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Mai-Preisrätsel (2015)

Der Wonnemonat Mai, eigentlich kommt der Begriff von althochdeutsch 'wunnimanot' für Weidemonat, hat neulich jemand erklärt. Nagut, also, für uns ist der 5. Monat jedenfalls auch unser Wonnen-Monat: Grüß Gott bei uns auf der Jungviehweide!

Im Verkaufslager ist reger Frühjahrsbetrieb. Gärtnerin Susanne berät eine Kundin, die gerne viel erzählt, aber nicht böse ist, wenn sie unterbrochen wird. Thema ist natürlich unsere Rätselpflanze. Unsere Lehrlinge sind heute auf Maschinenlehrgang bei der Deula.

„Grüß Gott, kann ich Ihnen helfen?“
„Grüß Gott.“
„Suchen Sie etwas Bestimmtes?“
„Ja, etwas ganz Bestimmtes. Im Botanischen Garten, am letzten Wochenende habe ich sie gesehen, ganz viele auf einmal. Ich dachte mir, Sie haben die sicher auch, es gab sie in vielen schimmernden Farben …“

Gerade jetzt fährt Jo von der Kommissionierung vorbei, leider hören wir genau jetzt nichts.

„Klar haben wir die, hier vorne bei den Steingartenpflanzen.“
„Ach, im Schaugarten waren sie als Einfassungspflanzen gepflanzt, das sah sehr schön aus, dahinter waren die Höheren gepflanzt, die hatten schon dicke Knospen angesetzt und ich denke mir, vermutlich blühen sie bald und …“
„Ja, was haben Sie denn damit vor?“
„Ich will sie unbedingt in meinem Garten haben, ich finde sie in dieser Jahreszeit wunderbar und ich verstehe gar nicht, dass man sie nicht viel häufiger sieht und …“
„Wissen Sie, die Pflanzen sind am Naturstandort Felssteppenpflanzen. Sie machen sich also gut im Steingarten oder an sonnigen Trockenhängen, das kann ich Ihnen empfehlen.“

Dazu weiß das Pflanzenlexikon: verbreitet von Niederösterreich über Osteuropa bis zum Kaukasus und Sibirien, gedeiht an Felshängen und kalkhaltigen Trockenrasen bis 650 m. Auch Lineés Erstbeschrei­bung nennt diese Aspekte: „Habitat in Austrie, Pannoniae, collibus apricis“, was soviel heißt wie: ihr Habitat sind sonnige Hänge in Österreich und im sog. pannonischen Florenreich.

„Ja, also, dann möchte ich gerne 50 Stück für meine Böschung.“
„Haben Sie denn steinigen Boden? Es ist wirklich wichtig, dass der Boden durchlässig ist, am Besten auch kalkig.“
„Ja, das macht dann mein Mann schon, er ist so ein guter Gärtner, er hat einen grünen Daumen und überhaupt, er braucht Herausforderungen, denn wissen Sie…“
„Wenn ich Ihnen noch einen Rat geben darf?“
„Ja, deswegen bin ich ja hier, sonst müsste ich wieder eine Pflanzanleitung lesen und …“
„Schauen Sie doch bitte erst einmal nach den Farben, die Ihnen gefallen und dann sollten Sie dazwischen noch ein paar Polsterstauden setzen. Nach dem Blühhöhepunkt im April und Mai haben Sie sonst nämlich nur noch die Blätter und manchmal sieht man dann auch die dicken Rhizome an der Oberfläche. Dauerblühende Polsterstauden sind also eine gute Ergänzung.“

„Ja, da haben Sie Recht. Von den Farben her gefällt mir das dunkle Violett und das satte Gelb hier gut, sie erinnern mich so an den ersten Blumenstrauß, den mein Mann mir damals …“
„Das ist sehr schön. Als Verbindung zwischen diesen beiden satten Farben könnten Sie diese Sorte hier noch dazu nehmen, nur ein paar Exemplare. Die anderen Farben wirken dann noch voller.“
„Oh, das ist wunderbar, da wäre ich nicht drauf gekommen. Für sich betrachtet wirkt das grünliche Gelb ja etwas blass. Oder vornehm vielleicht. Oh, der Name ist ja schön, ja die nehmen wir noch dazu. Wissen Sie, da fallen mir Porträts aus den Villen ein, die man dort besichtigen kann, manche hatten vornehme Kleider in dieser Farbe. Ich bin begeistert, mein Garten wird noch schöner! Ich sage meinem Mann …“

Gerade jetzt fährt Jo von der Kommissionierung wieder zurück, leider hören wir wieder nichts.

Eine Züchtung von Eckard Berlin. Er lebte und wirkte im oberschwäbischen Biberach als Landschaftsarchitekt und Züchter – mit dem Schwerpunkt auf Taglilien und Iris. Wie heißt die niedrige, vornehm-gelbe Sorte der selbstbewußten Frühlingsblüherin?

Die Rätselfrage lautet:

Wie heißt die gesuchte Pflanze?

Die Lösungsantwort: