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Eibisch – Althaea

Der Echte Eibisch ist eine locker-verzweigte, buschige Solitärstaude mit hübschen, kleinen, malvenähnlichen Blüten und samtigfeinem Laub. Besonders attraktiv ist die deutlich kompakter wachsende Althaea officinalis 'Romney Marsh' mit ihren zart lila-rosa Trichterblüten und dekorativem, weichem, silbersamtigem Laub.

Für naturnahe Pflanzungen haben die stattlichen, anspruchslosen Stauden einen hohem Zierwert. Eibisch gedeiht auf nährstoffreichen, feuchten Böden am besten und kann am passenden Standort leicht zwei Meter Höhe erreichen. Die reich blühende Heil- und Teepflanze ist salzverträglich. Als Wildpflanze ist die Art nur noch selten zu finden. Sehr schön und wirkungsvoll ist Eibisch als Kübelpflanze für Gefäße ab 20 Liter.

Besonders große Wertschätzung wurde dem Eibisch in der Antike entgegengebracht. Damals galt er als universell einsetzbares Allheilmittel. Sein botanischer Name althaea soll sich vom griechischen althäeis (heilsam) ableiten. Über die Klostergärten erlangte der Eibisch eine weite Verbreitung und ist zu einer der beliebtesten Pflanzen in der Volksheilkunde geworden.

In der Heilkunde werden sowohl die Eibischblüten und –blätter als auch die Wurzeln verwendet. Blüten und Blätter zeichnen sich dabei vor allem durch ihren hohen Gehalt an reizlindernden Schleimstoffen aus. Deren höchster Gehalt findet sich in Blättern, die kurz vor der Blüte geerntet werden. Bei der Wurzel ist neben den Schleimstoffen besonders die darin außerdem enthaltene Stärke erwähnenswert. Besonders reichhaltig sollen die wertvollen Inhaltsstoffe in Wurzeln enthalten sein, die im Herbst geerntet werden.

Schleimstoffe wirken reizlindernd und haben eine heilende Wirkung. Der Schleim legt sich wie eine Schutzschicht auf entzündete Stellen und befördert so die Heilung. Deshalb ist Eibischsirup oder -tee, traditionell mit Honig gesüßt, ein sehr beliebtes Hustenmittel, auch für Kinder. Er lindert asthmatische Beschwerden und Bronchitis. Eine berühmte traditionelle Rezeptur verspricht eine Verstärkung der hustenlindernden Wirkung bei Kombination mit Ysop und Süßholzwurzel.
Der ungesüßte Tee hat sich bei Magen- und Darmstörungen bewährt und findet Anwendung als Spülung und Gurgelmittel bei Entzündungen im Mund- und Rachenraum. In der Volksmedizin gilt Eibischtee ebenfalls als wirksam gegen Blasenentzündungen und Steinleiden. Die Wurzeln werden gegen Halsschmerzen gekaut.

Bei der Teezubereitung sollten die Pflanzenteile, insbesondere die Wurzel, unbedingt zunächst mit kaltem Wasser angesetzt werden und erst später vorsichtig auf Trinktemperatur erwärmt werden. Dieses Verfahren schont die heilsamen Schleimstoffe. Langsames, schlückchenweises Trinken ist empfehlenswert.

Auch äußerlich angewendet, entfaltet der Eibisch seine heilsame Wirkung. Verletzungen, Stiche, Hautentzündungen oder Geschwüre heilen unter einer schützenden Schleimschicht schneller ab. Kein Wunder also, dass sich auch die Naturkosmetik für den Eibisch interessiert. Eibischmasken oder -gel dienen insbesondere zur Pflege trockener, gereizter oder unreiner Haut.