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Es muss nicht immer Buchsbaum sein – Beeteinfassungen und Kräuterhecken

Eine ganze Reihe von Kräutern lassen sich für schöne Beeteinfassungen und niedrige Hecken verwenden. Viele Kräuterpflanzen haben wir in unserer Rubrik ‚Einfassungen’ aufgeführt, wir nennen manche deshalb nur noch einmal kurz und fügen einige weniger bekannte hinzu. Vor allem Duftkräuter bieten hier reizvolle Möglichkeiten, ausdauernde, dichte Einfassungen zu gestalten, die außer dem erfreulichen Anblick auch noch aparte Dufterlebnisse bieten, wenn man daran entlang streicht.

Die Eberraute (Artemisia abrotanum) eignet sich sehr gut – sie verträgt beinahe jeden Schnitt (im Frühjahr), ist völlig frosthart und bildet, wenn man sie gut zurückschneidet, mit ihrem feinen, gefiederten Laub eine geradezu klassische, niedrige, halb wintergrüne Kräuterhecke (30-50 cm). Ihr intensiver, herber, süß-säuerlich unterlegter Duft ist nicht jedermanns Sache. Es gibt auch eine stärker zitronig duftende Sorte (A. abrotanum 'Citrina') und die auch als ‚Cola-Kraut’ gehandelte Spezi-Pflanze (A. procera). Einen wahren Duftrausch aber kann die Französische Eberraute (A. abrotanum 'Courson') auslösen, die zudem ein besonders fein geteiltes, bläulich-grünes Laub besitzt – wer damit Beete begrenzt oder Säume im Garten bildet, kann sich der „Ah!“s und „Oh!“s sicher sein.

Eberrauten bevorzugen, wie viele mediterrane Zwergsträucher, durchlässige Böden und warme, besonnte Standorte. Das gilt auch für eine andere, sehr schöne Kräutereinfassung: Das graulaubige Heiligenkraut (Santolina chamaecyparissus), das sehr dichte, fast silbrig schimmernde kleine Büsche bildet und zudem im Hochsommer mit knallgelben Blütenköpfen auf langen Stielen aufwartet. Die Pflanzen wollen im Frühjahr gut zurückgeschnitten werden (nicht ins alte, trockene Holz!), sonst werden sie ausladend und verkahlen unten. Heiligenkraut verträgt – wie Lavendel oder Salbei – keine Wurzelnässe, mag es alkalisch und warm. Bei starken Kahlfrösten sollte man die Pflanzen mit einem Vlies oder etwas Reisig abdecken.

Auch mit Lavendel lassen sich prächtige Einfassungen und Zwerghecken gestalten. Eine weitere, recht robuste Alternative ist der hübsche, intensiv blau blühende Felsen- oder Zwerg-Ysop (Hyssopus officinalis var. aristratus), der es ebenfalls nicht winternass mag. Im Frühjahr kann der Ysop bodennah zurückgeschnitten werden. Diese Mühe belohnt er mit einem zeitnahen, kräftigen Neuaustrieb.

Für eine lockere, niedrige Beeteinfassung eignet sich hervorragend ein Dauerblüher, die Kleine Katzenminze (Nepeta x faassenii), auch sie ein Duftkraut – das tatsächlich die Katzen mögen. Sie mag es gleichfalls warm, auf eher durchlässigem, magerem Erdreich. Sie sollte im Frühjahr bis zum Boden zurückgeschnitten werden, treibt aber früh und zuverlässig aus und beginnt an etwas geschützten Standorten schon im April kräftig blau zu blühen.

Man kann Einfassungen aber auch mit ganz anderen Kräutern attraktiv gestalten, so mit ganz gewöhnlichem Schnittlauch (Allium schoenoprasum). Wenn man ihn dicht pflanzt und ihn, bevor er sich versamt, nach der Blüte kräftig zurückschneidet, ergibt ein ‚ordinäres Küchenkraut’ ein wirkungsvolles Element der Gartenästhetik. Wunderschön sind auch Sorten in Burgunderrot (A. 'Forescate') oder Weiß ('Elbe'), die mit ihren ungewöhnlichen Blütenfarben für Akzente sorgen.

Hinzuweisen ist auch noch auf den wenig bekannten, aber für lockere, kleine Kräuterhecken bestens geeigneten Aufrechten Gamander (Teucrium x lucidrys), einen sattgrünen Zwergstrauch, der auch im Winter sein ledrig glänzendes Laub behält und im Sommer purpurfarben blüht. Wenn man ihn im Frühjahr gut in Form schneidet, ergibt er dichte, niedrige Hecken (25-35 cm), die auch im Halbschatten wachsen und absolut frosthart sind.

Eine sehr hübsche Einfassung an trockeneren Bereichen erhält man mit dem kleinwüchsigen Zwerg-Johanniskraut (Hypericum polyphyllum 'Grandiflorum'), das mit kleinen, graugrünen Blättern, aber großen, goldgelben Blüten aufwartet. Man braucht fünf bis sechs Pflanzen pro laufendem Meter. Vor zierlichen, niedrig bleibenden Kräutern und Stauden – Oregano-Arten, Thymianen, Nevada-Salbei (Salvia nevadensis), Veronica-Arten oder auch Zwerg-Astern – macht sich das zierliche Johanniskraut besonders gut.

Dass man Beete auch mit weichlaubigen Kräuterstauden einfassen kann, die dann freilich im Winter einziehen, hat sich noch viel zu wenig herumgesprochen. In Frage kommen etwa für schattige Lagen der Frauenmantel (Alchemilla epipsila) und Elfenblumen-Arten (Epimedium grandiflorum oder E. x rubrum); darunter finden sich auch wintergrüne Arten (E. pubigerum, E. diphyllum). Für sonnige Lagen eignen sich niedrig bleibende Fetthennen (Sedum spectabile 'Carl') oder der schön blühende Zwerg-Alant (Inula ensifolia 'Compacta') und für Steingartenbereiche die dichten, wiederum wintergrünen Polster des Heil-Ziest (Stachys officinalis). Auch mit verschiedenen Bergminzen kann man im Kräutergarten Einfassungen ausformen, etwa mit der Hadriansminze (Calamintha spec. 'Hadrian').

Aber auch etwas höhere Hecken lassen sich mit Kräuterpflanzen schaffen. So kann man mit dem Johanniskraut ‚Mannsblut’ (Hypericum androsaemum 'Orange Flair') eine wintergrüne Kräuterhecke von etwa 80 cm Höhe anlegen. Sollte sie in einem sehr strengen Winter einmal zurückfrieren, treiben die Pflanzen aus dem Wurzelstock meistens wieder aus. Nicht nur die gelben Blüten, sondern auch die orangeroten Früchte zieren. Und natürlich gehören eigentlich auch die Heckenrosen zu den Kräutern, allen voran die aus Ostasien eingebürgerte Apfel-Rose (Rosa rugosa) in ihrer Ursprungsform. Bei kräftigem Rückschnitt kann man sie zu dichten, halbhohen Hecken ziehen.