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Oktober-Preisrätsel (2015)

Wir lieben die Farben des Herbstes, Burgunderrot und Karmin, Strohgelb, Goldgelb und Orangegelb, silbrige Blütenrispen, auch Braun und Graubraun. Herrliche Herbstbilder ergeben sich, täglich anders. Willkommen bei uns auf der Jungviehweide.

Die Lehrlinge haben von Gärtnermeister Sebastian die Aufgabe bekommen, besonders schöne Herbstfarben auf dem Gärtnereigelände zu beobachten und einen Pflanzvorschlag für das neue Herbstbeet am Museum der Gartenkultur zu machen. In der Pause tauschen sich die Lehrlinge Sabrina, Fabia, Tobi und Max aus, wir hören Teile ihrer Gespräche.

„Was soll denn ein Bipfel sein?“
„Die versuchen hier, Äpfel und Birnen zu kreuzen, dabei entstehen Apfel-Birne-Hybriden. Sie meinen, bis das dann wirklich auf den Markt kommt werden noch einige Jahre vergehen, und erst dann denken sie über einen Namen nach, die Forscher und Züchter. Dabei ist der Name doch jetzt schon klar: das wird ein Bipfel!“
„So wie: der Zipfel, der Zapfel, der gelbrote Apfel.“
„Zapfel? Lustig. Bratwürstchen heißen bei meiner Oma auch Zipfel. Aber wie klingt denn Bipfel?“

„Ich fände mal eine Kreuzung toll aus …“

Es gibt Hybriden zweier verschiedener Gattungen oder auch zweier verschiedener Arten, aber das wissen wir ja. Und Äpfel und Birnen lassen sich sowieso nicht vergleichen. Unlogisch? Egal, ein Rätsel ist ja kein Wissenschaftsbericht. Deswegen kümmern sich die Lehrlinge auch weiter nicht darum…

„Ich finde, wir könnten auch mal einen kürzeren Namen suchen für den Hirschhorn-Wegerich, Sabrinas Lieblings-Grünzeug.“
„Vielleicht HHW.“
„Wie wärs mit Hirgerich.“
„Hirschgericht wär auch mal gut.“

„Ach übrigens, zu unserer Herbstfarben-Aufgabe: ich hab schon meinen Favoriten. Der hieße dann Entschnerich – habt ihr die tolle Herbstverfärbung von ihm schon gesehen?“
„Entschnerich ist gut. Klingt wie eine Sprache, Entensprache. Ist nur schwer auszusprechen. Entisch? Nee das ist was anderes. Die Ents (im Herrn der Ringe), die sprachen doch immer ganz langsam.“
„Ja-ge-nau-das wä-re auch ein-mal- ei-ne gu-te-Ü-bung-für-Dich.“

„Meinst Du mit dem Schnablerisch den Wolfgang-Oehme-Favoriten hinten im Miscanthus-Beet?“
„Genau. Hast Du Dir das auch gemerkt, vom Vortrag neulich? Ich fand diese Großflächenpflanzungen genial.“
„Stimmt, da muss man nicht so viel aufschreiben, alles lässt sich leichter verpacken und die Rechnung macht nicht so viel Arbeit. Also auch besser für die Gärtner.“
„Quaakquaakquaak, Max!“
„Ja, aber für Sebastians Herbstbeet passt er auch gut. Für die 10 Quadratmeter Beetfläche nehmen wir dann für die Hälfte den Entschnerich. Dahinter fände ich Miscanthus ‘Malepartus‘ stark, der verfärbt sich ja auch ganz wunderbar! Dann brauchen wir nur noch passende Zwiebeln, die vom späten Austrieb im Frühjahr ablenken und vielleicht noch ein paar immergrüne Bergenien davor. Mein Vorschlag.“
„Supi. Gefällt mir auch. Hatte ich genauso vor.“
„Quaakquaakquaak. Max.“

Die aus Ostasien eingeführte, elegante Art bildet kompakte Kolonien auf frischen bis feuchten Böden und ist für wiesenartige Beete bestens geeignet, deswegen hat sie auch Gartenarchitekt Wolfgang Oehme in seinen grandiosen Gräsergärten gerne eingesetzt. Die weiße Blüte vom Sommer bis zum Herbst, ihre 80-cm-Wuchshöhe und das attraktive Laub machen sie als Pflanzpartner insbesondere zu Gräsern so wertvoll.

Und Möller’s Deutsche Gärtner-Zeitung schrieb schon 1893:
'Aus Japan eingeführte schöne Spezies, deren aufrechte Stängel in langen, höchst elegant nach unten zurück gebogenen Blütentrauben endigen. Es ist dies eine sehr schöne neuere Staude, die sicherlich eine größere Verbreitung erlangen wird.'

Welche Staude hat diese fantastische Herbstfärbung: zunächst gelb dann orange, später burgunderrot?

Die Rätselfrage lautet:

Wie heißt die gesuchte Pflanze?

Die Lösungsantwort: