einschlag wie etwa die kleinblumige 'Janice Brown', die zu allen Brauntönen im Garten ausgezeichnet passt. Auch regelrecht braun blühende Sorten lassen sich in dezente Farbstimmungen – etwa zu Rinden und braunrot belaubten Stauden – eingliedern. Vorzüglich ist die mennigefarbene 'Pfennigparade' oder die dunklere 'Brunette' (… wie der Name schon sagt).

Recht reines Rosa hat die Sorte 'Summer Wine', die zudem nur einen kleinen Schlund hat und daher eine besonders klare Farbaussage macht. Manchmal sind die rosa Sorten auch definitiv Apricot, also mit einem hohen Gelb-Anteil in der Farbe. Sehr begehrt sind bei dieser Farbgruppe Sorten mit Farbverläufen auf den Blütenblättern: Bei 'Lady Inara' geht das zarte Lachsrosa der Blütenblätter im Blütenschlund in einen kräftigen orange-lachsfarbenen Ton über. Solche Züchtungen sind exzellent geeignet, Sorten in den genannten Einzelfarben gestalterisch zusammenzustellen, die ansonsten nicht besonders gut miteinander aussehen würden – zu fremd sind sie einander! 'Lady Inara' ist eine willkommene Brücke.

Unterschätztes Orange

Spätestens bei dieser Farbe machen viele Gartenfreunde einen Rückzieher – zu sehr erinnert das an das etwas stumpfe Ockerorange der Wildart Hemerocallis fulva die sich ausgewildert überall gut hält. Ein strahlend schönes Orange, genau wie untergehende Sonne oder Apfelsinen hat 'Burning Daylight'. Die Pflanze wird ca. 50 cm hoch und hat große, etwas lockere Blüten. In einer unglaublich leuchtenden Farbe blüht 'Mauna Loa', die mit ihrem feurigen Gemüt ihrem Namen alle Ehre macht. Das Orange bringt Wärme und Freundlichkeit in jede Sommerbepflanzung.

Heikles Rot

Kaum zu glauben, aber rote Taglilien sind die größten Sorgenkinder bei den Taglilien. Man erwartet bei dieser Farbe allgemein eine Tönung á la Tomate oder Stoppschild. Sehr oft ist aber noch eine Spur Braun dabei. Der zweite kritische Punkt ist die Reinheit der Farbe und Zuverlässigkeit, dass sich die Blüten auch wirklich öffnen. Des Rätsels Lösung ist die Temperatur in den Nächten in denen sich die Blüten öffnen. Sie sollten deutlich über 12, besser noch 15°C liegen; nur dann sind die Blüten makellos. Im Juli ist das grundsätzlich kein Problem, vorher oder nachher blühende Pflanzen müssen allerdings mitunter in unseren Breiten frischere Nächte durchstehen. Das Resultat: fleckige, missgeformte Blüten. Glücklicherweise gibt es ein paar Sorten, die sich gut bewähren: 'Little Joy' etwa ist eine blutrote, kleinblumige Sorte und die großblumige 'Chicago Apache' blüht in einem samtigen Blutrot auf.

Text von Andreas Barlage