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November-Preisrätsel (2014)

November. November eben. Grüß Gott bei uns auf der Jungviehweide.

Gärtnermeister Sebastian hält beim wöchentlichen Rundgang mit Azubis und Praktikanten diesmal Ausschau nach winterattraktiven Stauden und Kombinationen. Nachher gesellt sich noch Herr Bernheim dazu, auch genannt Herr „Philo“, der Philosoph und Dichter. Alle mögen ihn, er ist so … philosophisch.

„Sebastian, was ist das denn eigentlich, diese Pflanze wuchs auch schon vorne im Kalkbeet. Sie sieht ein wenig aus wie in einem Urzeitfilm.“
„Na, wer weiß etwas dazu? Sie bereitet sich schon auf ihre winterliche Blüte vor und steht wirklich prächtig da.“

„Wieso heißt sie so, ich rieche nichts.“
„Ich hätte sie auch anders genannt. Wenn man Blätter und Stängel reibt, riecht es für mich eindeutig nach Holunder.“
„Hm, naja. Ich find’s nicht so lecker.“
„Wie hättest Du sie denn genannt, Sebastian?“
„Palmblättrige oder Fächerförmige . Und – schaut doch mal – die stufenweisen Übergänge von Laubblättern zu Hochblättern und Blütenblättern, da ist sie ein Paradebeispiel.“
„OK. Wie im Botanikbuch.“
„Schönes Hellgrün haben die Kelch- und Blütenblätter zu den glänzend dunkelgrünen Grundblättern. Echt stylisch.“

„Und die Pflanze blüht im Winter?“
„Ja, sie bereitet sich jetzt darauf vor und blüht dann zum Winterende, wenn es die ersten Insekten gibt. Sie ist eine der frühesten Bienenweiden.“
„Im Februar?“
„Ja, oder Anfang März.“
„Gibt´s da schon Bienen?“
„Nein, aber Hummeln fliegen schon ab 6 Grad, Hummelköniginnen schon ab 2 Grad. Und die Pflanze hat einen Trick zum Anlocken der Hummeln: Forscher haben jetzt herausgefunden, dass Hefekulturen ihren Nektar teilweise zersetzt, so dass in den Blüten eine höhere Temperatur als außen entsteht, bis zu 6 Grad.“
„Hey, ein Dönerladen für Hummeln!“
„Genau. Allerdings ist der Nektar nicht so süß, weil die Hefe schon viel Zucker verbraucht.“
„Also doch nicht so toll.“

„Ach, Herr Bernheim, Grüß Gott. Wir betrachten hier gerade…“
„Ja, danke, ich habe schon mitgehört. Mir fällt zu dieser wundersamen Blüte ein ach so passendes Karl-Foerster-Zitat ein: Zur tiefsten Freude an dem was ist, gehört die Freude an dem, was wird. Hat er nicht recht?

„Das ist wieder ein echter Herr Philo, ich mag ihn!“
„Na, was gibt’s da zu Flüstern? Fabia, sag mir bitte lieber mal zu was sie verwendet wurde.“
„Also, die Pflanze ist giftig. Sehr giftig sogar. Sie reizt die Schleimhäute und man muss niesen, sie reizt Magen und Darm wenn man sie isst, und reizt die Haut bei Berührung, aber ehrlich, sie schaut nicht zum Reinbeissen aus. Eher etwas unheimlich, finde ich.“

„Ja, Du hast einen guten Riecher, Fabia, sie hat wirklich sehr starke Kräfte: Wusstest Du, dass schon die Griechen ihre Giftigkeit kannten? Ein Heerführer soll einmal (wie Pausanias überliefert) die Wasserversorgung der belagerten Stadt Kirrha mit einem Pulver aus dieser Pflanze vergiftet haben. Die Stadt mußte sich daraufhin ergeben.“

Im Garten ist die etwa 50 cm hohe Rätselpflanze eine imposante Erscheinung, gerade im Winter. Die heimsiche Wildstaude kommt in Wäldern und Gebüschen trockenwarmer Standorte vor und ist besonders geschützt.
Wie heißt die Pflanze mit den nickenden Blüten?

Die Rätselfrage lautet:

Wie heißt die Pflanze mit den nickenden Blüten?

Die Lösungsantwort: