header

Winter-Preisrätsel (2014)

Dezember, kaltdunkel. Warten auf die Wintersonnenwende. Auch mal Regen. Sternenklare Nächte, Winter, dann Januar. Schöne Grüße ins Alte und ins Neue Jahr! Und Alles Gute von der Jungviehweide …

Die Lehrlinge führen diesmal sehr praktische Gespräche, auch unsere Rätselpflanze kommt vor. Ein Praktikant ist dabei: Lory. Meisterhafte botanische Zeichnungen und Gärtnermeister Sebastians aktuelles Wissen aus der Heilpflanzenforschung ergeben zusammen ein Pflanzenporträt: unsere Rätselpflanze!

„Warum machst Du auch Dein Praktikum im Winter?“
„Ja, frag ich mich auch, ganz schön kalt. Wie haltet ihr das aus?
„Handschuhe, Mütze, Schal. Warme Strümpfe – wir Staudengärtner sind eben Wind- und Wetterfest.“
„Hm, find ich nicht so cool.“
„Cool ist dir ja jetzt. Ich find warme Sachen nützlich. Meine sind von Oma.“
„Hast ja ganz rote Ohren, Lory.“
„Mag keine Mützen.“
„Setz wenigstens Deine Kapuze auf, wenn Du sonst schon nix hast.“
„Wollhandschuhe hab ich noch, die liegen aber hinten beim Brunnen.“
„Dann hol sie Dir, jetzt!“

„Schaut mal, was bei meinen Handschuhen lag, auf der Erde.“
„Ach ja, die wuchsen da neulich noch. Haben wir nach dem ersten Frost abgeräumt, das sind die Samen.“
„Spaltfrüchte, hübsch, nicht wahr. Sie zerfallen später in 3 Nüsschen, wie wir da sagen.“

„Wie schauen denn die Pflanzen aus?“
„Grüne Blätter, nun das ist ja eher normal, manche sagen sie sind schildförmig, aber eigentlich sind sie fast kreisrund. Die Pflanze kann kriechen oder klettern. Foto anschauen?“
„Achja, kenn ich, klar!“
„Gibt’s 56 Rezepte dazu bei chefkoch.de“
„Mag kein grünes Essen.“
„Ist aber gesund. Sogar Seeleute aus Südamerika, sagt man, haben sie zu sich genommen, um nicht an Skorbut zu sterben.“
„Aha.“
„Ahoi.“
„Morgen wird’s noch kälter, Lory. Ein kleiner Praktikanten-Härtetest, danach bist Du wetterfest.“

Szenenwechsel, doch noch etwas Kulturhistorisches zu unsrer Rätselpflanze:
Der französische Karikaturist und Illustrator Grandville zeichnete mit Vorliebe anthropomorphe Tiere und Pflanzen – Mischwesen – sie charakterisierten bestimmte Eigenschaften der Dargestellten. In der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Es sind sehr eigenwillige, ausdrucksstarke Zeichnungen!
Eines seiner letzten illustrativen Werke umfaßt wunderschöne, zarte Zeichnungen personifizierter Pflanzen. Unsere Rätselpflanze zeichnet er als zwei gottergebene Novizinnen. Eingehüllt in Kleider aus Blättern und Blüten “lassen sie den Rosenkranz ihrer gerillten Samenkörner durch die Finger gleiten… Die eine … könnte das Traumbild der portugiesischen Nonne Marianne Alcovorado sein, deren verzweifelte Liebesbriefe … Rilke übersetzt hat.” So zumindest beschreibt Menschenkenner und Blumenfreund Eugen Skasa-Weiß dieses Bild. Dem ist wenig hinzuzufügen.

Interessant ist nun auch ihre Heilwirkung: die enthaltenen Senföle hemmen die Entwicklung von Bakterien und Erregern, weswegen ihr seit einiger Zeit u.a. auch an der Uni Würzburg besonderes Interesse gewidmet wird. Sie hat das Potential, bei bestimmten Leiden als pflanzliches Antibiotikum eingesetzt zu werden.

Nicht nur hübsch, auch lecker und gesund. Welche Gartenpflanze, erst seit dem ausgehenden 17. Jahrhundert in Europa bekannt, ist gesucht?

Die Rätselfrage lautet:

Wie heißt die gesuchte Pflanze?

Die Lösungsantwort: