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November-Preisrätsel (2010)

Wird es ein kalter Winter? Wer weiß – unser Wetterfrosch ist eingefroren. Genauso wie die Herbstblätter auf den Wasserbottichen, hübsch eigentlich. Bunte Mützen haben jetzt die Gärtner, dichtes Winterfell die Weidetiere auf der Jungviehweide. Oder andersherum? Grüß Gott bei uns.

Noch ist Pflanzzeit für Stauden, also wird im Verkaufsquartier auch umgeräumt: Pflanzen mit schöner Herbstfärbung und solche, für die jetzt Pflanzzeit ist, werden ins Blickfeld geräumt: Gärtnermeister Sebastian arbeitet heute mit Gärtnerin Sylvie zusammen.

"Tolles Herbstrot haben die Blätter hier."
"Stimmt, schön zum Novembergrau. Wir stellen die Kisten alle hierher, Sylvie."
"Achje, Sebastian, da kommt der Herr Philo auf den Parkplatz gefahren."
"Herr Philo?"

"Ja, der Philosoph – und Dichter. Wenn er eine Beratung will, bitte übernimm Du ihn, ja?"
"Nein, wieso? Der will doch nur ein wenig plaudern."
"Ja, aber neulich, das war echt ’ne Überdosis für mich!"
"Sag ihm einfach etwas über die Pflanze, für die er sich interessiert. Das sieht er vielleicht gar nicht, weil er gleich schon an Poesie oder die Ideenlehre von Platon denkt."
"Ja genau. An irgendwas kompliziertes."
"Also zum Beispiel könntest Du zu diesen Pflanzen hier sagen: »sehen Sie, diese jetzt so unscheinbaren Wurzelstöcke und abgewelkten Stängel tragen im Juni die herrlichsten Blüten, wie Sie auf den Abbildungen erkennen können. Daraus werden dann übrigens hier diese aufgeplatzten Balgfrüchte, wir sagen dazu auch Narrenkappen.« Dann wird er feststellen: »ohja, die habe ich ja noch nie gesehen.« Und du dann weiter so etwas wie: »Jetzt ist die beste Pflanzzeit. Überlegen Sie aber gut, wohin Sie sie setzen, sie lieben es nicht, umgepflanzt zu werden, sie wollen in Ruhe gelassen werden.« Dann würde er vielleicht antworten: »Ja, in Ruhe, das ist das größte Glück auf Erden, dann blühen auch die Menschen auf…« oder so was ähnliches."

"Ja, genau, und ich würde dann einfach weiter sprechen: »Sie sind dankbar für einen Standort mit gutem Gartenboden, an dem sie bleiben können. Dann sind sie langlebig, blühen gefüllt oder ungefüllt und werden nicht blühfaul …«, so in etwa."
"Ja. Und er würde rufen: »Oh, wie schön, sie blühen bis ins hohe Alter. Mensch, der Du …«"
"Ja genau, Du kennst ihn aber gut!"
"Da kommt er …"
"Ich muss dann mal weg."
"Wenn er nach dir fragt, rufe ich dich aber!"

"Grüß Gott Herr Bernheim."
"Grüß Gott, welch ein Tag heute, nicht wahr! Ich will ihn gerne vergoldet sehn, ja vergoldet! Sagen Sie mal, Herr Gärtnermeister Sebastian, das letzte Mal hat mich so ein nettes Fräulein beraten, ich bräuchte diesmal …"

Tja, also doch Sylvie!
Was uns betrifft: Über welche Pflanze hat Sebastian mit Sylvie gesprochen? Die Gesuchte ist in ihrer Heimat eine alte Zierpflanze und wurde im 19. Jahrhundert in Europa mit zahlreichen Sorten eingeführt.
Die hier gesuchte Sorte blüht anmutig mit rosa Teint. In manchen Beschreibungen heißt es, sie sei fleischrosa. Daher vielleicht auch der Name, denn die personifizierten weiblichen Naturkräfte der alten Griechen waren ja sicher so gekleidet, wie Gott sie geschaffen hatte. Zumindest stellen wir sie uns so vor. Und scheinbar auch der Züchter anno 1913.
Anders als die meisten Sorten ist sie nicht gefüllt und schmückt sich stattdessen mit einem einfachen bis doppelten Blütenkranz um gelbe Staubgefäße. In den Beschreibungen heißt es zur Blütenform oft banal: »einfach«. Wir finden, dass der zugedachte Sortenname sehr gut die elementare Schönheit dieser Staude aufzeigt. Und sofort denken wir auch an wohltätige Geister, die die ihnen anvertrauten Orte beseelen und auch irgendwie an Vergänglichkeit. Herrliche Themen für Herrn Philo. Und für Sylvie!

Wie heißt nun die fleischrosa Blühende?

Die Rätselfrage lautet:

Wie heißt die fleischrosa Blühende?

Die Lösungsantwort: