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Heilsamer Lavendel – Lavandula angustifolia

Finden Sie nicht auch, dass der Duft von Lavendel sofort Erinnerungen weckt? Für die einen ist es der Wäscheschrank der Großmutter, die anderen denken an flirrende Hitze in der Provence mit blühenden Lavendelreihen bis zum Horizont. Keine andere Pflanze repräsentiert so sehr die Leichtigkeit des Lebensgefühls Südfrankreichs.

Lavandula angustifolia – der Echte Lavendel – wird auch Lavandula vera oder Lavandula officinalis genannt. Aus dem Echten Lavendel, der neben anderen Lavendel-Sorten in der Provence feldmäßig angebaut wird, destilliert man ein hochwertiges und teures ätherisches Öl. Es wird sowohl in der Parfümindustrie als auch für Heilzwecke verwendet.

Den größten Teil der Anbauflächen in der Provence nehmen allerdings die Sorten des Lavandin- bzw. Provence-Lavendels ein. Diese Hybridform Lavandula x intermedia ist aus einer Kreuzung von Lavandula angustifolia mit Lavandula latifolia hervorgegangen. In der Provence wird daraus Lavandin-Öl gewonnen. Das im großen Stil zum Parfümieren von Wasch- und Spülmitteln oder Seifen verwendete Lavandin-Öl ist weniger wertvoll und deshalb deutlich preisgünstiger als das kostbare, heilkräftige Öl des Echten Lavendels.

Heilpflanze mit Tradition

Als Heilkraut hat Lavendel vor allem in der Klostermedizin eine lange Tradition. Verwendet werden die Blüten. Sie enthalten ätherisches Öl, aber auch Gerbstoffe, Cumarine und Flavonoide. Dem Lavendel wird eine schmerzlindernde, desinfizierende und beruhigende Wirkung zugeschrieben. Bei Kopfschmerzen und Migräne kann Lavendel Nerven und Muskulatur entspannen und so sehr hilfreich sein. Der Aufguss der Blüten kann als beruhigender Tee bei Stress, Nervosität, Herzklopfen, Übererregbarkeit und während der Wehen gute Dienste leisten. Seine desinfizierende Wirkung empfiehlt Lavendel für Dampfbäder oder zum Gurgeln bei Halsentzündungen und Atemwegsinfektionen. Lavendelblütentee vor dem Schlafengehen, ein Lavendelstrauß im Schlafzimmer oder ein Säckchen mit Lavendelblüten fördern den guten Schlaf. Mitunter reicht es aus, einen Tropfen Lavendelöl auf das Kopfkissen zu geben.

Der Name des Krautes soll sich vom lateinischen lavare ableiten, dem Waschen. Mit dem Duft von Lavendel war schon immer die Vorstellung von Reinlichkeit verbunden. Als Zusatz zum Wasch- und Badewasser ist Lavendel von alters her in Gebrauch und soll sich besonders im alten Rom großer Beliebtheit erfreut haben.

Lavendelbäder wirken harmonisierend, beruhigend und entspannend. Ein Fußbad mit Lavendel nützt dem, der unter Fußschweiß leidet. Für ein erfrischendes Schönheitsbad lässt sich Lavendel mit Rosmarin und duftenden Rosenblüten kombinieren.

Lavendelgeist oder Lavendelwasser sind altbewährte Mittel gegen fettige, unreine Haut und große Poren. Im Waschwasser wirken sie erfrischend und belebend. Einige Tropfen ätherisches Lavendelöl verwandeln ein hochwertiges natürliches Öl wie z. B. Olivenöl, Jojobaöl oder Mandelöl in ein entspannend wirkendes und pflegendes Massageöl, das auch bei leichtem Sonnenbrand sehr empfehlenswert ist. Besonders beliebt ist Lavendel auch, weil er Mücken, Motten und andere Insekten vertreibt oder vom Kleiderschrank fern hält. Ein Lavendelstrauß oder einige Tropfen Lavendelöl sorgen für einen entspannend wirkenden Raumduft.