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Juni-Preisrätsel (2010)

Schönster Sommer, mal hat der Regengott die Oberhand, mal der Sonnengott: Grüß Gott bei uns auf der Jungviehweide und willkommen.

Gärtnermeister Sebastian ist heute im Verkaufsquartier, wir lauschen einem Kundengespräch. Ein Herr schaut etwas suchend um sich, er wollte anonym bleiben, deswegen verraten wir den Namen nicht.

"Grüß Gott, kann ich Ihnen helfen?"
"Ja, das wäre gut. Ich suche ein Geschenk für meine Frau."
"Ja, gerne."
"Sie liest viel über Pflanzen und hat mal etwas erzählt von Blumen, die ich nicht kannte, die immer wieder viele, neue Blüten tragen. Man kann die Blüten essen und kochen, irgendwas mit Entenragout weiß ich noch und etwas von Clusius, diesem Gelehrten …"
"Ihre Frau meinte vielleicht diese hier: die Blüten sind essbar, nur viele Gartenfreunde in Europa wissen das gar nicht. In China, von wo übrigens viele Arten stammen, werden sie eigens für die Küche angebaut."
"Und gekocht?"
"Also, man kann die Knospen andünsten und die Blüten roh essen, im Salat zum Beispiel."
"Und wie schmecken sie?" (denn ich muss sie dann ja vielleicht auch essen …)
"Etwas süßlich-pfeffrig, ein wenig wie Zuckerschoten."
"Aha (das wäre ja ok). Und gedünstet?"
"Zum Entenragout? Auch gut, man schmort sie dazu nur kurz mit."
"Mich würde aber schon interessieren, wo denn nun die Blüten sind."

"Also, die meisten blühen erst ab Juni, legen demnächst dann los – es gibt aber auch frühere Sorten."
"Und in welcher Farbe?"
"Farben gibt es viele. Hier haben wir eine Schautafel. Was mag denn Ihre Frau?"
"Hm. Weiß nicht, sagen Sie doch mal."
"Tja, wo sollen sie denn gepflanzt werden? Der Standort sollte sonnig und nicht zu trocken sein. Für manche Arten ist auch ein Teichrand ideal."
"Dann kommen sie wohl zwischen unsere Terrasse und den Teich."
"Haben Sie denn Platz für zwei verschiedene? Eine frühere Sorte und eine spätere, dann blüht es bei Ihnen von Mai bis August …"
"Ja, das ist gut. Sagen Sie mir doch bitte was zu den Sorten!"
"Fangen wir mal mit den Wildarten an, die früher blühen: wir haben hier eine hellgelbe Nachtblühende. Oder diese hier, die auch sehr gut schmeckt, blüht rostorange bis goldfischbraun. In Japan, von wo sie herkommt, ist sie eine Delikatesse. Und hier eine gelbe Sorte mit herrlich blumig-frischem Duft, blüht schon ab Mai."
"Das ist ja schwierig, ich möchte in jedem Fall eine Frühblühende essbare, aber auch noch eine Nachtblühende."
"Dann nehmen Sie doch erstmal die "flava", also eine gelbe, das ist eine Tagschönheit. Übrigens eine Art, die in Südeuropa heimisch ist und die Clusius, den Sie vorhin erwähnten, schon im 16. Jahrhundert kannte. Eine Nachtschönheit hätten wir zum Beispiel hier …"

"Warum haben die denn hier so viele englische Namen …"
"Nun, wissen Sie, hier haben wir die Hybriden, meist neuere Arten, in den USA gezüchtet. Die ersten Züchter dieser Pflanzen waren eigentlich Europäer, zunächst Engländer, später auch Italiener, das war vor dem ersten Weltkrieg. Durch die beiden Kriege hat Europa aber kurz gesagt den Anschluss verpasst, die Pflanze wurde hier nicht so bekannt und die Züchtung verlagerte sich in die Vereinigten Staaten."
"Interessant."
"Wie gefällt Ihnen diese Nachtblühende mit dem auffälligen dunkelrot-violetten Auge über grünem Schlund? Sie blüht bis in den August hinein. Auch eine Züchtung aus den USA, von 1992, daher der englische Sortenname."
"Schön! Die nehme ich noch dazu."
"Wenn Sie möchten, kopiere ich Ihnen gerne noch einen Rezept-Tipp zum Entenragout…"
"Das würde mich aber auch interessieren…", meldet sich Frau Thalhammer zu Wort, eine Kundin, die schon einige Zeit interessiert mitgehört hatte.

Noch etwas zu der Pflanzen-Gattung aus unserem druckfrischen Katalog über Historische Stauden:

"Einige Arten wurden in China bereits in sehr alter Zeit als Zier- sowie als Heil- und Würzpflanzen in Gärten kultiviert. Das "Nur-einen-Tag-lang-Blühen" … wurde von chinesischen Dichtern vielfach besungen. Sie galt als des Vergessens Blume, die auch Liebesschmerz bald "verwelken" lasse." Krausch 2003

Für’s Rätsel suchen wir die Sorte (!) mit dem dunkelrot-violetten Auge über grünem Schlund.

Die Rätselfrage lautet:

Wir suchen die Sorte (!) mit dem dunkelrot-violetten Auge über grünem Schlund!

Die Lösungsantwort: