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März-Preisrätsel (2013)

Nur oberflächlich ist’s noch Winter. Eine Ahnung von Neuanfang liegt in der Luft, Frühling will kommen, man spürt es doch. Bitte das Stillstehen und Staunen nicht vergessen wenn die ersten Winterlinge und Krokusse uns zunicken! Grüß Gott bei uns auf der Jungviehweide.

So langsam haben alle Gärtner ihr Winternest verlassen und die letzten Urlauber sind zurückgekehrt. Im großen Folienhaus Moby B schneiden Gärtnermeister Sebastian und die Azubis Stauden zurück, dazu gibt es kurze Unterweisungen.

„Kreuzgegenständig, wechselständig, wirtelig. Hüllblätter, Griffel, Hochblätter. Sebastian, Botanik nervt.“
„Ist nicht schwer, wenn Du mal genau hinschaust.“
„Wieso, steht das dann da plötzlich zum Nachlesen an der Pflanze dran?“
„Beschreib doch mal selber, wie die Blätter aussehen und wie sie am Stängel wachsen.“
„Länglich sind die Blätter.“
„Gut. Lanzettlich kannst du Dir doch dann sicher auch merken, fängt auch mit L an.“
„Nagut, das geht ja noch. Und wie wachsen sie am Stängel? Irgendwie unordentlich.“
„Unordentlich? Das glaub ich nicht.“
„Sabrina, siehst Du mehr?“
„Wechselständig nicht, kreuzgegenständig nicht. Spiralig würde ich sagen.“
„Und die ganzen Stängel sehen aus wie graugrüne Türme. So was kann ich mir merken…“

„Wir schneiden jetzt die abgeblüten Stengel und dürren Teile am Grund heraus, der Rest bleibt. Die Pflanzen sind dann schön herausgeputzt wenn sie bald treiben und blühen.“
„Waren diese Pflanzen nicht auf der Postkarte von Jeremie, die er aus Sizilien geschickt hat? Die hellgrünen Halbkugeln im Vordergrund, vor der alten Steinburg?“
„Glaub schon. Sebastian, kann das sein? Wir brauchen mal einen Gärtnermeister.“
„Es gibt sie im gesamten Mittelmeergebiet. Sie ist übrigens die härteste Sorte in unserem Sortiment, Winterhärtezone 7, also etwa bis -18° winterhart. Trotzdem reicht das bei uns nicht in jedem Winter und für jeden Standort aus, deswegen empfehlen wir sie als Kübelpflanze mit geschütztem Winterquartier. Unser Olivenhochstamm hat sie übrigens als imposante Unterpflanzung, erinnert ihr euch?“

„Warum heißt eigentlich das Gewächshaus ‚Moby B’?“
„Weil die Folientunnel von weitem so wie gestrandete Wale aussehen.“
„Und weil sie hell sind, heißen sie Moby, wie Moby Dick.“
„Meinst Du das hilft den Rätselfreunden irgendwie weiter?“
„Nö, höchstens das W von Wal.“

Vor 10 Jahren gab es das erste Rätsel, das Löffelkraut, ein Würzkraut. Die Rätselpflanze 2013 ist aber im Gegensatz dazu keineswegs essbar.

„Die meisten der vielen Arten, die es weltweit gibt, sind sukkulent. Es gibt internationale Gesellschaften, die sich damit beschäftigen, wie bei den Kakteen. Manche sind Kakteen auch ähnlich. Unsere hier ist eine typisch mediterrane Art, die Trockenheit, aber keine Staunässe verträgt. Dafür gibt’s einen schicken Fachbegriff: Xerophyt. Und, wie viele Mittelmeerpflanzen ist sie wintergrün, was sie so beliebt macht – neben ihrer tollen frühen Blüte.“

„Macht nach Mittag ohne mich weiter. Und bitte, immer mit Handschuhen, ihr wisst ja, woher sie ihren deutschen Namen hat!“
„Klar, weil sie beißt.“

Die Pflanze wurde schon historisch als Heilpflanze bei Hautirritationen genutzt. Bei der Namensgebung hat sich Meister Linné auf einen Arzt bezogen, der um die Zeitenwende für Mauretaniens König praktizierte.

Und interessanterweise wurde die Subspezies (das ist nun die Rätselpflanze) nach einem Jesuitenpater benannt, der lange Zeit in Klagenfurt wirkte, zuvor aber gehofft hatte, von seinem Orden in fremde Erdteile gesandt zu werden. Als der Orden durch Clemens XIV aufgelöst wurde, vertiefte er seine naturwissenschaftlichen und botanischen Forschungen in den Ostalpen bis hin nach Venedig und Triest und stand international in regem Kontakt mit anderen Gelehrten. Wer seine Grabstätte besucht, findet: Gleich groß als Priester, Gelehrter und Mensch, gestorben … 1805. Das klingt sehr eindrucksvoll.

Eindrucksvoll ist auch die gesuchte Rätselpflanze mit den gelben Nektardrüsen.

Die Rätselfrage lautet:

Wie heißt die gesuchte Mittelmeerstaude?

Die Lösungsantwort: