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Januar-Preisrätsel (2013)

Man sieht den eigenen Atem. Weiß ist Januars Lieblingsfarbe. Weiß ist erhebend und majestätisch. Grüß Gott bei uns auf der Jungviehweide.

Gärtnermeister Sebastian und die Azubis vermehren Stauden, natürlich was sonst, heute über eine besondere Methode. Welche Pflanze das ist? Sebastian erklärt ausführlich, denn im Januar ist gut Zeit zum Erklären. Klare Luft, klare Gedanken. Weiß.

„Säen geht nicht.“
„Wieso, wär’ doch viel leichter“.
„Na, im ersten Lehrjahr dachte ich das auch.“
„Also, warum nicht, die Pflanze bildet doch Samen, hab sie schon gesehen.“
„Max?“
„Zu einfach, frag Tobi.“
„Tobi?“
„Also ehrlich, das ist zu einfach.“
„Nagut, ich sag’s Euch: weil’s Hybriden sind. Wir wollen ja identischen Nachwuchs, bei so eindrucksvollen Sorten sicher nachvollziehbar. Also vermehren wir vegetativ und machen diese Rhizomschnittlinge. Hierbei könnt ihr euch wirklich viel Staudengärtnerwissen aneignen.“
„Ja, zum Beispiel, dass scharfe Messer besser schneiden.“
„Und Etikettenstifte bei Frost nichts taugen.“
„Ja, ganz anders als die Pflanze hier, die steht sogar bei strenger Kälte gut da.“
„Standfest und tugendhaft, hoho.“
„Eine Pflanze aus den Gebirgswäldern. So wie ich.“
„Durchgefroren, aber aufrecht. Fast so wie ich. Durchgefroren meine ich“
„Stimmt, ganz durchgefroren sind die Blätter, aber fest. Und wenn sie auftauen, werden sie dann nicht schlapp?“
„Nein, sonst hieße sie ja Schlappnase, Angsthase oder so was.“
„Angsthase auf italienisch oder ist das Latein?“
„Fabia und Sabrina, die Rhizomstücke sollen ungefähr 5cm lang sein, so, wir drücken sie in den feuchten Sand, dann treiben sie aus den schlafenden Augen hier, seht ihr, nach und nach neue Pflanzen aus.“

„Diese werden dann pikiert und später getopft. Bis zum Herbst sind sie so groß, dass wir sie verkaufen können. Gärtnern ist doch genial!“
„Max, sehr gut. Jetzt ab mit den Kisten ins Anzuchthaus. Und zeig doch bitte Fabia und Sabrina unseren Bestand im Quartier, aufgrund ihrer Rhizome bilden sie nämlich schön dichte Bestände aus. Bodendecker und Beetvordergrund. Und achtet mal auf die Pflanzennachbarn. Bis gleich.“

„Die Blattunterseiten sind ja herrlich rot. Und oben sind sie sogar im Winter noch grünlich, naja rötlich-grün. Sehr schick find’ ich das. Hat fast was von einem Wappen oder Banner, ein wenig Theaterkostüm auch.“
„Blattschmuckstaude sagen wir da. Sie wird so langsam bekannter und z.B. auch in Kies- und Steingärten eingesetzt, sie wirken tatsächlich sehr gut neben Steinen.“
„Und die Blätter glänzen, sehr schön.“

Das Lexikon ist durcheinander gekommen, aber gut, dass es auch mal was dazu sagt:
„Die erste Aufführung war 1804, bei Graf von Lobkowicz.“

„Conrad Moench hat die Staude benannt nach einem Botanikprof aus Frankfurt, Oder?“

Und Wikipedia weiß auch noch was:
„In England hat die Staude einen Spitznamen, weil die ledrigen Blätter, reibt man sie mit den Händen, sich so anhören wie quiekende Ferkel, ulkig, nichtwahr.“

Wir suchen eine Züchtung von Ernst Pagels, die die hervorragenden Eigenschaften der Pflanze schon durch die Namensgebung eindrucksvoll wiedergibt.

Übrigens: Rätselfreunde finden auf den Seiten der Stiftung Gartenkultur alle zwei Monate ein neues Gartengeräte-Rätsel.

Die Rätselfrage lautet:

Wie heißt die gesuchte Pagels-Züchtung?

Die Lösungsantwort: