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Januar-Preisrätsel (2011)

Weiß. Weißer. Weißer geht’s nicht mehr. Alles weiß. Würde jemand sagen, die Erde sei eine Scheibe und es gäbe nur noch Winter und Schnee, wer weiß, mancher würde es glauben. Eine Zeit lang. Wir Gärtner wissen es natürlich besser: Die Erde ist ein großer Garten. Grüß Gott bei uns auf der Jungviehweide.

“Los, Schneeschieben. Der Miniradlader ist in den Graben gerutscht und fällt erstmal aus.”
“Wir knobeln, o.k.?”
“Nein, ich brauche alle, jetzt!”

Ein paar Impressionen aus der Gärtnerei. Einige Gärtnerinnen und Gärtner haben Urlaub. Gärtnermeister Sebastian ist mit den Lehrlingen Max, Tobias und Praktikantin Lilly zu Gange.

“Ich seh’ etwas, was Du nicht siehst.”
“Ich seh’ weiß.”
“Ich auch. Ich weiß aber auch, was drunter ist.”
“Potzblitz, du Hellseher, Stauden!”
“Manche gucken sogar noch raus. Wie kahle Gerippe.”
“Hey, Lilly, heute so melancholisch? Mach mal Dampf beim Schneeschieben, dann gibt’s mehr Muckis. Gerippe? Wie Trockensträuße, find’ ich seh’n sie aus, nur eben im Freien.”
“Ja, ja, letzens hab’ ich sogar noch welche abgeschnitten und beiseite gelegt, für eine Floristin, die immer ganz heiß drauf ist.
“Worauf denn?”
“Diese Staude ganz hinten bei den Bäumen, mit den schönen Samenständen, den silbernen Sternchen.”
“Schöne Samenstände hat ja die Iris sibirica, aber das sind keine Sternchen.”
“Stimmt, die ist außerdem Staude des Monats und das wäre ja viel zu leicht.”
“Stimmt. 1:0.”
“Nicht aufgeben, Tobi.”
“Die silbrigen Samenstände sind ganz genau genommen die alten Blütenböden und Kelchblätter. Die bilden die vielen kleinen Sterne. Süß.”
“Weiß nicht. Ich stell mich mal dumm: Weihnachtssterne?”
“Weihnachtsterne – die wachsen auf den Azoren!”
“Da wäre ich jetzt gern, so wie Moni und Sven.”
“Ach was, wir haben hier doch das beste Training gegen Winterlangeweile: Schneeschieben macht fit. Und Pflanzen raten, Stecklinge machen und abends Glühwein trinken …”

“Hab ich die Pflanze jetzt eigentlich schon geraten?”
“Nein, aber es ist eine Diva.”
“Diva? Deine Tipps kenn’ ich. Ist das wieder ein Wortspiel oder wirklich eine etwas anstrengende Pflanze?”
“Nur ein Wortspiel. Sie ist gar nicht zickig und auch nicht verwöhnt: Sie verträgt sogar gut Wurzeldruck, blüht reich und naja – auch anmutig. Deswegen ist sie unter Bäumen und Sträuchern eine echte Bereicherung. Das merken übrigens so langsam immer mehr Leute, denn an sich ist die Pflanze ja nicht so auffallend sensationell.”
“Außer jetzt im Winter bei Schnee.”
“Diva, Diva?”
“Ist das diese diva-im-cactus?”
“Hey, ja! Das ist gar nicht schlecht. Aber ob das unseren Rätselfans hilft?”
“Vielleicht eher die Bedeutung des Artnamens, wenn man ihn richtig weiß: sperrig, bedeutet er. Weil die Pflanze, obwohl sie horstig wächst, auch immer etwas lückig und drahtig wirkt, aber nur aus der Nähe. Ich finde ihr Gesamtwuchs ist schön als Unterwuchs für einen Gehölzrand. Und in der Staudensichtung, ja, da hat sie auch ziemlich gut abgeschnitten.”
“Diva im Cactus. Ha, klasse.”
“Wir bekommen jetzt auch gute Sichtungsergebnisse für Schneeräumen, Ausdauer, Standing, Muckis …”

Noch eine Information aus unserem Historischen Staudenkatalog:
“Mid-1700s. Something of a rarity, even in the eighteenth century. It had a spell of considerable popularity in Regency gardens, and was then forgotten until revived (with every justification) by Robinson and Jekyll, for both the wild garden and the flower border.”
Stuart/Sutherland 1989

Welche Asteraceae macht auch im Winter eine gute Figur?

Die Rätselfrage lautet:

Welche Asteraceae macht auch im Winter eine gute Figur?

Die Lösungsantwort: