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Dahlien

Montezumas Schätze für unsere Gärten

Bereits lange ehe die Dahlien nach Europa kamen, waren sie in Südamerika bekannte und beliebte Blumen, die schon die Tempel der Azteken und Inka schmückten. Während die Eroberer in ihrer unrühmlichen Gier dem sagenhaften Goldland Eldorado nachjagten, fand ein wahrer Gartenschatz zunächst fast unbemerkt den Weg in die Gärten der Alten Welt: Dahlien kamen erst im 18. und 19. Jahrhundert in der feinen Gesellschaft in Mode und eroberten durch ihre Gartentugenden bald nicht nur Palastgärten berühmter Pflanzenliebhaberinnen (allen voran die französische Kaiserin Joséphine Beauharnais, die sich ja auch als Rosenkennerin einen Namen gemacht hatte). Auch Haus- und Bauerngärten wurden von den unkomplizierten Dauerblühern bevölkert.

Es ist unsicher, ob alle Dahlien, die anfänglich nach Europa kamen, wirklich Wildarten waren – vermutlich waren bereits damals einige Kulturformen der Dahlie mit in den ersten Überseekisten versammelt. Dahlien lassen sich nämlich ausgesprochen gut kreuzen und entwickeln eine ungewöhnlich große Varianz an Farbspielen und Blütenblattformen. Kein Wunder, dass man sie als Dahlia variabilis bezeichnete.

Das gigantische Sortiment wurde nach der Erscheinung der Blüten in so genannte Dahlienklassen eingeteilt, um wenigstens einen gewissen Überblick zu bekommen. Neben den sehr bekannten Pompon-, Kaktus-, oder Schmuck-Dahlien sind die weniger opulenten Paeonienblumigen Dahlien, einfach blühende Dahlien und die trotz ihrer Füllung graziösen Seerosen-Dahlien echte Bereicherungen im Garten, die sich vorzüglich mit Stauden und anderen Gartenpflanzen kombinieren lassen.

Übrigens schmecken Dahlien auch ganz gut – als farbenfrohe Ergänzung im Sommersalat steuern sie eine leicht bitter-süße Note bei.

Nun aber zurück ins Blumenbeet: Wichtig ist, dass Dahlien einen vollsonnigen Standort mit wenig Wurzelkonkurrenz von Gehölzen bekommen. Arbeiten sie schweren Boden mit viel Sand und Kompost durch! Staunässe ist den Dahlien ein Gräuel – aber das sind auch die einzigen Ansprüche.

Gepflanzt wird ab etwa der dritten April-Dekade, wenn es absehbar keine Nachtfröste mehr gibt. Die Knolle im Boden verträgt ganz leichte Minusgrade, doch der Austrieb würde zerstört. Meist dauert es aber zwei, drei Wochen, ehe die jungen Triebe das Erdreich durchstoßen und dann setzt gewöhnlich auch mildes Frühsommerwetter ein. Gepflanzt werden kann getrost sogar bis zur ersten Junihälfte, wenn auch dann die Blütezeit statt Ende Juli erst gut vier Wochen später einsetzt. Sorten, die höher als etwa 40 cm wachsen, sollten direkt bei der Pflanzung pro erwarteten Austrieb (also zwei bis fünf) Stäbe zum späteren Stützen bekommen. So markiert man gleichzeitig den Pflanzplatz und ist dort bei Gartenarbeiten vorsichtiger.

Wichtig: Schnecken lieben Dahlienaustriebe – sie müssen also unbedingt vor den stets hungrigen Weichtieren geschützt werden. Sind die Dahlien etwa 20 cm hoch gewachsen, scheinen die Schnecken das Interesse zu