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Eine artenreiche Mini-Macchia

Man sollte die Kräuterpflanzen in einer solchen Fläche zunächst ziemlich locker platzieren, zuerst die strukturbildenden: etwa einige wenige Cistrosen (Cistus laurifolius). Sie wachsen langsam zu größeren Büschen heran und bilden mit ihren ledrigen, harzigen Blättern, vor allem aber den wunderbaren Blüten – sie halten nur einen Tag, aber es öffnen sich immer neue – einen dauerhaften Blickfang. An günstigem Standort überdauern sie auch starke Fröste, bei bösem Kahlfrost und intensiver Wintersonne sollte man sie aber schützen.

Dann verteilt man die Kräuterpflanzen, die zu mittelhohen Sträuchern heranwachsen können: Salbei (besonders wuchsfreudig: Dalmatinischer Salbei – Salvia officinalis 'Major'; besondere Färbung: Purpur-Salbei – S. off. 'Purpurascens'; sehr dekorativ und robust: S. off. 'Mittenwald'; besonders großblättrig: Sav. off. 'Berggarten'; besonders elegant: Spanischer Salbei – S. lavandulifolia); Rosmarin (relativ unempfindlich: Rosmarinus officinalis 'Arp' oder 'Weihenstephan' – bei ausgepflanztem Rosmarin muss man in strengen Wintern immer mit Verlust rechnen, man kann daher auch große Kübel in die Erde senken, die man im Spätherbst heraus nimmt). Auch Heiligenkraut (Santolina chamaecyparissus), Ysop in verschiedenen Farben (Hyssopus officinalis) und geeignete Katzenminzen (Nepeta cataria, hohe N. x fassenii) gehören noch zu den strukturbildenden, mittelgroßen Kräutern. Dann folgen die Gruppen der niedrigeren Mittelmeerkräuter, die vielen verschiedenen Thymiane, Oregano-Arten und -Sorten, Berg-Bohnenkräuter. Schließlich werden die bodendeckenden Kräuter verteilt, die Polster-Thymiane, die kriechenden Berg-Bohnenkräuter (etwa Satureja spicigera ssp. illyrica). Sie breiten sich langsam aus und bilden auch über dem Schotter wunderbare kleine Matten. Ein solcher mediterraner ‚Schottergarten’ bildet in jedem Hausgarten einen faszinierenden, viel bestaunten Bereich.

Für einen mediterranen Bereich muss man möglichst viel Wärme einfangen. Wie wäre es mit einer ‚Sonnenfalle’, einer geschickt angelegten Trockenmauer aus Bruchstein?