header

Mai-Preisrätsel (2009)

Endlich ist es wieder grün auf der Jungviehweide und warm. Esel, Schafe und auch die Rindviehcher finden wieder frische Kräuter. Natürlich finden hier auch die Menschen was sie suchen: frisches Grün, junge Pflanzen, Altbekanntes und Neues, einen guten Kaffee und auch mal einen alten Bekannten: Grüß Gott bei uns!

Im Verkaufsquartier berät heute Gärtnermeister Sebastian.

„Grüß Gott, ich suche etwas für mein Steinbeet“ sagt Frau Weißmichl.
Sebastian: „Ja gerne, ich nehme an, dort ist es trocken und sonnig?“
„Stimmt, es ist ein Sonnenhang“ bestätigt die Kundin.
„Schau’ n Sie doch schon mal unsere Steingartenpflanzen dort drüben durch, ich komme dann gleich zu Ihnen.“

Etwas später: „Ich habe schon etwas gefunden, hier diese tollen Gelben möchte ich auf jeden Fall, die haben ja interessante Blüten.“
„Ja, das sind … (leider fährt gerade jetzt ein Traktor vorbei). Sie wachsen schön kuppelförmig, das macht sich gut in Gruppenpflanzungen. Die Blüten sind übrigens nur Scheinblüten: wenn Sie genau hinsehen entdecken Sie, dass die eigentlichen Blüten ganz unscheinbar sind. Schauen Sie, und außen herum sind die goldgelb gefärbten Hochblätter – die verblassen im Sommer zu vielen verschiedenen Gelb- und Grüntönen“ (daher auch der botanische Artname).
„Oh, das ist ja interessant. Hält die Pflanze auch ganz sicher viel Trockenheit aus?“
„Ja, sie ist auf sonnigen Hügeln zu Hause und verträgt wirklich viel Trockenheit. Deswegen wird sie seit einigen Jahren auch immer mehr auf Verkehrsinseln eingesetzt, die ja selten bewässert werden“.
„Ja, das ist gut. Und was passt dazu? Ich habe gut 10 qm Platz und das Haus ist hellocker verputzt.“
„Sie können dazu Lavendel oder Katzenminze kombinieren, die haben wir hier, Yucca ist auch schön und in jedem Falle einige Gräser – hier zum Beispiel der imposante Atlasschwingel …“.
„Kommt der tatsächlich aus dem Atlas?“ fragt die Kundin neugierig.
„Nun: ursprünglich schon, meines Wissens stammt er aus dem marokkanischen Teil…“
„Und haben Sie noch mehr so spannende Pflanzen? wagt sich Frau Weißmichl vor.
„Also, wenn das Atlasgebirge Ihre Phantasie anregt, könnte ich Ihnen noch etwas über diese goldgelben Pflanzen erzählen …“
Natürlich hat Frau Weißmichl schon längst Feuer gefangen: „Oh ja.“

„Es ist ein weiter Zeitsprung, aber von Plinius dem Älteren wissen wir, dass der mauretanische König eine Pflanze der Gattung … (der Traktor kommt zurück) im Atlasgebirge entdeckte und diese Heilpflanze zu Ehren seines Leibarztes benannte.“
„Aha, das war ja scheinbar ein geistig hochstehender Herrscher.“
„Ja, gibt’s auch. Und diese Pflanze gab später der ganzen Gattung ihren Namen. Die Heilpflanze im Atlas hat als typisches Merkmal auch diesen beißenden Milchsaft, genauso wie Ihr goldgelber Favorit. Er nützt den Pflanzen als Fraßschutz und Wundverschluß. Für uns Menschen ist er hautreizend, tragen Sie also bitte Handschuhe, wenn sie mal zurück geschnitten werden müssen, das reicht“.
„Kommt etwa von dieser Milch auch der deutsche Name?“
„Ja, sie ist schärfer als Chili, aber leider nichts für die Küche.“
„Aber für mein Steingartenbeet ….“

Auf Grund der Überlieferung nach Plinius d. Älteren benannte der berühmte Biologe Carl von Linné 1753 die gesamte Gattung dieser milchsaftführenden Pflanzen nach dem besagten Arzt. Die Gattung hat über 2000 Arten vielfältigster Wuchsformen. Die hier gesuchte Art trägt als Beinamen eine Beschreibung ihrer (sich verändernden Farben) und ist auf sonnigen Hügeln auch in Süddeutschland heimisch.

Wie heißt die goldgelb leuchtende, mitunter „beißende“ Pflanze?

Die Rätselfrage lautet:

Wie heißt die goldgelb leuchtende, mitunter „beißende“ Pflanze?

Die Lösungsantwort: