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Minze-Tipps

Über Minzen berichtet bildhaft und zutreffend der Autor Jürgen Dahl: „Sie haben lange Beine und sind immer schon ein Stück weiter als da, wo man sie erwartet und wo man sie haben möchte.“ Wo sie ihren bevorzugten humosen, mäßig kalkigen, aber nährstoffreichen Boden mit guter Wasserversorgung antreffen, begeben Minzen sich eben auf Wanderschaft.

Nun kann der umsichtige Gärtner natürlich auf die rettende Idee kommen, Wurzelsperren zu errichten. Na ja, versuchen kann man es ja. Doch oft wird sich herausstellen, dass sie nicht zum gewünschten dauerhaften Erfolg führen, gibt es doch ungemein starkwüchsige Minze-Arten und -Sorten (z.B. die Riesen-Apfelminze), die ihre Wurzeln gut und gerne 30 bis 40 cm tief ins Erdreich tauchen können.

Zudem riskieren die Minzen mit ihren Ausläufern bisweilen den Sprung über die Sperre. Das bedeutet also, die wurzelabweisende Folie – je nach Wuchskraft der Minze – bis zu 40 cm tief einzugraben und mindestens 10 cm aus der Erde herausragen zu lassen. Das ist Schwerarbeit. Zudem ist eine regelmäßige Kontrolle nötig, um Fluchtversuche bereits im Ansatz zu vereiteln. Auch Minzen in eingesenkte Kübel mit offenem Boden zu pflanzen ist relativ aufwändig, und selbst das funktioniert leider nicht immer zuverlässig. Zu ausgeprägt ist der Minze Wanderlust.

Denken Sie über einen Duftpfad nach.

Unser Vorschlag: Nutzen Sie die „Unart“ der Minze und schaffen Sie sich einen Duftpfad, indem Sie möglichst viele verschiedenen Minzen beiderseits eines schmalen Weges pflanzen. Beim Hindurchgehen werden Sie die verschiedenartigsten Minzedüfte umschmeicheln. Zwei Gabeln Kompost im Frühjahr und im Hochsommer, und schon ist Ihre Minze ausreichend ernährt.

Bis auf die Poleiminze lassen sich alle Minzen auch auf dem Balkon halten – vorausgesetzt, man spendiert ihnen einen ausreichend großen Topf und einen Platz, der vor direkter heißer Sonne geschützt ist. Darin sind sie mindestens so lange zufrieden wie die üblichen Sommerblumen. Wer jedoch länger Freude an seinen Kübel-Minzen haben möchte, sollte sie jedes Jahr in frische humose Erde pflanzen.

Erntefreude und Farbenspiele

Blühende Triebe rauben der Minze das Öl, deshalb sollte man kräftig ernten – und überflüssige Ausläufer einfach aufessen. Alle Minzen lassen sich als Wintervorrat einzeln oder gemischt mit anderen Kräutern sowohl trocknen als auch einfrieren. Der richtige Erntezeitpunkt ist erreicht, wenn erste Blütenansätze sichtbar werden. Am besten ernten Sie morgens, wenn die Blätter abgetrocknet sind. Bis zu drei Schnitte pro Jahr sind möglich. Bitte luftig im Schatten trocknen.

Mit Minzen lassen sich ganz unterschiedliche Potpourris zusammenstellen. Zusammen mit Lavendel bekommt man z.B. eine farblich abgestimmte Mischung in Grün-Mauve.

Minze ist ein wunderbares und vielfältiges Küchenkraut und besonders in der nordafrikanischen Küche sehr beliebt. Die geschmackliche Vielfalt der Minze sorgt dafür, dass sich für jede Zubereitung die richtige Sorte findet. In unserem e-Shop haben wir einige Minze-Sorten für die Verwendung als Küchenkraut für Sie zusammen gestellt.

Übrigens: Wussten Sie schon, dass Minze als Räucherpflanze bei Gedächtnisschwäche helfen soll? Wer diesem Volksglauben nicht traut, sollte wenigsten einmal etwas Minze ins Kaminfeuer geben. Dort verbreitet sie einen herrlichen Duft. Ganz bestimmt sogar.