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Januar-Preisrätsel (2010)

Grüß Gott bei uns im Neuen Jahr: Auf der Jungviehweide ist es winterlich weiß und eisig.

Heute arbeiten alle gerne im Kalthaus, draußen ist es noch kälter. Die Lehrlinge Max (im 3. Lehrjahr) und Tobias (im 1. Lehrjahr) sind mit Säen beschäftigt während Sebastian mit Reparaturen am Gewächshaus zu schaffen hat.

"Brrrrrrr, arktisch kalt."
"Echt frisch heute, schau mal, wenn ich atme, schneit’s gleich…"

"Jetzt schon säen?", wundert sich Tobias.
"Naja, was wir hier aussäen, sind Kaltkeimer, besonders coole Gewächse", erklärt Max nachvollziehbar.
"Max??"
"Es gibt Pflanzen, die brauchen eben erst einen Kältekick bevor sie keimen können. Häufig sind das Gebirgspflanzen oder so, wirklich. Oder solche, die ursprünglich aus Gebirgen stammen, wie diese Art."
"Aha. Ich kenne die nicht, wie sehen sie denn aus?"
"Ähm, also, weiß nicht so genau. Ich erinnere mich meist erst im Herbst wieder an sie, dann haben sie so kleine helle Fruchtschoten, ganz hübsch. Die Mädels finden sie immer toll für ihre Trockensträuße und ihre Dekosachen."
"Und duften sie?"
"Frage mich doch lieber mal, was sie kosten und in welche Töpfe man sie setzt, so was weiß ich eher. Tja, duften sie? Hey, Sebastian, duften sie?"
Gärtnermeister Sebastian: "Ja, sehr angenehm süß sogar!"

"Wir füllen jetzt die Saatschalen zu zwei Dritteln mit unserem Bio-Jungpflanzensubstrat, drücken die Erde mit dem Brettchen leicht an und säen gleichmäßig aus", erklärt Max dem neuen Lehrling, "das zeig ich Dir gleich noch genau".
"Schöne braune Samen sind das."
"Abgedeckt wird das Ganze mit Lava-Grus, fertig. Tobias, schreibst Du bitte die Etiketten! Mit Datum, versteht sich!"

Max und Tobias laden Saatschalen auf den Wagen, um sie ins Freie zu bringen, da kommt Sebastian.

"Ach, Sebastian, wie war das noch mal mit den Kaltkeimern, ich weiß nicht mehr alles darüber?"
"Soso! Sie warten in der Erde eine bestimmte Zahl an Kältetagen ab, bevor sie keimen. Das ist je nach Pflanze verschieden und hat natürlich auch einen Sinn: Es ist ein Schutz vor zu frühem Keimen. Meist sind es Gebirgspflanzen, die dieses geniale System entwickelt haben, etwa die Küchenschelle oder der Eisenhut, die kennt ihr vielleicht?" Sebastian schaut dabei Max und Tobias an. "Max zumindest!"
"Sag mal Sebastian, woran merkt denn die Pflanze das? Ist ja doch eigentlich erst ein Samenkorn. Wie zählt denn ein Samenkorn kalte Tage?" Tobias schaut sehr ungläubig.
"Ja, das meine ich mit genial: Eine keimauslösende Säure im Samenkorn wird chemisch erst aktiv, wenn sie ihre Anzahl an Kältetagen, z. B. 30, 40 oder 60, hinter sich hat. Natürlich braucht die Pflanze dann auch noch eine bestimmte Tageslänge und Keimtemperatur, sie würde nicht bei Minustemperaturen keimen", erklärt Sebastian.
"Wie jetzt nun aber diese Säuren heißen, das wissen die Lehrlinge im dritten Lehrjahr…", lacht der Gärtnermeister, der natürlich genau weiß, dass das absolutes Spezialistenwissen ist.
"Los, Tobias, Handschuhe an und raus", flüchtet Max.

Die Lehrlinge bringen Saatschalen ins Freiland.

"Wirklich Max, wir lassen die jetzt hier draußen stehen?"
"Ja, logo, sind doch alles Kaltkeimer! Wir schützen sie also nicht vor Kälte oder Schnee, sondern nur vor den Vögeln, die meiden diese Netze und Schattiergewebe. Sonst würden sie die Saatschalen nach Samen durchpicken.

"Wie lange stehen sie hier?"
"Bis Frühjahr. Wenn sie anfangen zu keimen, holen wir sie ins Kalthaus."
"Und wann sind diese Pflanzen dann groß?"
"Viele davon sind im Herbst verkaufsbereit."
"Und? Max Pfennigfuchs, was werden sie kosten?"
"Also, wenn ich die ganze Kälte hier, Frostbeulen, Handschuhverschleiß und den heißen Tee mit einberechne, ich kalkuliere da etwas anders als der Meister, komme aber zum selben Ergebnis, haha, dann sind es 4,50 €, also unsere Preisgruppe weiss."
"Bravo, Max."

Noch ein paar Hinweise:
Der deutsche Name der Pflanze ist durchaus poetisch, eine Namensvariante bezieht sich sogar auf ein Geldstück, das würde Max gefallen.
Besonders auffällig sind die pergamentartigen ca. 5-8 cm langen Schoten, die in Gärten wie in der Natur – die Pflanze ist auch bei uns in Mittelgebirgen heimisch – besonders in der kalten Jahreszeit auffallen.
Für naturnahe Gärten empfiehlt sie sich für Gehölzränder, wo ihre blaßvioletten Blüten schöne kleine Akzente setzen und auch herrlich duften.
Obwohl es auch ein- bis zweijährige Arten mit z. T. sehr farbenfrohen, auch purpurfarbenen Sorten gibt, suchen wir natürlich die mehrjährige Art, also die, die "immer weiterlebt".

Die Rätselfrage lautet:

Welche Staude haben die beiden Lehrlinge ausgesät?

Die Lösungsantwort: