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Juli-Preisrätsel (2014)

Juli ist Sommerzeit, Biergartenzeit, Sommerkino, Schwimmbad, Cocktails to go. Natürlich auch herrliche Gartenzeit, Grillen, Träumen. Mal bei Gaissmayer vorbeischauen? Grüß Gott bei uns…

Gärtnermeister Sebastian, Lehrlinge Sabrina, Tobi und Fabia und auch Schülerpraktikant Jacki sind im Verkaufsquartier und sortieren Pflanzen neu: duftende und aromatische Pflanzen kommen jetzt nach vorne. Wir lauschen dem Gespräch, außerdem mischen 3 Lexika und Wikipedia mit.

„Sag mal, wer braucht denn diese Pflanze hier, die wächst doch sowieso in jedem Garten?“
„Soll Sebastian erklären.“

„Gestern zum Beispiel hat jemand mehrere davon für ein Schulgartenprojekt bestellt, eine Neuanlage, da ist es schon ganz nützlich, wenn man’s einfach bestellen und pflanzen kann.“
„Ok, ist also eine Nutzpflanze?“
„Eine Heilpflanze. Sie ist giftig, das heißt, Du mußt wissen, welche Dosierung welche Wirkung hat.“
„Verstehe.“
„Außerdem, es gibt Leute, die schwören auf den Saft als Warzenmittel.“
„Hast Du Warzen?“
„Hilft auch bei Hühneraugen. Brich mal vorsichtig ein Blatt ab.“
„Dieser orange Saft hilft?“
„Sagt man, und dann ist meistens auch etwas dran, stimmt’s Sebastian.“

Interessant ist, dass die Pflanze schon lange als Heilpflanze geschätzt wird. So schreibt etwa Odo von Meung gegen Ende des 11. Jahrhunderts in Frankreich in sein Kräuterbuch Macer floridus, das im mitteleuropäischen Raum ein Standardwerk der Kräuterheilkunde wurde:
„…bereitet man aus den …Blättern, zerstoßen und gestampft, mit Wein ein Pflaster, soll es die Male auf der Haut beseitigen.“ Gemeint sind Warzen und Hühneraugen. Es wurde auch zum Schärfen der Augen und gegen Leberleiden empfohlen.

Wikipedia weiß noch mehr:
Es gibt ein Pflanzenportät, gemalt von Albrecht Dürer, 1526. Ein Dankeschön, denn er litt unter Malaria, Milzbeschwerden und Leberschwellung und das von seinem Arzt verordnete Heilkraut hatte geholfen.

Heute wird die Pflanze in der medizinischen Heilkunde auch eingesetzt, teilweise krampflösend, z.B. in Magen-Darm-Tees, zum Teil wird ihre Wirkungsweise jedoch auch kritisch eingeschätzt.

„Wirksam sind jedenfalls verschiedene Alkaloide. Und wegen dieses Alkaloidgehaltes wird sie zu den Giftpflanzen gezählt. Nur explizit Kräuterkundige dürfen sie also anwenden!“

Lexikon weiß noch:
Gustav Hegi, ein Schweizer Botaniker – also bitte richtig betonen
J – leitet den Name vom griechischen Wort (χελιδών) für Schwalbe ab und bezieht sich darauf, dass das Kraut beim Eintreffen der Schwalben zu blühen beginnt. Auch spannend, ein Namenssynonym verrät, dass Alchimisten aus der Wurzel Gold herzustellen versuchten.

„Ich mag die Pflanze, sie erinnert mich an den Garten meiner Oma, sie wuchs dort in der Ecke beim alten Wohnwagen, wo wir unser Lager hatten.“

„Ich mag Lakritze mit Kokosrand.“
„Und ich mag Marshmallows. In allen Farben.“
„Und die Ameisen …“
„Ach, schon wieder die Ameisen, Lexikon sei ruhig, wir wissen was ein Elaiosom ist.“
„Wollte ja nur sagen, dass hier auch wieder …“
„Ja, danke.“

Also, nicht alle wissen das, so wie unsere vorbildlichen Lehrlinge: das fettig-zuckrige Anhängsel am Samenkorn ist für Ameisen ein echtes Leckerli. Sie schleppen die „Beute“ in Ihren Bau und tragen so zur Verbreitung der üppig versamenden Pflanze bei – ein ausbreitungsökologischer Trick. Wie schon bei unserer letzten Rätselpflanze, dem Lerchensporn.

Die gelb blühende, heimische Wildstaude, ein Mohngewächs, findet sich gerne in der Nähe menschlicher Wohnstätten, liebt lichten Schatten und stickstoffreiche Standorte. Wir suchen die historische, gefüllte Form, die bis in den September blüht.

Die Rätselfrage lautet:

Wie heißt die gesuchte Pflanze?

Die Lösungsantwort: