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Oktober-Preisrätsel (2012)

Wo treffen denn über 3.000 Stauden mit Gartenfreunden, einem Glashaus-Museum für Gartenkultur, Schaugärten und gehaltvollem Infotainment von Pflanzen-Forschung bis Floristik zusammen? Genau: bei uns! Grüß Gott auf der Jungviehweide.

Hier gibt es auch immer wieder schöne Beratungsgespräche, eines der besonderen Art findet jetzt und heute mit Gärtnerin Sylvie statt. Wir dürfen mithorchen:

„Grässlich – ein Gärten ohne Gräser! Ich habe mich schlau gemacht, habe jetzt endlich mal diesen Karl Foerster gelesen, sehr anregend muss ich sagen. Ich würde jetzt gerne mehr über Gräser wissen.“
„Ja, da sind Sie hier richtig. Ich habe auch an Sie gedacht und einen Kalenderspruch mitgebracht: Hallo Herr Bernheim, die Sonne scheint heute gülden wie Bernstein – naja, ist eben nur ein Kalenderspruch.“

Beide müssen lachen. Letztes Mal, als Herr Bernheim (Rätsel vom November 2010) kam, der Philosoph und Dichter, kurz Herr ‚Philo’ genannt, hatte Sylvie noch Angst vor dem Gespräch, weil oft etwas kompliziert.

„Ich wäre ja auch gerne von Musikern umgeben, so wie Karl Foerster, er kam auf so wunderbare Vergleiche: Farbtöne in Moll und klare Grundtöne in Dur. Die Pflanzen im Garten waren für ihn wie Instrumente einer Komposition. Wenn ich so durch den Garten gehe…“
„… dann sehen Sie bestimmt überall Harfen und Pauken…“
„…die himmlisch jauchzen… ja, Sie verstehen mich!“
„Nein. Ja doch. Sie haben mich ein wenig angesteckt!“
„Sagen Sie mal, diese Harfen und Pauken, was meint er genau damit?“
„So wie hier drüben zum Beispiel, wenn sich die Gegensätze der Pflanzengestalten wechselseitig steigern, die filigranen Stängel und himmelwärts strebenden Rispen des Grases neben dem wuchtigen Purpurdost, das ist wie Musik, wie Harfen und Pauken in einem Orchester.“
„Ja, fabelhaft. Genau.“
„Der ganze Garten ein Konzert…“

Sylvie stellt weiter Stauden im Verkaufsquartier zusammen, Herr ‚Philo’ schwebt durch die Staudenpflanzungen. Etwas später:

„Wenn ich zuhause auch so eine Symphonie arrangieren möchte, was empfehlen Sie mir? Ich möchte dieses Gras da neben dem Purpurdost in jedem Fall gerne dabei haben.“
„Ja, es hat diese schön überhängende Wuchsform. Wieviel Platz haben Sie denn? Es bräuchte Sonne bis Halbschatten und gerne feuchten Boden.“
„Hm, vielleicht circa 8 Quadratmeter, da wachsen schon Jakobsleiter und die Dreimasterblume.“
„Nicht schlecht, aber das Gras wird sehr üppig und kann einen großen Horst bilden. Eine Idee: haben Sie Rasen daneben?“
„Ja, bestimmt 30 Quadratmeter.“
„Gut, dann könnten Sie das Gras als imposanten Solitär in den Rasen setzen, etwas außerhalb des Beetes, das kann sehr apart wirken.“
„Wie eine Harfe ohne Pauke?“
„Ähm, nein, eher wie ein Schlussakkord, neben dem Beet, also, ich bin kein Musiker, aber es ist wie…
„Vielleicht wie eine Coda – molto grazioso?“
„ 🙂 “

Dazu sagen Stimmen aus dem Off, können wir uns auch nicht genau erklären:

„Ja, vielleicht wie eine Coda. Jedenfalls nur 3 Buchstaben weit entfernt von der Sorte.“
„Was sollen denn die Westgoten damit zu tun haben?“
„Hat Karl Foerster eigentlich Pfeife geraucht?“

Der Züchter des gesuchten Rispenblühers kannte Karl Foerster gut, lebte bis 2007 und hinterließ viele Auslesen von Gräsern und Stauden. Für welche Sorte mit strahlend gelber Herbstfärbung und – für ein Gras – breiten Blättern interessiert sich nun Herr ‚Philo’?

Übrigens: Rätselfreunde finden auf den Seiten der Stiftung Gartenkultur alle zwei Monate ein neues Gartengeräte-Rätsel.

Die Rätselfrage lautet:

Wie heißt die gesuchte "Harfe" im Konzert?

Die Lösungsantwort: