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März-Preisrätsel (2009)

Illertissen. Alle haben jetzt wirklich genug Schnee gesehen, auch die geduldigen Schafe und Esel hier auf der Jungviehweide, haben sie gesagt (glauben wir). Es schwebt auch schon ab und an ein laues Lüftchen herbei: Grüß Gott bei uns!

Jetzt dreht sich hier alles um die Pflanzenvermehrung. Gärtnermeister Sebastian hat Lehrling Max und Praktikantin Lilly ins Mutterpflanzenquartier geschickt, um die Beete aufzuräumen.

„Schnee, Schnee, Schnee, Winter ade …“, Lilly will den Schnee wegsingen.
„Ich hab auch genug vom Winter. Übrigens: schön dass Du wieder da bist“, sagt Max, ganz Kavalier.
„Ja. – Beete aufräumen klingt schon etwas nach Frühling, oder?“
„Stängel abschneiden und altes Laub wegräumen, das ist gut. Machen wir Platz für die jungen Triebe! Aber viel zu sehen ist hier ja noch nicht…“
„Guck mal, da hinten stehen Nieswurze. Waren sie nicht im letzten Rätsel* gesucht? Die sind ja wirklich hübsch.“
„Hey Lilly, sieh mal, hier sprießt auch schon etwas: jede Menge braungrüne Keime – wie kleine Kegel. Weißt Du, was das ist? Buschwindröschen sind es nicht.“
„Ach nee, Max, das sagst Du immer.“
„Na, irgendwie muss man sich ja vortasten“, redet sich Max heraus.
„Gesehen hab ich die schon mal. Gibt’s hier kein Schild mehr?“

Später fragen Max und Lilly den Meister nach den kleinen braun-grünen Kegeln.
„Schaut doch mal im Lexikon nach. Lilly, lies Max vor, er sollte das eigentlich wissen. Ein Tipp von mir: sie läuten den Frühling ein“, hilft Sebastian.
Lilly: „… Frühlingsblüher … in allen Pflanzenteilen giftig … gehören zu den Liliengewächsen. Familie der Mäusedorn-…, jaa ich hab’ richtig gelesen, zu den Mäuse-dorn-gewächsen.“
Max: „A-ha.“
Lilly weiter: „… lieben lichte Laubwälder, sind in Europa und Asien heimisch … und … ihr süßer Duft lockt potentielle Bestäuber an … porzellanartige Glöckchen. Na Max?“
„Wenn Du in Frankreich vergisst, Sie deiner Geliebten zum 1. Mai zu schenken, dann hängt der Haussegen schief“, weiß Sebastian. „Wegen Ihres Duftes sind sie sehr beliebt für Brautsträuße, für Liebeserklärungen und als Glücksbringer auch hier in Deutschland. Es gibt eine kleine Stadt, heute gehört sie zu Polen, die sich bis zum Krieg auf die Treiberei spezialisiert hat, nur den Namen weiß ich nicht mehr…“
„Hast Du schon mal so ein Sträußchen verschenkt?“, forscht Lilly nach.
„Du musst nicht immer alles wissen“, so Sebastian.
„Schade, mich würde natürlich auch noch interessieren, was es mit den Mäu-se-dorn-gewächsen auf sich hat.“
„Ein tolles Wort, stimmt. Ich erzähl euch später mehr, wenn wir die Pflanzen teilen. Holt schon mal Werkzeug und Töpfe“.

„Gibt’s die eigentlich auch in kariert?“
„Nein, aber mit rosa Blüten. Oder mit schicken weißen Streifen auf den Blättern“, trumpft Max auf.
„Also doch fast kariert …“, freut sich Lilly.

„Nichts für die große Glocke“, tuschelt Sebastian, „aber: die kultiviere ich in meinem Garten seit Jahren für die Sträußchen zum 1. Mai.“
„Ohhh, wie schön, bestimmt für deine Liebste?“

Max will noch wissen, wieviele Pflanzen sich aus einer Mutterpflanze vermehren lassen. Nur wo fängt eine Pflanze an, die aus einem Geflecht an Rhizomen wächst?

Die bescheiden wirkende, zarte Pflanze ist auf ihr zusagenden Standorten sehr wüchsig und selbstbewußt. Auch hat sie viele Poeten inspiriert. Nach Heinrich Heine soll ihr Duft „das Eis des Winters und der Herzen“ brechen. Sehr schön dichtet Hoffmann von Fallersleben:

– – – ruft zum Frühlingsfest
und läutet bim bam bum
… …
Nun hält’s auch mich nicht mehr zu Haus
– – – ruft auch mich
Die Blümelein geh’n zum Tanz hinaus
Zum Tanze geh auch ich

* Anmerkung: Helleborus foetidus

Die Rätselfrage lautet:

Wie heißt die gesuchte Pflanze?

Die Lösungsantwort: