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Januar-Preisrätsel (2012)

Frost herrscht bei uns auf der Jungviehweide. Wo sind denn die Weidetiere? Im Stall. Und wo sind die Gärtner? Im Kalthaus, Büro oder irgendwo dazwischen. Die anderen halten "Winterschlaf". Haben die es nun gut oder nicht? Wir haben’s gut, denn wir sind hier: Alles Gute im Neuen Jahr!

Im Winter ist Zeit für ausführliche Unterweisungen, das sind Lernstunden für die angehenden Gärtner. Im Vesperraum haben sich die Lehrlinge Max und Tobias, Praktikantin Lilly und der neue Lehrling Joana um Gärtnermeister Sebastian versammelt. Und wir dürfen lauschen. Diesmal ist die Rätselpflanze wirklich rätselhaft.

"…in der Natur brauchen sie etwa 9 Monate Entwicklungszeit, bis zur neuen Pflanze."
"Hey Joana, gleich lernst Du was über Bienen und Blumen, echt sexy."
"Nein, genau nicht, Max!"
"Nicht sexy? Oder keine Bienen und Blumen?"
"Max, dann bist DU jetzt dran!"
"Also, diese Pflanzen haben die Menschen lange Zeit verwirrt, weil sie keine Samen oder Keimlinge machen, wie andere, was man ja schon seit Linné weiß. Man dachte dann, dass es bei diesen Pflanzen nicht mit rechten Dingen zugeht und sie wurden lange für Zauberpflanzen gehalten."
"Gut Max, ich staune."

"Dann weiß ich noch, dass die meisten im Schatten wachsen und es eher feucht mögen, ganz anders als ich übrigens. Und außerdem, Achtung ich zitiere (Max wählt aus einem der Bücher eine zufällige Passage): …kein Mensch kann an diesem Pflanzenreich rätselvoller Schönheit und grüner Rhythmik in seinem Garten vorbeileben, ohne dass eine Lücke in seinem Naturgefühl und Gartenerlebnis klafft. Oh, ja genau!"
"Viel hab ich nicht verstanden."
"Das macht nichts, ein Zitat von Karl Foerster ist manchmal so."
"Karl Foerster hat Pflanzen wirklich geliebt. Und Liebe, naja, manche texten dann eben so etwas schwülstig. Würde ich heute anders schreiben."
"Ach ja, wie denn?"
"Jahrmillionen alt, kommen ohne Bienen prima aus. Kleine grüne Gewächse fabrizieren dann wieder richtige Pflanzen. Must have für Gärten am Wald."
"Naja, fürs erste Lehrjahr…"
"Hey Lilly, willst Du das nicht vertonen, komm mach einen Hit draus!"
"Jedenfalls hat Karl Foerster diese Pflanzen beschrieben, gartentauglich gemacht und gezüchtet."
"Und ist er reich geworden?"

"Jetzt schreibt euch bitte mal etwas zur Kultur auf: Vermehrung ist möglich über…", Sebastian diktiert Kulturanweisungen.

"Ach, Meister, was haben denn die Leute nun über die Pflanzen geglaubt und wer hat das Geheimnis dann gelüftet?"
"Da man die Samen nicht sehen konnte, weil es keine gibt, gab es kultige Anweisungen wie etwa in der Johannisnacht seine Kleider unter der Pflanze auszubreiten und nackt bis Mitternacht zu warten. Wenn dann die "Samen" auf die Kleider fallen, würden sie den Besitzer schützen, ihm unsichtbare Schätze zeigen und solche Sachen. Ein Buchhändler hat dann mit viel Geduld herausgefunden, dass diese braunen Punkte an der Blattunterseite Fortpflanzungsbehälter sind."
"Fortpflanzungsbehälter, auch nicht schlecht, hihi."
"Seine Geduld und Beobachtungen haben sich gelohnt, denn er hat später sogar einen Lehrstuhl an der Uni Heidelberg bekommen."
"Jetzt mal was Praktisches, wieso sind die Pflanzen denn nun so ziemlich unbekannt? Sie sind doch echt easy zu kultivieren?"
"Sie werden ja immer bekannter. Gute Gartengestalter verwenden sie für Schattengärten. Vielleicht  gibt es nur noch nicht die richtigen Liebesgedichte dazu."
"Hey, wir schreiben Dir jetzt mal ein App."

Unsere wintergrüne, filigrane Rätselpflanze ist Mitglied dieser früher rätselhaften Pflanzenklasse und in der Volksmedizin schon lange als Wurmmittel bekannt. Nun, wir suchen die unverwüstliche heimische Art, deren Sori mit flachem Schleier ausgestattet sind. Botanik ist doch zu schön!

"Ganz alt, grünes Fossil,
Jahrmillionen, so viel,
hast ’nen Doppelnamen
verdienst ’nen Bilderrahmen."

Die Rätselfrage lautet:

Wie heißt die gesuchte Pflanze?

Die Lösungsantwort: