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September-Preisrätsel (2016)

Der Sommer war so lala? Zu kalt, zu nass, punktuell zu warm? Also wir sind zufrieden, gell: Grüß Gott bei uns auf der Jungviehweide!

Da kommt ja Herr „Philo“ vom Parkplatz herüber geradewegs ins Verkaufsquartier! Vorhin erst hatte unsere Auszubildende Sabrina an ihn gedacht, er war schon länger nicht mehr da. Herr Philo – so nennen die Lehrlinge einen Gartenfreund und Philosophen, der von Zeit zu Zeit Gärtnerinnen, Gärtner und Cafébesucher in philosophisch-poetische Gespräche über Pflanzen, Gott und die Welt verwickelt… Wir lauschen.

„Grüß Gott, da sind Sie ja mal wieder!“
„Ja, lange war ich nicht mehr hier, aber heute brauche Ihren Rat, junge Dame.“
„Um was geht es denn?“
„Ich habe mir eine ehrwürdige Aufgabe ausgesucht: in meinem Dorf will sich keiner mehr so recht um das Kriegerdenkmal kümmern. Hier ist ein Foto. Zwar hätte ich nie gedacht, mich mal mit sowas zu beschäftigen, aber die Erinnerung ist doch ganz wichtig. Deswegen soll nun eine neue Bepflanzung erstellt werden. Sie soll pflegeleicht sein und ohne große Worte Natur und Ewigkeit, Leben, Frieden und Hoffnung verkörpern.“

„Oh, das ist ja sehr anspruchsvoll.“

„Ein wenig habe ich schon recherchiert, hier ist meine Zusammenstellung von Pflanzen und ihren Symbolwerten. Die Vergänglichkeit der Welt möchte ich über Gräser versinnbildlichen, denn sind sie nicht gleichsam auch ein Bildnis für ….“

„Sehr gut, die Gräser setzen Sie nach hinten, wie eine transparente Hecke und ich suche Ihnen später eine passende Sorte aus. Sie haben hier Halbschatten, richtig?“
„Ja, den halben Tag ist es schattig.“
„Als Immergrüne können Sie noch ein paar Bergenien davor setzen, ja, und genau – Sie haben wirklich gut recherchiert: mit diesen Pflanzen bekommen sie Millionen von Jahren mit ins Beet ohne dass man das erklären muss, das spürt jeder sofort, das sind Pflanzen aus einer anderen Zeit. Es gibt gut geeignete, immergrüne Arten. Das wird ausgezeichnet!“

„Oh, da bin ich aber froh. Ich war mir etwas unsicher, wollte aber gerade die symbolhaften Bedeutungen Demut und Geheimnisse der Schöpfung bei dieser Neupflanzung so gerne dabei haben. Das ist mehr als angemessen, oder was meinen Sie?“
„Als Heilsbringer sind sie mir auch noch bekannt, sie sollen Zauberkräfte haben …“
„Welch ein Glück, dass Sie mich so gut beraten! Darf ich mal die in Frage kommenden Arten sehen?“
„Ja, da gibt es natürlich mehrere. Wintergrün, robust und langsam bodendeckend – das ist wichtig, denn es soll ja pflegeleicht sein – wären diese hier. Sie sind heimisch und vertragen auch mal Trockenheit.“
„Wachsen sie denn ohne viel Pflege? Nun ja ich weiß, nichts gedeiht ohne Pflege. Kennen Sie diese Wahrheit von Peter Joseph Lenné. Neulich las ich über ihn, er war Garteningenieur und genaugenommen auch ein Poet, er hat Parks und Gärten angelegt, wie gepflanzte Gedichte. Natürlich dachte er romantisch und utopisch zugleich: seine Idee, dass Parks auch für ….“

„Die Pflanzen brauchen durchlässigen, humosen, eher sauren Boden ohne Staunässe, dann werden sie gut anwachsen. Natürlich müssten Sie am Anfang etwas mehr nach ihnen schauen. Eine Gruppe vor den Gräsern fände ich schön, und denken Sie an Frühlingsblüher!“
„Und sagen Sie, diese akuraten Punktreihen an der Unterseite der Blätter, sind das diese …“

Die Rhizome, über die sich unsere Rätselpflanze langsam verbreitet, enthalten verschiedene Zucker und Schleimstoffe, die in der Volksmedizin bekannt sind und zunehmend in der TCM an Bedeutung gewinnen.
Interessant sind auch die alten Volksnamen, sie nehmen allesamt Bezug auf die süß schmeckenden Wurzeln. Im Lexikon des deutschen Aberglaubens heißt es dazu „… und war wohl früher Notnahrung.“ Wir raten aber vom Verzehr ab, wegen der Verwechslungsgefahr, denn viele andere Farne sind recht giftig. Wie heißt der heimische, bis 40 cm hohe Waldbewohner, der auch auf alten Baumstümpfen wächst?

Tipp: der botanische Gattungsname enthält wie viele dieser Urgestalten ein „Y“, hier als 4. Buchstabe.

Die Rätselfrage lautet:

Wie heißt der gesuchte Waldbewohner?

Die Lösungsantwort: