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Mit Kräutern im Garten gestalten

Dass man Kräuterpflanzen auch als markante Elemente der Gartengestaltung einsetzen kann, hat immer noch viel zu wenig ins Bewusstsein sowohl der professionellen Gartengestalter als auch der Besitzerinnen und Besitzer privater Gärten Einzug gehalten. Man muss nicht Gärten anlegen, die ausschließlich mit Kräutern bestückt sind, um die wunderbare Ästhetik, die Kräuter bieten können, in die Gestaltung des eigenen Gartens aufzunehmen.

Wir geben einige Hinweise darauf, wie man das Schöne mit dem Nützlichen verbinden kann, indem man Kräuter beim Gestalten des Hausgartens als prägende Elemente einsetzt. Viele Gartenkräuter sind zugleich schön blühende Stauden. So kann man mit ihnen gartenästhetisch wirkungsvolle Beete anlegen. Bei der Zusammenstellung der Kräuterpflanzen muss man auf die Standortansprüche achten, zugleich lassen sich aber die Kräuter auch nach Verwendungszwecken gruppieren – Beispiel Teepflanzung.

Je nach Herkunft gehören Kräuter eigentlich zu bestimmten Pflanzengesellschaften. Sie sind an je eigene Standorte angepasst. Das muss man bei der Gartengestaltung berücksichtigen und gegebenenfalls günstige Bedingungen für Kräuter-Gesellschaften schaffen. Ein besonders markantes Beispiel: Mittelmeerkräuter.

Was zueinander passt – Pflanzengesellschaften

Ein gut geplanter und angelegter Garten, ob mit Kräutern oder ohne sie, wird von der Orientierung an Pflanzengesellschaften strukturiert. Stauden, Gehölze, Gräser, Farne gesellen sich in der offenen Landschaft nach ‚Standortfaktoren’ zueinander: Bodenbeschaffenheit und Oberflächengestalt, Wasserhaushalt, Lichtverhältnisse, freie oder geschützte Lage, Temperaturniveau sind solche Faktoren, die entscheiden, welche Pflanzen an einem Standort zueinander finden.

Auch in Gärten sind solche Standortfaktoren vorhanden, oft ziemlich kleinräumig, aber dennoch enorm wichtig für das Gedeihen der Pflanzen. Darauf müssen Gartengestalter und Gärtner(innen) Rücksicht nehmen – wer sich Frustrationen ersparen will, geht entweder von den vorhandenen Standortbedingungen aus oder schafft solche, die für erwünschte, vorgesehene Pflanzengesellschaften günstig sind. Pflanzen einfach nach Gutdünken im Garten ‚irgendwo hin’ zu setzen, ergibt weder harmonische Gärten, noch begünstigt es die Entfaltung der Pflanzen.

Ein besonders extremes Beispiel dafür gibt die Ansiedelung mediterraner Kräuter in unseren Breiten. Sehr viele unserer wichtigsten Heil-, Würz- und Duftkräuter stammen aus dem Mittelmeerraum. Das Klima, an das sie ursprünglich angepasst sind, können wir ihnen nicht bieten, und auch die Bodenbeschaffenheiten in diesem Herkunftsbereich finden sich bei uns kaum. Das heißt: Wer hierzulande erfolgreich Mittelmeerkräuter in seinen Garten integrieren will, sollte sich bemühen, ihnen wenigstens so viel als möglich von ihrem ursprünglichen Milieu bereit zu stellen.

Für den üppigen Gebrauch von Mittelmeerkräutern und für einen besonderen gartenästhetischen Akzent: einen eigenen ‚Schottergarten’ mit mediterranen Pflanzen anlegen.

Eine große Zahl von klassischen Würz,- Heil- und Duftkräutern stammt von halbschattigen oder schattigen Standorten. Wer Flächen im lichten Schatten in seinem Garten hat, sollte ein wirkungsvolles Beet mit diesen Kräutern anlegen.

Kräuter bieten auch hervorragende Möglichkeiten, Beeteinfassungen und Säume zu gestalten. Für nahezu jede Lage und Bodenbeschaffenheit finden sich Kräuterpflanzen, die schöne und zugleich nützliche Begrenzungen bilden.

Ein spezieller Fall von Gartengestaltung mit Kräutern: der Duftrasen. Sehr viele Duftkräuter verströmen ihr Aroma nicht aus den Blüten, sondern mit den Blättern. Ein Duftrasen schafft besondere Erlebnisse…

Duftpfade sind ein weiteres, apartes Element der Gartengestaltung mit Kräutern. Ein kleiner Spaziergang auf ihnen, vielleicht barfuß und mit nackten Beinen, verschafft schönste Dufterlebnisse.