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September-Preisrätsel (2004)

So viele Besucherinnen und Besucher wie beim letzten Mal haben schon lange nicht mehr unsere Rätselseite studiert. Das hat die Autorin sehr gefreut. Sie ist eine der ältesten Kräuterheilkundigen im Land, und exklusiv für uns hat sie ein neues Heilkräuter-Rätsel verfasst:

Kräuterfrau Creszenzia Niedernhuber

Grüß Gott, liebe Leser!

Wie Sie wissen, bin ich schon 103, und weil ich immer noch gut beieinander bin, interessieren mich auch die neuen Zeiten. Eine meiner Urenkelinnen (sie heißt Merle oder so ähnlich) hat mir die Sache mit dem Internet so erklärt: Da zwängen sich Worte und Bilder durch Telefonleitungen oder fliegen in jede Ecke der Welt! Aha!

Jetzt soll ich noch einmal meine eigenen Worte und Bilder fliegen lassen, hat der Gaissmayer Dieter gesagt. Über ein weiteres Heilkraut soll ich schreiben, weil eben die Leute so etwas gerne lesen. Aber den Namen darf ich wieder nicht verraten, denn sonst wäre es ja kein Rätsel. Also schreibe ich Folgendes:

Da wohnt gleich um die Ecke der Sohn vom Tuchscherer Alois, ein Junge, den sie, glaube ich, Maik getauft haben. Schon im Kindbett war Maik ein unruhiger Säugling, später war er viel zu lebhaft, auch in der Schule. Abends war der Bub nicht müde, bei Nacht wollte er nicht durchschlafen.

Sie können sich ja schon denken, dass ich immer wieder geholt wurde. Was glauben Sie, womit ich ihm geholfen habe? Mit einer Wurzel! Natürlich habe ich einen Extrakt verwendet. In schweren Fällen eine Tinktur, dann und wann auch einen Tee: In geringer Dosis, wie es sich bei Kindern gehört, obwohl er sich mit Händen und Füßen dagegen gewehrt hat, der Bub. Das Mittel hat ihm stets geholfen, ich weiß es genau, denn sonst hätte mir die geizige Tuchscherer Liesl bestimmt nicht so oft Kuchen und Schinken gebracht.

Was soll ich Ihnen sagen? Der Maik hat später ordentlich gelernt und es sogar zum Abitur gebracht. Nur wenn er Prüfungen ablegen musste, wurde er wieder ganz hibbelig. Dann hat ihm wieder das Kraut aus seiner Kinderzeit geholfen, denn das beruhigt und macht nicht müde.

Inzwischen studiert er, der Maik. „Auf Apotheker“, hat er mir verraten. Da hätte er auch bei mir in die Lehre gehen können!

Ein heller Bub war er ja immer schon, der Maik. Aber eine Zeit lang war er auch Rädelsführer einer Bande frecher Lausbuben. Es muss dieser Maik gewesen sein, der die anderen Lümmel überredete, mir einen bösen Streich zu spielen. Obwohl er mir so viel zu verdanken hatte. Die kleinen Strolche haben sich eine Tinktur in der Drogerie besorgt und einen Lappen damit getränkt. Den haben sie bei Nacht in Pfaffenbrunn über die Straßen gezogen und zuletzt an meinem Gartentor festgebunden. Dort saßen wenig später alle Dorfkatzen und maunzten, dass es Gott erbarmte. Kein Augen habe ich zugetan in dieser Nacht.

Das ist schon lange her, aber vergessen tu ich nix!

Liebe Leser, auch diesmal begleiten Sie alle meine guten Wünsche, wenn Sie den Namen des Krautes suchen. Das können Sie sogar in Australien, weil meine Worte und Bilder mit dem Internet auch dort hinfliegen.

Gott befohlen!
Ihre Creszenzia Niedernhuber

Die Rätselfrage lautet:

Mit welcher Wurzel hat Creszenzia Niedernhuber den Tuchscherer Maik kuriert?

Die Lösungsantwort: