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Juli-Preisrätsel (2015)

Sommer, Sonne, Sonnenhut. Longdrinks, laue Nächte. Gewitter, Glühwürmchen und Himbeer-bowle. Hängematte und nervende Mücken, all das fällt uns zum Sommer ein. Der Geruch des gemähten Grases, Urlaubspläne. Alles schön, auch bei uns. Grüß Gott auf der Jungviehweide!

Sabrina, eine unserer Auszubildenden, wird heute verfolgt von einer Pflanze, die ihr gleich mehrfach begegnet: unsere Rätselpflanze. Gärtnermeister Sebastian, Azubi Maxi und Gärtnerin Susanne kontern und helfen mit, die unterschiedlichen Seiten dieser Pflanze zu betrachten.

„Wer will diese Pflanze denn haben? Blüht wie eine Kartoffel, nur violett und ist richtig giftig!?“
„Naja, es gibt doch viele giftige Pflanzen, die Beeren der Kartoffel sind auch giftig.“
„Gut, aber so unersetzlich toll sieht sie auch wieder nicht aus.“
„Nun, sie ist eine heimische Uferpflanze. Und sie kann klettern. Es ist sehr schön, wenn sie in angrenzende Gehölze klettert, sehr typisch für unsere Auen – und Ufervegetation.“
„Ok, aber sie ist giftig.“
„Du beißt doch auch nicht in ein Efeublatt, oder?“
„Nein natürlich nicht. Echt witzig übrigens.“

„Die riecht ja nach Mäusen, huch, kann das sein?“
„Wir sollen einfach nur die Beeren ernten, zum Aussäen natürlich, nicht zum Essen.“
„Genau, das ist sie doch wieder, die Giftige, oder?“
„Jetzt siehst Du mal, wie prächtig sie dasteht. Ja, sie ist giftig, aber auch eine Heilpflanze.“
„Sicher?“
„Ja, frag Sebastian.“
„Für was denn oder gegen was hilft sie.“
„Frag doch bitte Sebastian, weißt schon, mein Spezialgebiet ist das nicht. Kenn mich dafür mit …“

„Sebastian, diese Mäuseduft-Pflanze mit giftigen Beeren, was kann die eigentlich als Heilpflanze?“
„Oh, sie kann so Einiges, es ist erstaunlich. Die enthaltenen Alkaloide und Saponine, die eigentlich als Fraßschutz gegen Tiere (und Menschen) dienen, schmecken erst süß, dann bitter und wirken berauschend. Das ist schon lange bekannt und spielte auch bei der Namensgebung eine Rolle.“
„Also eine Rauschbeere?“
„So könnte sie heißen, ja, aber man hatte vor allem die schmerzstillende und damit tröstende Wirkung gesehen: sie hat cortisonähnliche, aber auch entzündungshemmende Wirkung und wird medizinisch bei Hautekzemen und Rheuma eingesetzt. Und vielem Anderen, was sich aus der adstringierenden Wirkung ergibt.“
„Ja, das ist wirklich erstaunlich.“
„Interessant ist auch noch die mystische Bedeutung und was aus der Volksmedizin bekannt ist.“
„Ja, erzähl doch mal, diese Sachen hör auch ich gerne!“

„Ok. Also: unter die Matratze gelegt, hilft das Kraut gegen Schlafwandeln und Alpträume.“
„Hat mein Opa.“
„Siehste, schon mal eine Pflanze bestellen!“
„Angeblich fand die Pflanze auch Verwendung um bösen Zauber abzuwenden, man legte sie den Babies in die Wiege.“
„Aber sie ist doch giftig.“
„Sabrina, hallo, bleib mal locker.“
„Auch interessant: sie war Bestandteil der Hexensalbe und auch ein Liebesmittel. Sagt man.“
„Siehste, noch eine Pflanze bestellen!“

Bei uns klettert die Pflanze mit dem üppigen Laubwerk und der aparten Blüte bis zu 2 m hoch in Zäune und Bäume. Und apart ist sie: violette Blütenblätter und leuchtend gelbe Staubblätter. Auffällig sind auch die eiförmigen kleinen Beeren, leuchtend rot, sehen sehr kleinen Tomaten nicht ganz unähnlich – das ist hinterhältig, denn sie sind ja giftig.
Bei unseren gefiederten Freunden, denen sie offensichtlich nicht schaden, sind sie sehr beliebt.

„Diese Pflanze ist mir unheimlich. Allein schon der Name mit den U´s und A´s.“

„Stimmt, klingt schon etwas gefährlich, genauso wie der Name der Familie: Nacht- Schatten-Gewächs, lass Dir das mal auf der Zunge zergehen, Nacht-Schatten-Gewächs.“

Gesucht ist eine heimische, aber weniger bekannte Verwandte von Tollkirsche, Kartoffel und Tomate.

Die Rätselfrage lautet:

Welches Nachtschattengewächs suchen wir?

Die Lösungsantwort: