header

Mai-Preisrätsel (2011)

Endlich Mai! Wir haben zwar keine 180 verschiedenen Wörter für Grüntöne, so wie manche Amazonas-Völker, aber wir haben bestimmt auch 180 verschiedene “Grüns”, z.B. Tannengrün, Smaragdgrün, Grasfroschgrün und Chartreuse. Grüß Gott bei uns auf der Jungviehweide!

Heute sind auch mal die viel beschäftigten Kommissionier Hans und Jo, aktuell unterstützt von Lehrling Max, zum gemeinsamen Frühstück da: es ist nämlich ein Geburtstag zu feiern. Es gibt Kuchen und Waldmeistersekt und Gärtnerin Marie wird bejubelt, denn wenn man schon älter wird … Auch die Bürobesetzung feiert mit, das sind Staudengärtnerin Lara und EDV-Crack Jack.

“Na, denn: Alles, alles Gute, Marie”, wünscht Gärtnermeister Sebastian.
“Von uns auch!!”
“Dazu immer genug Kalium und Calcium.”
“Und immer genug Eiswürfel für deine Melissenlimo!” (Insiderwitz, müssen wir nicht verstehen)
“Wie alt bist Du denn so geworden?”

“Der Kuchen ist Superlecker! Von Oma?”
“Großtante. Rat mal, wie viel Eier da drin sind.”

“Jack, mal kurz zu den Stauden: Ihr müsstest mal die A… (plopp, leider geht gerade der Sektkorken hoch) aus dem e-Shop nehmen”, informiert Max, “davon haben wir keine mehr im Quartier vorrätig.”
“Bist Du sicher? Hast Du auch Hans und Jo gefragt? Diese Sorte schaut nämlich ganz anders aus als die übrigen”, fragt Lara nach.
“Oh, habe ich nicht. Wie sieht sie denn aus?”
“Eher wie eine Nessel, die Blätter sind eingeschnitten und weißbunt panaschiert. Auffällig.”
“Doch, so was stand da schon, oh Schande” wird Max immer leiser.
“Ha, da sind wir am Anfang auch drauf reingefallen. Wir haben die Sorte seit 2008, und ich habe sie auch erst falsch eingeordnet”, gesteht Jo. “Sie ist höher und macht keine Ausläufer wie die meisten anderen. Deswegen heißt sie “aufrecht” und nicht “kriechend”.”
“Das ist ja wirklich untypisch.”
“Ja, aber die Blüten sind schon tiefblau, die Blätter quirlständig und sie mag tiefgründigen Boden. Optisch bringt sie mal etwas mehr Aufregung ins Beet.”
“Ja, sie ist sehr extravagant.”
“Ich finde sie typisch japanisch. Halt so eine Züchtung. Nur auffällig.”
“Na, das ist ja sehr naturalistisch gedacht. Eine gute Neuzüchtung hat schon ihre Berechtigung. Durch die schön gezeichneten hellen Blattränder macht sie herrliche Lichtreflexe. Stell sie dir mal zu Hosta vor. Kein Mauerblümchen eben. Eher etwas expressionistisch.”
“Ach so.”
“Sag mal, was wäre denn eine impressionistische Pflanze?”
“Vielleicht Schleierkraut. Rittersporn.”
“Und was wäre sonst noch ex-pressio-nistisch?”
“Für mein Gespür etwa eine Mariendistel oder die rotblättrigen Sedum.
“Nagut. Für mich bleibt sie überzeichnet. Und der Name, was soll denn das?”
“Eine poetische Farbbeschreibung, im Farbton des Edelsteins eben, dazu noch weiße Ränder, wie vom Frost.”
“Auch “gekünstelte Nessel” hätte gepasst, oder “expressionistischer Schnösel”, um Hans zu zitieren.”

“Wisst ihr was, jetzt mal express hoch die Tassen: Alles Gute für Marie.”
“Von uns auch!!”
“Dazu immer genug Kalium und Calcium.”
“Und auch genug Eiswürfel für deine Melissenlimo!”

Die Gesuchte erschien erstmals beim Stand eines britischen Gartencenters bei der Chelsea Flower Show 2004, so das plants-magazine.com. Wir haben sie 3 Jahre bei uns beobachtet und dann als Bereicherung in unser Sortiment aufgenommen.

Welche Rarität für sonnige bis absonnige Standorte ist doch (noch) nicht vergriffen?

Die Rätselfrage lautet:

Wie heißt die gesuchte Pflanze?

Die Lösungsantwort: