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Oktober-Preisrätsel (2019)

Herr: es ist Zeit. Der Sommer war sehr groß. Leg deinen Schatten auf die Sonnenuhren, und auf den Fluren laß die Winde los… Sei uns willkommen, Oktober, auf der Jungviehweide!

„Zum Verwildern geeignet, was heißt das eigentlich, Meister Sebastian?“
Ach ja, es gibt wieder neue Lehrlinge seit September. Und so gibt es auch wieder neue alte Fragen. Gärtnermeister Sebastian ist mit Alyna und Lukas im Blumenzwiebel-Shop, Nachfüllen.
„Verwildern oder auch Auswildern bedeutet, dass diese Zwiebeln sich ohne Zutun des Gärtners vegetativ durch Brutzwiebeln oder generativ durch Selbstaussaat vermehren. Kennt man die Arten, die sich zum Auswildern eignen, kann man dauerhafte Bepflanzungen damit im Frühling richtig toll aufwerten.“
„Aha, also nicht für Blumenbeete im Schlossgarten.“
„Richtig, da wären sie fehl am Platz, denn sie würden mit der Wechselbepflanzung wieder heraus genommen. Nein, man setzt sie in Staudenbeete oder auf naturnahe Wiesen usw.“
„Und sie kommen jedes Jahr wieder?“
„Ja, Lukas, zum Beispiel diese Hasenglöckchen hier, sie vermehren sich großflächig, fühlen sie sich einmal wohl. In England gibt es solche Gärten, die Leute lieben sie und pilgern zur Blütezeit in Scharen dort hin. Es hat etwas magisches, wenn sie einen Park in weite blaue Flächen tauchen. Die Engländer sagen ‘seas of bluebells‘, vielleicht hast Du sowas schon mal gesehen?“
„Im Urlaub auf Rügen gab es einen Park mit Bärlauchblüten, alles weiß wohin man schaute. Aber alles roch natürlich nach Bärlauch.“
„Die Bluebells duften da deutlich lieblicher.“
„Gibt es noch mehr gut duftende Zwiebeln hier im Shop?“
„Ja, diese hier zum Beispiel, sind meine Lieblingszwiebeln. Sie blühen goldgelb im April und Mai, und duften wunderbar.“
„Ja, sieht sehr schön aus.“
„Auch sie verwildern gut, über Wurzelbrut, also sie bilden kleine Zwiebelchen aus der Hauptzwiebel, das machen fast alle Zwiebeln so. Sie vermehren sich aber auch über Ausläufer, das ist eher ungewöhnlich. Dadurch gibt es dann an passenden Standorten wirklich imposante Massenvorkommen. Wichtig für diese Art sind ein durchlässiger, nährstoffreicher Boden, sommerliche Trockenheit zum Ausreifen der Zwiebeln und viel Sonne. Im Schatten kommen sie gar nicht zur Blüte, auch wenn der Artname hier irreführt.“
„Syl-ves-tris?“
„Heißt ja eigentlich im Walde heimisch.“
„Wächst sie denn nur in Weinbergen?“
„Nein, sie ist aus Südeuropa als Begleitflora oder als Zierpflanze zu uns gekommen und dann ausgewildert. In Weinbergen oder auch ehemaligen Weinbergen wie in Ulm - hier gab es Weinbau bis nach dem Krieg - konnte sie scheinbar am besten über die Jahrhunderte überdauern, zumal sie bei Verletzungen durch Bearbeitung in Gärten oder Weinbergen sogar mehr blüht. Trotzdem ist sie selten, denn allzu intensive Bewirtschaftung verträgt sie wiederum nicht.“

„Gibt es zu jeder Pflanze so viel zu erzählen?“
„Ha, noch mehr, ich bin noch gar nicht fertig! Unser Winzer aus der Pfalz hatte hier bei der Gartenlust im September einen Stand und will nun in seinem bio-zertifizierten Weinberg wieder typische Pflanzen der Weinbergflora ansiedeln…“

Da darf der anmutige Geophyt, besonders geschützt nach der Bundesartenschutzverordnung und eigentlich ein eingebürgerter Neophyt, natürlich nicht fehlen. Er wird bis zu 40 cm hoch, wie heißt er?

Die Rätselfrage lautet:

Wie heißt der gesuchte Geophyt?

Die Lösungsantwort:

Gewonnen haben:

Jenni Hoy
Kerstin Goldschmidt
Susanne Wallitzer
jeweils einen von 3 Einkaufsgutscheinen in Höhe von 25 €