header

Oktober-Preisrätsel (2007)

Müssen wir uns um die Gesundheit unserer ältesten Mitarbeiterin sorgen?
Mit 106 Lebensjahren sehen wir erstmals ein Zeichen von Schwäche, aber dennoch findet sie Mittel und Wege, uns ihr Wissen mitzuteilen und eine anspruchsvolle Rätselfrage zu stellen. Post aus Pfaffenbrunn von

Kräuterfrau Creszenzia Niedernhuber

Sehr geehrter Herr Gaissmayer,

diesmal kann Ihnen meine Urgroßmutter kein Rätsel aufschreiben, sie ist ausnahmsweise nicht so gut beieinander und bettlägerig. Aber weil Sie die Erwartungen ihrer treuen Leserinnen und Leser nicht enttäuschen möchte, hat meine Urgroßmutter mich um ein Interview gebeten. Wahrheitsgemäß schreibe ich hier Fragen und Antworten nieder.

Mit freundlichen Grüßen

Merle Niedernhuber

Anlage: Gesprächsprotokoll

MERLE: Welch seltener Anblick, liebe Urgroßmutter, Du liegst krank darnieder!

CRESZENZIA: Es ist der Magen, liebes Urenkelchen, er reagiert ein wenig verkrampft. Vermutlich erträgt er meine späte Prominenz nicht.

MERLE: Aber Du wirst Dir doch zu helfen wissen.

CRESZENZIA: Sei unbesorgt, mein Kind, was ich anderen verschreibe, sollte mir genauso gut helfen. Ich habe schon einen Heiltee zubereitet, der wird mir sicherlich wieder auf die Beine helfen.

MERLE: Verrätst Du das Kraut?

CRESZENZIA: Natürlich nicht. Es könnte doch erraten werden. Nur so viel: Die Heilpflanze stammt nicht wie so viele aus dem warmen Süden, sondern aus Nordeuropa. Sie kam erst im Laufe der großen Pestepidemien nach Mitteuropa. Den klugen antiken Ärzten war sie unbekannt.

MERLE: Ist das Kraut etwa giftig?

CRESZENZIA: Nein, in ihrer Heimat wird sie sogar als Gemüse und Nascherei genutzt.

MERLE: Erzähl bitte etwa mehr, ich finde sonst die Lösung nicht.

CRESZENZIA: Sollst Du ja auch gar nicht. Meine klugen Leserinnen und Leser sind gefragt. Aber denen will ich noch zwei Tipps geben: In frühen Zeiten wurden aus den Wurzeln Amulette geschnitzt, die vor Pest und Cholera schützen sollten. Auch wenn unsere gemeinsame Vorfahrin Eulalie von Bärenclau noch daran glaubte, so hat die Wissenschaft dies als Schmarrn nachgewiesen. Richtig ist, dass die Pflanze mit dem hübschen weiblichen Namen ätherische Öle und Bitterstoffe enthält. Die wirken magenfreundlich und verdauungsfördernd. Und krampflösend – wie jetzt bei mir.

MERLE: Sag wenigstens, wie die Pflanze aussieht!

CRESZENZIA: Nun, sie kann über zwei Meter hoch werden und trägt grünlich-weiße Blütendolden.

MERLE: Mir scheint, es ist ein ganz und gar unbedenkliches Kraut.

CRESZENZIA: Vorsicht, meine Liebe, auch hier gilt die alte Weisheit: Auf die Dosis kommt es an! Größere Mengen, über einen längeren Zeitraum eingenommen, können in Verbindung mit Sonnenlicht unangenehme Hautreaktionen auslösen. Menschen mit empfindlicher Haut sollten die Pflanze bei Sonnenlicht am besten gar nicht anfassen. Bei Deiner jugendlichen Lust am Sonnenbaden würde ich Dir dieses Mittel also nicht verordnen. Der liebe Gott hat uns ja so viele andere Kräuter geschenkt.

MERLE: Sonst noch Hinweise?

CRESZENZIA: Nein, ich bin jetzt müde. Aber vergiss bitte nicht, meinen Lesern viel Glück beim Raten zu wünschen. Und dass meine guten Wünsche auch vom Krankenbett helfen mögen.

Gelesen, für richtig befunden, freigegeben und Gott befohlen!
gez. Creszenzia Niedernhuber

Die Rätselfrage lautet:

Mit welcher Heilpflanze kuriert Creszenzia Niedernhuber ihren verkrampften Magen?

Die Lösungsantwort: