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Juni-Preisrätsel (2014)

Wo ist es denn im Juni am Schönsten? Beim Phlox? Bei den Taglilien? Im Museum? Im Cafe? Grüß Gott bei uns auf der Jungviehweide.

Die Lehrlinge sind ausgelassen, Max hat seine Prüfung mit Auszeichnung bestanden. Natürlich geht das lernen weiter: Gärtnermeister Sebastian, die Lehrlinge und eine Praktikantin sind zu einer Unterweisung im Mutterpflanzenquartier. Wir lauschen den Gesprächen…

„Na, Du Spezialist!“
„Max, gratuliere zu Deinem guten Ergebnis.“
„Danke, paßt schon. Nachher gibt’s Brezln und Weißbier.“
„Hat Max schon erzählt? Er hat mit seinem Wissen zu Erdmischungen Extrapunkte gemacht.“
„Heyhey, Max!“
„Bravo!“
„Herr Max, Sie sind Spezialist für Erdmischungen? Haben Sie noch einen Interviewtermin in der 44. Kalenderwoche frei…“

„Oh, gibt' s den auch in Gelb? Ich kenne bislang nur den Weißen und Rosafarbenen.“
„Ja, es gibt weltweit über 300 Arten.“
„Erzähl doch mal, Sebastian, bitte.“
„Erst will ich wissen, was Euch dazu einfällt. Tobi? Sabrina? Fabia?“
„Ein hübscher Aufheller für Schattengärten. Gedeiht auf durchlässigem, kalkigem Boden.“
„Ist mit Erdrauch und Tränendem Herz verwandt.“
„Ja, und hat auch ganz ähnliche Blätter, sehr filigran, fast wie ein Farn.“
„Er sät sich gerne selber aus und bildet dann schöne, fast bodendeckende Bestände. Er läßt sich aber auch leicht eindämmen, wenn' s zuviel wird, so wie letztes Jahr drüben im Waldgarten.“
„Gut. Was noch?“
„Hm.“
„Auf dem Etikett steht: Sonne bis Halbschatten. 3,60 € , blüht von Mai bis Oktober.“
„Echt so lang?“
„Ja, das macht ihn so wertvoll als Gartenpflanze. Und es gibt noch einiges zur Ökologie zu berichten, ganz interessant, das mal zu hören.“

„Spezialist ist er auch. Aber ein Standortspezialist. In der Ökologie heißt das, er ist an extreme Standorte angepaßt und wächst z.B. gerne in Treppenritzen und Trockenmauern wenn sie eher schattig sind, sich also im Sommer nicht zu sehr erhitzen und somit nicht austrocknen. Das kann sehr schön aussehen, wie z.B. in Memmingen an der Kirchenmauer. Ihr habt das bestimmt schon mal gesehen.
Er hat sich von den Steinschuttfluren der Süd- und Zentralalpen weiter verbreitet und nutzt einen ausbreitungsökologischen Trick: die glänzend-schwarzen Samen sind mit einem sogenannten Elaiosom versehen, einem fettig-zuckrigen Anhängsel – für Ameisen ein Leckerbissen, den sie gerne mitnehmen. Da die Ameisen zum Nestbau auch Erde in Mauerfugen tragen, entstehen dort passende Lebensräume für die Pflanze und die Ameisen tragen fürs Leckerli zur Verbreitung dieser Staude bei. Erstaunlich, oder?“

„Ja.“
„Apropos Leckerli. Wann gibt die Brezln?“
„Zum Weißbier.“

Wikipedia weiß dazu noch:
Der Name (unserer Rätselpflanze) bezieht sich auf die gespornten Zehen der Haubenlerche, einem Singvogel, der heute auf der roten Liste steht und früher viel häufiger war. Sie ähneln nämlich der Blütenform: das obere Kronblatt bildet einen Sporn. Die Pflanze ist auch eine alte Heilpflanze mit beruhigender bis hypnotischer Wirkung, die heute nicht mehr verwendet wird.

Und zum Schluss:

Bei den Recherchen zu diesem Rätsel ist die Stadt Luzern positiv aufgefallen, die zum Schutz von Natursteinmauern und Mauerpflanzen besondere Maßnahmen ergreift und sehr gute Informationen ins Netz gestellt hat.

Die Rätselfrage lautet:

Wie heißt die gesuchte Pflanze?

Die Lösungsantwort: