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Oktober-Preisrätsel (2008)

Grüß Gott in Illertissen, auf der Jungviehweide. Nicht nur Rinder gibt es hier, Schafe und Ziegen – nein hier ist auch die Staudengärtnerei Gaissmayer: Grüß Gott bei uns!

Sie, liebe Leser, schauen in den neuen Rätsel-Szenen den Gärtnern über die Schultern. Das liebt man doch, anderen bei der Arbeit zuzuschauen.

Heute sind Gärtnermeister Sebastian und Praktikantin Lilly im Mutterpflanzenquartier zu Gange …

“Wir kümmern uns heute um die da”, sagt Sebastian und deutet auf eine Reihe vertrockneter Blätterreste.
Lilly: “Na, mit denen ist aber nicht mehr viel los; sind ja total verschrumpelt – nicht gerade ein Blickfang!”
“Tja, sie gehen eben früh in Winterruhe. Aber ich mag sie trotzdem. Erst blühen und duften sie so herrlich und dann haben sie diese netten Narrenkappen”.

Lilly gräbt die erste Pflanze aus: “Pohhh – die haben ja irre Wurzeln, richtige Geflechte!”
“Ja, sie sind über der Erde schön, und unter der Erde auch, damit die Würmer auch ihre Freude daran haben”, lacht Sebastian. “Und beim Teilen kommt es vor allem darauf an, dass die Teilstücke ein paar schöne Augen haben. … Pflanze sie nicht zu tief ein! Das ist übrigens auch etwas, was ich den Kunden immer dazu sage …”.

Eine Sorte nach der anderen nehmen die beiden sich vor und Lilly muss ganz schön aufpassen, dass sie nichts durcheinander bringt. So viele Namen!
Lilly fragt sich, warum eigentlich keine Pflanze wie sie heißt. Ihr Name klingt doch auch nicht schlecht. Keiner benennt eine Pflanze nach ihr, der Professor nicht, und auch hier bestimmt niemand. Nur weil sie keine »Comtesse« oder »Baroness« ist. Wie haben die Aristokratinnen damals in Frankreich oder in Russland eigentlich die Pflanzenzüchter kennengelernt? Waren sie besonders pflanzenbegeistert, oder nur hübsch und hatten einen reichen Mann?

Sebastian erzählt: “Nur die officinalis ist im nördlichen Mittelmeerraum beheimatet und schon länger in Europas Gärten bekannt. Mariengemälde aus dem 15. Jahrhundert zeigen sie, ein sehr bekanntes hängt übrigens in Colmar. Die Üppigsten und Edelsten stammen aber von den Arten aus China ab – und die kamen erst Anfang des 19. Jahrhunderts hier zu uns.”
Halblaut sinniert Lilly: “Hm. Kann mir gar nicht vorstellen, dass die nicht schon vorher jemand entdeckt hat? Das wäre doch echt gut gewesen, sich damit bei irgendeinem König einzuschl…”.

“Im Kommen sind jetzt spezielle Hybriden”, sagt der Gärtnermeister nach einiger Zeit, “sündhaft teuer zwar, aber ihren Preis schon wert. Sie bringen die besten Eigenschaften der Strauch- und der Staudenvarianten zusammen und stellen geringere Ansprüche an den Standort. Für viele Gartenliebhaber also ein echter Fortschritt: die Neuen wachsen schön, sind gesund und behalten im Herbst lange ihr Laub”.

Neuzüchtungen! – denkt Lilly, ist das nicht ihre Chance? Soll sie nachfragen?

“Dazu hätt´ ich noch ´ne Frage: Wer benennt eigentlich die neuen Sorten? Ich hätte da nämlich mal einen Namensvorschlag …”
“Glaubst Du, »Praktikantin Lilly« wäre verkaufsfördernd?”, schmunzelt Sebastian, “oder vielleicht … »Nymphe Lilly«”?

“Nym-phe Lill-y, Nym-phe Lill-y …”, hört man den ganzen Tag ihren vergnügt beschwingten Sprech-Singsang …

Sie haben längst erraten, worüber die beiden sich unterhalten?
Oh pardon, so leicht wollen wir es doch nicht machen. Gesucht ist nämlich eine wundervolle Sorte, die nach einer berühmten europäischen Schauspielerin benannt ist.
Anmut und Schönheit dieser Dame sind ihr anzusehen, nicht jedoch die Allüren und Exzentrik mit der die Namenspatronin auch in Übersee aufgetreten ist. Die längst verstorbene »Kameliendame« hatte schon damals viele Liebhaber. Und so ist es geblieben, sie blüht in den Gärten weiter.

Die Rätselfrage lautet:

Worüber unterhalten sich die beiden und welche Sorte suchen wir?

Die Lösungsantwort: