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Juli-Preisrätsel (2011)

Im Juli hat jeder seine Lieblingspflanze, ich habe zwei. Und Sie?

Grüß Gott bei uns auf der Jungviehweide.

Praktikantin Lilly war schon bei vielen Rätseln mit dabei. Heute hat sie ihre Feuertaufe: das erste Mal Verkaufsgespräche. Gärtnermeister Sebastian ist in der Nähe, für alle Fälle. Lilly weiß gut Bescheid, insbesondere wenn es um Pflanzennachbarn geht. Manchmal gibt es aber doch noch Lücken bei der Pflanzenkultur, so wie jetzt bei Kundin Rittmeyer.

"Sebastian? Die Kundin hier hat eine Spezialfrage zu deinen Monatsfavoriten, es geht um die Hybriden."

"Grüß Gott, Herr Gärtnermeister. Ich brauche einen kräftigen Juliblüher im Vorgarten, den die Schnecken verschonen."
"Na, da sind Sie hier schon richtig."
"Ich hatte schon mal diese Sorte da, aber -"
"Aber? Sie ist Ihnen eingegangen?"
"Ja, leider."
"Vielleicht war es im Winter etwas zu nass? Sie ist recht empfindlich gegen Winternässe, also wenn sich im Untergrund Nässe staut."
"Hm, das kann schon sein. Ich bin nicht gerade die erfahrenste Gärtnerin."
"Nun, da wären die älteren Sorten hier nebenan auch weniger empfindlich als die neueren Hydriden. Sie blühen wunderbar, auch in aufregend neuen Farben, aber brauchen dafür eine Extraportion Aufmerksamkeit. In diesem Falle für die Bodenvorbereitung."
"Mit welcher Sorte, meinen sie, soll ich es noch mal probieren, die Blüte gefällt mir nämlich sehr."
"Sie haben am Standort Sonne und einen nährstoffreichen Boden?"
"Ja, schon."
"Wissen Sie, in ihrer ursprünglichen Heimat in Nordamerika wachsen diese Stauden in guten Prärieböden, der Untergrund ist durchlässig. Das muss möglichst gut imitiert werden. Suchen Sie sich hier einfach eine Sorte in diesem Abschnitt aus und probieren’ s noch mal. Bereiten Sie den Boden gut vor, genug Schotter unten ins Pflanzloch, da kann Ihnen vielleicht auch jemand helfen."
"Gute Idee, mein netter Nachbar vielleicht."
"So, und was Pflanzennachbarn betrifft, hilft Ihnen gerne die junge Dame wieder weiter. Lilly!"
"Danke Sebastian." Und zu Frau Rittmeyer: "Brauchen Sie denn noch eine Unterpflanzung? Die hohen Blütenstängel könnten eine Unterlage ganz gut vertragen, denn die Grundblätter der Pflanze selber sind nicht so wirklich üppig."
"Was schlagen Sie denn vor?"
"Storchschnabel im passenden Farbton? Der blüht auch lange und ausdauernd."
"Darf ich mal welche sehen?"

Nachher:
"Lilly, noch etwas zu vorhin: Die Igelköpfe – Du weißt schon, sie heißen so wegen der stachlig aussehenden Röhrenblüten in der Mitte – gab es zunächst in den Wildformen und wenigen Arten und Auslesen in rosa, hellrosa und weiß. Darunter sind sehr schöne und wüchsige, die schon 40 oder 50 Jahre alt sind, schau mal hier. Oder dort drüben die bekannte Heilpflanze."
"Ja, schön und elegant."
"Als sich dann im Botanischen Garten Chicago vor etwa 10 Jahren zwei Wildarten kreuzten – darunter eine gelbblütige, war dies der Beginn einer unheimlichen Dynamik in der Sortenzucht. Es wurden Farbtöne auch in Apricot und Orange möglich. Außerdem war es erklärtes Zuchtziel, die oft leicht herunter hängenden Blütenblätter straff waagrecht hinzubekommen. Hat auch funktioniert, es gibt wunderbare Hybriden. Aber sie brauchen allesamt eher einen geschützten Winterstandort, einen grünen Daumen oder man setzt sie in den Kübel und stellt sie im nassen Winter an einen trockeneren Ort."
"Ich glaube für Frau Rittmeyer ist eine robustere Sorte besser."
"Super war übrigens dein Tipp mit den Storchschnäbeln dazu. Weiter so!"

Gesucht: eine gut wüchsige Sorte mit kräftig rosa Blüte und von "blauem Blut".

Die Rätselfrage lautet:

Wie heißt die gesuchte Pflanze?

Die Lösungsantwort: