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Juli-Preisrätsel (2012)

Es riecht süß nach Sonne und Blumen, der Biergarten am Abend wartet auf uns, es wogt in Rot, Lachs und Rosé und es gibt mehr Autokennzeichen auf der Jungviehweide als wir  kennen, wo ist denn zum Beispiel PM? Grüß Gott bei uns!

Die Lehrlinge Max, Tobias und Joana haben sich gerade im Mutterpflanzen-Quartier versammelt und warten auf die wöchentliche Unterweisung. Gärtnermeister Sebastian kommt dazu und stellt Bine als neue Praktikantin vor.

"So, langsam wird’s ja Ernst, Max. Wann sind Deine Prüfungen genau?"
"Demnächst."

"Bist Du dann endlich ein richtiger Gärtner?"
"Ja was denn sonst?"

"Ich habe heute Bine mitgebracht, sie hilft uns für zwei Monate als Praktikantin. Sie war zum Praktikum im auch schon im 'Park der Gärten', da könnt ihr mal testen, was sie so weiß. Bine, das sind…"

"Max, was fällt Dir zum 'Park der Gärten' denn so ein? Tobias?"
"Müssen wir nicht wissen, so was."

"Also gut: ihr stimmt Euch bitte alle zusammen ab: zu dieser Staude hier möchte ich in einer Stunde eine perfekte Pflanzenbeschreibung und Kulturanleitung haben, dazu Hinweise wie es zur Einstufung in die Preisgruppe "Grün" kommt, also Eure Einschätzung zum Produktionsaufwand, das müsst ihr nämlich wissen."
"Ja, genau, und mehr nicht."
"Wenn ihr gut sein wollt, solltet Ihr mehr wissen, zum Beispiel etwas zum Sortennamen oder zum Züchter. Das sind Zusatzinfos. Aber ihr dürft natürlich auch mittelmäßig sein."

"Sebastian, bitte deutlich sprechen zum Mitschnitt. Mein Phone läuft jetzt!"

"Der Züchter war ein großartiger Mensch, ich hab ihn selber mehrfach in seiner Staudengärtnerei im Norden besucht. Nächstes Jahr hätte er seinen 100. Geburtstag feiern können. Wir wollen sein züchterisches Werk 2013 in unseren Aktivitäten aufgreifen und hervorheben.
Er war Schüler seines großen Vorbildes in Bornim und später selber ein bedeutender Staudengärtner. Das Salvia-nemorosa-Sortiment war ein Schwerpunkt seiner Arbeit und genauso ist eine neue Generation dieses Korbblütlers hier entstanden durch Erweiterung der Farbpalette und Züchtung standfester, nicht wuchernder Sorten.
Übrigens ging es auch darum, die Verfärbung beim Verblühen so auszulesen, dass schöne Farbabstufungen entstehen und nicht einfach nur ein Immer-brauner-Werden, das macht ja nichts her und man muss ständig hinter den abgeblühten Blütenständen her sein."
"So was kann man auslesen?"
"Ja, man braucht eben den berühmten Züchter-Blick. Und den Ehrgeiz, mehr zu wollen als das, was man unbedingt muss."
"Hm."
"Was zu beweisen war."

"Der Züchter kannte nun natürlich auch die anderen ambitionierten Gartengestalter und Künstler, die sich in Bornim zusammenfanden. Der Sortenname für seine Auslese mit dem silbergrauen Laub erinnert an eine ebenfalls interessante Person aus diesem Kreis:
Anfangs im Bornimer Büro als Gartenbautechniker und später zusammen mit Hermann Mattern für Gartenschauen und Siedlungsplanungen aktiv, hat der selbständige Gartenarchitekt dann weiter für die ega in Erfurt geplant und an der Rekonstruktion der Freundschaftsinsel (und Weiterführung der Ideen von Hermann Mattern nach dessen Tod 1971) mitgewirkt."
"Uff. Wie kannst Du Dir so was alles merken?"
"Schaut doch mal auf Eurem Phone nach einem Bild von ihm, dann wird’s anschaulich."

"… achso, der Name wird mit 'ck' geschrieben…"

Gesucht: die Staude von kompakten Wuchs blüht kräftig rot und hellt beim Verblühen zu einem cremegelb auf. Ursprünglich eine Wiesenpflanze, passen daher Gräser sehr schön dazu, auch Schleierkraut und Montbretien oder Katzenminze. Wie heißt die Hybride?

Die Rätselfrage lautet:

Welche Sorte einer beliebten Wiesenpflanze wurde nach dem bekannten Gartenarchitekten benannt?

Die Lösungsantwort: