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Oktober-Preisrätsel (2004)

Der erneut großen Nachfrage wegen: Ein weiteres Heilkräuter-Rätsel aus der Feder einer der ältesten Kräuterheilkundigen im Land:

Kräuterfrau Creszenzia Niedernhuber

Grüß Gott, liebe Leser!

Stellen Sie sich das mal vor: Da steht der Armbruster Gottlieb vor meiner Tür und sagt, er hat etwas von mir im Internet gesehen, sein Sohn, der tatsächlich Ronny heißt, hat es ihm gezeigt. Nun wollte er von mir die Lösung des September-Rätsels wissen. Nix! sag ich da, denk selber nach!

Auch die Lösung des Oktober-Rätsels wird nicht ausgeplaudert! Diesmal habe ich ein Heilkraut mit solchen Wirkungen ausgesucht, dass es ein Rätsel nur für Erwachsene geworden ist. Alle Eltern möchte ich deshalb herzlich bitten, ihre Kinder vom Internet fernzuhalten.

Im Nachbardorf Nonnensteig wohnte die Familie Wildmoser. Jedes Jahr gebar die Wildmoser Josepha ein Kind, doch wenn sie das Neugeborene an ihre Brust legte, wollte die Milch nicht recht fließen. Mein Kraut hat geholfen, Josephas Kinder wurden allesamt rund und gesund.

Einmal erzählte mir die Josepha, dass ihr Mann hundserbärmlich unter seinem Blähbauch litt. Da traf es sich gut, dass ich mein Kraut für den Milchfluss dabei hatte, denn Josepha hatte gerade ihr Siebtes bekommen. „Gib deinem Mann auch etwas davon“, gebot ich der Josepha. Sie kochte eine schmackhafte Suppe mit dem Kraut, was ihren Mann, den Wildmoser Ferdinand, nicht nur von seinen Blähungen erlöste, sondern auch seine ungestüme Fleischeslust zum Erliegen brachte. Natürlich hatte ich diese erfreuliche Nebenwirkung vorausgesehen. So genas Josepha ihres letzten Kindes. Es wurde Benjamin genannt. Der Wildmoser Ferdinand löffelt seither täglich ahnungslos seine Suppe und die Josepha hat eine Ruhe.

Weil ich die beschriebenen Wirkungen mit allerlei Krautwerk erzielen kann, sollte ich noch etwas aufschreiben, damit das Rätsel nicht zu schwer wird. Also verrate ich, dass unser Kraut Blätter hat, die ein wenig an Farn erinnern. An manchen Orten werden auch die Wurzeln gegessen, aber am bekanntesten sind die kleinen Früchte. Von denen wird behauptet, sie seien das älteste Gewürz der Welt.

Aus diesen Früchten lässt sich ein ausgezeichneter Schnaps herstellen, sogar ein Klarer aus dem Norden enthält ziemlich viel davon. Für mich als Kräuterfrau aber sind die Früchte als Heilmittel wichtiger. Ich fülle sie auch in kleine Säckchen, erwärme diese und lege sie auf schmerzende Ohren. Das hilft fast immer.

Alle Leser begleiten wiederum meine guten Wünsche, wenn Sie den Namen des Krautes suchen. Aber achten Sie bitte auf Ihre Kinder!

Gott befohlen!
Ihre Creszenzia Niedernhuber

Fast hätte ich es vergessen: Der Gaissmayer Dieter hat einen elektrischen Brief bekommen, darin schreibt eine Rätselfreundin aus Österreich: "Liebe Frau Niedernhuber – Sie sind einfach wunderbar! – Und liebe Grüsse von meiner Tochter: So ’ne Oma will ich auch haben!!!" – Ganz herzlichen Dank, und grüßen Sie Ihre Tochter schön von mir.

Die Rätselfrage lautet:

Welches Kraut erlöste den Wildmoser Ferdinand nicht nur von seinen Blähungen?

Die Lösungsantwort: