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Juli-Preisrätsel (2013)

Früher hieß er Heuet, der Heumonat. Er soll warm und duftig sein, unser wärmster Monat der nördlichen Hemisphäre. Und es duftet wirklich „…die Düfte des Gartens fielen über ihn her, deutlich und klar konturiert wie die farbigen Ränder eines Regenbogens.“ (Patrick Süsskind, Parfüm).

Unsere Wege führen uns heute von der Jungviehweide nach Zentral- und Südfrankreich und weiter nach Südamerika: Grüß Gott bei uns.

Alle Azubis und Monatspraktikant Moritz haben sich um Gärtnermeister Sebastian versammelt, um einiges über Teekräuter zu erfahren. Wir lauschen eine Zeitlang…

„Mir fällt Minze ein.“
„Mir auch: Apfelminze oder die süße Limonen-Minze.“
„Thüringer Minze.“
„Marokkanische Minze.“
„Gut. Wir kultivieren über 50 Minzesorten. Was gibt’s denn außer der Mentha noch?“
„Man kann ja aus fast allem Tee machen.“
„Manche machen das auch, Wald- und Wiesentee, brrr, muss ja nicht sein.“
„Denkt doch mal an die Tee-Bar neulich, beim “Duft des Sommers”, die Mädels aus dem 3. Lehrjahr hatten coole Sommergetränke zusammengestellt.“

„Da gab’s doch Lavendeltee, fand ich erstaunlich gut.“
„Und dieses Kraut, das die Franzosen immer trinken. Wie hieß das gleich wieder?“
„Das Zitronige?“
„Ja, sie trinken das Tag und Nacht, weil’s angeblich schlank und schön macht.“
„Stimmt das, Sebastian?“
„Nun, schmeckt ja auch. Die Pflanze soll stoffwechselfördernd wirken, ausgleichend und beruhigend. Gerade als kalter Tee ist sie im Sommer beliebt, natürlich am leckersten aus den frischen Blättern.“
„Der Name klingt viel netter als in Deutsch, das klingt so kratzig und unsexy.“
„Ich war mal in Frankreich, im Zentralmassiv, Le Puy, da kann ich mich an ein Eis erinnern, das ich nie wieder irgendwo bekommen habe. Vielleicht war das auch dieses Aroma?“
„Dort gibt es jedenfalls einen Kräuterlikör, der nach ihr benannt ist. Und ein Eis aus diesem leckeren grünen Zeug stell ich mir toll vor. Das wäre mal was zum Ausprobieren…“
„z.B. für das 2. Lehrjahr?“
„Ok, ich bin dabei!“

„Sebastian, wie kommt eigentlich der Geschmack aus der Pflanze in den Tee? Und überhaupt, was ist denn das, was ein Aroma ausmacht?“
„Schade Moritz, dass Du neulich nicht bei unserem “Duft des Sommers” warst. Wir hatten einen Destillateur da und einen Chemiker, die haben die flüchtigen Substanzen, die duftenden Pflanzeninhaltsstoffe, destilliert, ein Erlebnis! Ergebnis ist jedenfalls ein ätherisches Öl.“
„Mit Labordestillen und einer richtigen Kupferdestille, wie im Film, das war toll.“
„Und: Sabrina, Fabia, Henrike, wie funktioniert das mit dem Aroma beim Tee?“
„Also, ich erinnere mich, dass das Aufkochen oder Überbrühen diese Öldrüsen bei den aromatischen Pflanzen aufplatzen läßt. Dann geht das Aroma in die Flüssigkeit.“
„Gut!“
„Schaut mal, habe ich neulich bei der Aromaausstellung abgelichtet, irre, oder? Wie man die kleinen Ölbehälter im Elektromikroskop erkennen kann.“
„Schaut irgendwie abgefahren aus, so groß und doch so klein.“

Das Eisenkrautgewächs, in seiner Heimat ein Strauch von 2 bis 4m, ist in unseren Breiten wesentlich kleiner und nur im Weinbauklima winterhart. Sonst kann die hübsche Kübelpflanze im kühlen Treppenhaus oder der Garage überwintern. Und das lohnt sich in jedem Falle auch für Fans der Thai-Küche, nämlich als Ersatz für Zitronengras oder Blätter der Kaffirlimette.

Außerdem: Kam Ende des 18. Jahrhunderts nach Europa und wurde für die Parfümherstellung um Grasse, Nizza und bis in die Auvergne und ins Velay angebaut. Auch die Seifensieder in der Provence und in Marseille waren wild darauf. Vive la France!

Die Blätter welcher Pflanze bereichern Sorbets und Drinks, aber auch Fisch, Hühnchen und Pilzgerichte?

Die Rätselfrage lautet:

Welche "typisch französische" Aromapflanze suchen wir?

Die Lösungsantwort: