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September-Preisrätsel (2009)

Zwischen den Pflanzen versteckt sich schon der Herbst, überall ist er zu ahnen. Er schickt seine Nebel früh und abends auf die Wiesen und mischt sich lustvoll in den ausklingenden Sommer: Grüß Gott bei uns.

Lehrlinge und alle Lernwilligen treffen sich abends zum Rundgang durch das Mutterpflanzenquartier. Dort gibt es immer wieder Neues zu entdecken, denn alles wächst und blüht, verblüht und verfärbt sich im dauernden Wechsel.
Die Gruppe wartet auf Gärtnermeister Sebastian.

„Hellrosa, die blühen hellrosa.“
„Altrosa“, würde ich sagen.
„Lachsrosa!“
Die jungen Leute stehen um blühende Stauden und sinnen über Farbtöne nach. Farben und Gerüche entlocken ihnen allerlei Assoziationen:
„Nee, kastanienblütenrosa“, meint Praktikantin Lilly.
„Schweinchenfarben, wäre meine fachliche Meinung“, lacht Marie.
„Ich finde, sie blüh’n sehr rosa: so disney-rosa, … oder barbie-rosa“, äußert sich Max.
„Also, bei mir im Katalog stünde jetzt so was wie Rosenholz, Malve, oder Beere“.
„Hähä, Inspirationen aus dem Klamottenkatalog? Naja, warum nicht? Ich hab’ eine neue Farbe: Verblichene-Himbeere …“.

Jetzt kommt Sebastian: „Na, was ist denn hier los? Fachkonferenz? Staudensichtung?“
„Ja, wir sichten Stauden und beschreiben die Farben neu. Wir suchen verkaufsfördernde Beschreibungen – naja wir üben noch“, witzelt Marie.
„Gute Idee. Machen wir doch gleich weiter“, greift Sebastian auf. „Eine neue Pflanzenbeschreibung: wie wär’s mit denen hier, Max?“ Sebastian deutet auf hohe Stauden mit doldenartigen Blütenrispen in Rosa (gesuchte Gattung, noch nicht die Art und Sorte).

„O.k., ich texte mal ins Unreine:
Galaktisch große Pflanze, optimal für Teichränder oder als Hintergrund für Natur-Beete. Macht sich gut neben Rodgersien, Gräsern und Taglilien. Wächst buschig und hat rote, stracke Stängel. Die Blätter ähneln Hanfblättern! Ähneln halt leider nur. Blüht sexy fleischfarben.“

„Super, Max!“

Sebastian: „Und Lilly, beschreib’ du diese Sorte hier“ (das ist die gesuchte Rätselpflanze).
„O.k., von fern duftet’s hier nach Marzipan,
das kommt von den Pflanzen nebendran,
doch meine Sorte erinnert mich
an Schokolade Ritter-Sport. Erinnert leider nur.“ Lilly muß selber schmunzeln.
„Stylisch sind die Blätter: rotbraun, dunkelviolettbraun,
Nicht zu groß wird diese Sorte,
Stängel braun und Blüten so wie Sahnetorte.“

„Oder Cremeweiß“.
„Wollweiß, find’ ich paßt besser. Oder Schafweiß … oder: Perlweiß.“
„Selber Perl-Woll-Schaf“, wehrt sich Lilly, Schokolade mit Wolle passt doch nicht.“

Sebastian: „Prima! Ich glaube, das werden wir jetzt öfter so machen: Staudensichtung mit Katalog-Poesie. Was meint Ihr?"

Die heimische Wildstaude, über die Max sprach, ist eine alte Heilpflanze, auch wenn sie heute nicht so populär ist wie andere. Sie enthält an Wirkstoffen neben anderen ein Bitterstoffglykosid, Eupatorin, Gerbstoffe und ätherische Öle. Mit ihr wissen Sie bereits die gesuchte Gattung.
Ob die Herkunft dieses Gattungsnamens nun eine Ableitung aus dem Griechischen nach ihrer Heilwirkung für die Leber ist, oder ob die Pflanze nach einem recht kriegsliebenden König von Pontus, benannt ist, der diese Pflanze wohl zu seinem Lebensende als Heilmittel gegen sein Leberleiden entdeckt hat, weiß auch unser Pflanzennamen-Herkunftswörterbuch nicht sicher zu sagen.

Sicher aber ist: Die Ziersorten dieser Gattung in unserem Sortiment werden meist sehr groß, sind robust, langlebig und werden jedes Jahr schöner. Tiefgründige feuchte Böden lieben sie, gerne auch Teichränder. Tatsächlich duften die herbstlichen Blätter aus einiger Entfernung im September nach Marzipan.

Die gesuchte Sorte ist ein Exot innerhalb dieser Gattung: sie ist kleiner, dunkellaubig und heißt: …

Die Rätselfrage lautet:

Welchen dunkellaubigen Exot suchen wir?

Die Lösungsantwort: