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März-Preisrätsel (2011)

Frühling im Anmarsch? Ja. Endlich. Grüß Gott bei uns auf der Jungviehweide.

Lehrling Susanne, Praktikantin Lilly, Gärtnerin Marie und Sebastian, der Gärtnermeister, machen Frühstückspause. Kaffee, Zeitung lesen, Futtern und Morning-Talk.

"Warum hat denn die eine Sorte, die wir vorhin getopft haben, eigentlich zwei Namen?"
"Nun, Umfragen haben ergeben, dass ein Name für die Damen, in dem Fall 'Karfunkelstein', und ein Name für die Herren, hier konkret 'Xenox', verkaufsfördernd wirken kann."
"Weil Xenox technisch klingt und unverwüstlich?"
"Und Karfunkelstein wertvoll, wie teurer Schmuck, dazu etwas geheimnisvoll?"
"Hm. Sag mal, woher hast du denn eigentlich diese Info?"
"Ähm, also."
"Na?"
"Geklaut?"
"Quatsch, hab ich mir gerade ausgedacht."
"Denk dran, wir kriegen alles raus!"
"Klang aber schon ziemlich schlüssig."
"Wenn du noch so was gesagt hättest wie: "Aus der Herbstumfrage des Instituts für Konsumforschung" hätten wir’s ja geglaubt."
"Hey, so was nehm' ich als Thema für meine Masterarbeit …"
"Jetzt mal echt, warum hat die Pflanze denn zwei Namen? Meister?"
"Tja, das ist so: Beide Sorten sind seit Jahren im Handel und wir haben sie auch schon lange in unserem Mutterpflanzenquartier. Aus unserer Sicht weist sie identische Eigenschaften in Wuchs, Blattfarbe und Blüte auf und wir denken, dass es sich hierbei um ein und dieselbe Sorte handelt. Das wäre ja schließlich nicht das erste Mal, dass so etwas passiert!"
"Wie meinst Du das?"
"Nun, es kann schon auch Vorsatz mit im Spiel sein. Es kann aber auch reiner Zufall sein, dass Entdecker oder Züchter gleiche Ergebnisse erzielen, ohne voneinander zu wissen. Im Falle der beiden Sedum-Sorten gibt es meines Wissens noch keine offizielle Klärung und wird es vielleicht auch niemals geben. Und so verwenden wir beide Namen."

Wen das im Detail interessiert, der kann mal bei der Royal Horticultural Society nachlesen. Dort findet man dazu einige Infos im Zuge der Vergabe der Awards of Garden Merit. Ist aber auf Englisch!" Und um hier mal ganz korrekt zu sein, die Quellenangabe: Christopher Whitehouse: Herbaceous Sedums – Keeper of the RHS Herbarium Wisley, Bulletin Number 20, Dezember 2007.)

"Bei den Dahlien und Georginen vor langer Zeit gab es übrigens ein ähnliches Problem: Hier ging es allerdings um die Einführung der ganzen Gattung. Zuerst wurde die Pflanze aus Samenmaterial im botanischen Garten in Madrid vermehrt und nach einem Botaniker Dahl dann Dahlie genannt. Einige Jahre später wurde sie in Berlin ebenfalls aus Saatgut vermehrt, dort aber Georgine genannt, da man zunächst nichts voneinander wusste. Durchgesetzt hat sich wie ihr wisst der Name Dahlie, also der Ältere."
"Spannend, fast ein Krimistoff."
"Und der Entdecker der Georgine, war der nicht sauer?"
"Vielleicht. Das sind aber einfach die Spielregeln. Das müssen Wissenschaftler sowie Züchter akzeptieren."
"Wer sagt das?"
"Es ist eine relativ alte Konvention. Heute regelt das der ICBN, der Internationale Code der botanischen Nomenklatur. Wieso willst Du das denn so genau wissen?"
"Naja, vielleicht muss ich das mal zitieren, dann sag ich, der ICB-wie-noch-mal-gleich …?"
"Willst Du etwa Pflanzenzüchter werden?"
"Oder Gartenminister?"
"Werd' lieber Glücksminister. Hast Du das gelesen? Im Königreich Bhutan gibt es einen Glücksminister. Der ist zuständig dafür, dass das Staatsziel "Erreichen-des-Glücks" nicht behindert wird."
"Das ist ein gutes Land."
"Wollen wir heute nur labern, oder auch etwas raten?"
"Also gut, noch ein Beispiel für gleichen Inhalt unter verschiedenem Namen, das ist jetzt die Rätselpflanze:
Bei einer beliebten, vielseitig einsetzbaren Beetstaude (und Gattung) gab es viele Jahre zwei identische Sorten auf dem Markt. Da hatten wohl wirklich ein Züchter in den Niederlanden und ein Züchter in Großbritannien aus verschiedenen Elternpflanzen genetisch faktisch identische Pflanzen ausgelesen. Ein robuster, bodendeckender Hingucker und Dauerblüher, herrlich violettblau. Nach langer Diskussion und DNA-Test einigten sich die Lizenzhalter darauf, dass die später angemeldete Sorte vom Markt genommen wird.
Der Handelsname der einen, später eingeführten Sorte ist ein Insekt, der andere ein schöner Frauenname. Hilfreich für die Rätsellösung könnte noch der Züchtercode 'Gerwat' sein, der aber – wie üblich – durch einen verkaufsträchtigeren Handelsnamen ersetzt wurde. Wir haben die blaue Schönheit daher nur noch unter dem Frauennamen im Sortiment."

Raten Sie mit? Welcher Frauenname = vergnügte Biene?

Die Rätselfrage lautet:

Raten Sie mit? Welcher Frauenname = vergnügte Biene?

Die Lösungsantwort: