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Juni-Preisrätsel (2015)

Schon ist es Juni. Das Gras wächst hoch auf der Jungviehweide, und die Kälbchen stehen bei ihren Müttern, gibt es auch den Esel noch? Hoch wachsen auch die Stauden im Mutter­pflanzen­quartier, die Gräser, Taglilien, die Indianernesseln und Silberrauten und duften. Grüß Gott bei uns!

Nicht dass Sie denken, wir machen immer solche Mittagspausen und bilden uns permanent fort, das würde nur Gärtnermeister Sebastian gefallen! Nun, die Lehrlinge haben Sebastian beim Wort genommen, er erkenne sie, die gesuchte Pflanze, aus allen Sorten heraus, nur am Duft! Nun testen Maxi, Fabia, Tobi und Joana zusammen mit Henrike des Gärtnermeisters Geruchssinn. EDV-Jack kann nur staunen.

„Das ist die Marokkanische Minze, eindeutig, sie hat diese rauchige Note…“
„Ok Sebastian, das war der Einstieg, hier kommt die nächste.“
„Riecht nach Spearmint. Warte, ja, ich denke es ist die Spearmint-Minze, sie ist gut geeignet für ein Mint-Sorbet.“
„Gut, jetzt, Achtung!“

„Uuh, die ist wirklich gut zu erkennen, schnuppert doch selber mal, fast schon stechend, zu scharf für Tee oder Soße, aber gut für Minzesirup.“
„Mal sehn, was noch so an Rezepten zusammen kommt, Sebastian, wir sammeln alles!“
„Gibt’s doch schon, die Sammlung. Kennst Du nicht unseren Minze-Katalog?“
„Doch, klar, den hab ich immer dabei.“
„Und ich hab ihn auswendig gelernt, Kostprobe?“

„Ja, Max, ja.“

„Schon Walahfrid Strabo erwähnte im 9. Jahrhundert in seinem berühmten Lehrgedicht Hortulus, dass wer alle Kräfte, Arten und Namen der Minzen vollständig aufzählen kann, ebenso gut auch sagen könnte, wie viele Fische im Roten Meer schwimmen oder wie viele Funken der Ätna auswirft.“

„Bravo.“

„Noch mehr?“
„Sebastian kennt aber doch alle Sorten, was soll denn das mit den Fischen und den Funken?“
„Naja, ich kenne alle Sorten, die wir hier vegetativ vermehren. Aber in der Natur können sich unendlich viele Kreuzungen ergeben. Schau mal …“
„Nicht ablenken, Sebastian, ist sie das hier?“
„Nein, das ist die Bachminze. Dazu übrigens, fällt mir der gegrillte Hecht ein, oh, herrlich, er wird mit Minze-Zitronen-Butter bestrichen.“

Milde und scharfe Minzen, Ingwer-Minze, Schokominze, Lavendelminze werden erschnuppert, Gummibärchenminze war ein Neubenennungsvorschlag, Minze-Eis das Lieblingsrezept der Lehrlinge. Sebastians Lieblingsspeise ist und bleibt – der gegrillte Minzehecht.

„Oh, das riecht jetzt etwas seifig, bestimmt weil der Duft vorher so stark war, seltsam.“
„Ja, das ist sie, eine sehr sanfte Minze mit leicht zitroniger Note.“
„Ich hätt‘ s ja nicht geglaubt. Wie kann man das so genau riechen, für mich duften sie alle ziemlich gleich.“
„Na, für mich sind auch alle Deine Kabel und Tastenkürzel ziemlich gleich, Jack.“
„Nun, diese Minze haben wir neulich erst umbenannt, sie ist in Duft und Erscheinungsbild der besonders in Frankreich beliebten, namensgebenden Teepflanze sehr ähnlich.“
„Und wie hieß sie zuvor?“
„Sie war nach einem großen, botanischen bekannten Blindengarten in der Nähe von Dresden benannt, von dort haben wir sie auch erhalten, ursprünglich stammt sie aber wohl aus Bulgarien und hat ein ureigenes Aroma, nach dem sie nun benannt ist.“
„Interessant, dieser Blindengarten, weißt Du mehr darüber?“

„Ja, einmal war ich dort, es ist großartig, das zu erleben. Noch mehr als sonst ist der Garten auf Duft ausgelegt, es gibt etwa eine Duftlaube mit Blauregen, ein Minzegärtchen und diese schönen, unterschiedlichen Bodenmaterialien, woran man sich orientieren kann, wenn man nichts sieht, die Pelargonien- und Kameliensammlung und …“

Welche zierliche Minze hat Sebastian an ihrem Duft erkannt? Wir haben den deutschen Namen hier nochmal geschüttelt, die Zitronenminze ist es nämlich nicht:

V E M I V E Z E I N E R N

Die Rätselfrage lautet:

Welche zierliche Minze wird gesucht?

Die Lösungsantwort: