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Mai-Preisrätsel (2003)

Alliaceae

Warum habe ich mich bloß darauf eingelassen? Einmal in der Woche koche ich für die Kinder das Gericht ihrer Wahl. „Schnitzel!“ haben sie gerufen. Ausgerechnet Schnitzel – wie langweilig. Doch ich werde sie mit einem Kompromiss überlisten…Ich bereite aus dem Schnitzelfleisch kleine pikante Röllchen auf italienische Art, mit phantasievoller Füllung. Jetzt, im April, verwende ich dazu ein frisches Kraut aus meinem Garten.

Vor einigen Jahren, als Feinschmecker dieses alte Zwiebelgewächs neu entdeckten, habe ich mir zwei kleine Pflänzchen besorgt. Die sind inzwischen zu einer stattlichen Fläche herangewachsen und ein Ende ist nicht absehbar. Macht nichts, denn das frische Grün schmückt den noch etwas kargen Frühlingsgarten und das Kraut ist so vorzüglich und so vielseitig, dass es aus meiner Küche nicht mehr wegzudenken ist.

Inzwischen habe ich auch keine Angst mehr, die lanzettlichen Blätter mit dem Laub des Maiglöckchens zu verwechseln, ich vertraue einfach meiner Nase. Ich verwende das Kraut auch dann besonders gerne, wenn ich mit Rücksicht auf meine Mitmenschen Knoblauch meiden muss. Und meine Freunde schwärmen noch heute von dem selbst gemachten Pesto.

Manchmal muss ich ein bisschen aufpassen, dass Opa mir bei der Ernte nicht zuvor kommt. Er liebt dieses Kraut ganz besonders und isst es zum Frühstück. Mit Hüttenkäse und Olivenöl, stellen Sie sich das vor. Es tue ihm gut, sagt er, und der Bluthochdruck sei auch verschwunden.

Schade, dass das alljährliche Gastspiel meines Krautes nur von so kurzer Dauer ist. Schon im Frühsommer zieht es sich vollständig in den Boden zurück. Dann heißt es warten.

Und die gefüllten Röllchen? Involtini heißen sie in Italien, und ich bin ziemlich sicher, dass die Kinder sie mögen werden.

Die Rätselfrage lautet:

Wie heißt die gesuchte Pflanze?

Die Lösungsantwort: