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Januar-Preisrätsel (2009)

Winter ist’s in Illertissen. Auf der Jungviehweide ist alles mächtig eingeschneit – aber die Staudengärtnerei Gaissmayer ist noch zu sehen. Es beginnt ein neues Jahr: Grüß Gott bei uns und Alles Gute für 2009!

Was machen die Gärtner eigentlich bei diesem Winterwetter? Wahrscheinlich denken Sie, Tee trinken und Pläne schmieden. Tja, weit gefehlt: Gärtnermeister Sebastian und Lehrling Max haben heute harte Arbeit vor sich. Immerhin wird ihnen warm dabei. Danach gibt’s dann aber wirklich Tee.

„Hey Max, hol doch schon mal das Werkzeug: 2 mal Spaten, Axt und Messer“, ordert Sebastian.
„Was hast Du denn vor, klingt nach Kampfsport?“
„Wart’s ab. Wir brauchen natürlich noch die Mutterpflanzen; die sind im Kalthaus und warten auf uns“.
„Jaja“, meint Max, „welche sind es denn, das ganze Kalthaus ist voll – alle warten auf uns.“
„Eigentlich könntest Du das selber rausbekommen; wozu brauchen wir wohl die Axt?“

Max mustert im Kalthaus die ausgegrabenen Mutterpflanzen-Ballen. Gar nicht so einfach, alle zu erkennen, weil die meisten natürlich stark zurück geschnitten sind.

„Ha, die hier! Na logo, diese Wurzeln kriegen wir sonst nicht auseinander … “.
Sebastian erklärt: „Wegen der großen Nachfrage nehmen wir ausnahmsweise auch von unseren großen Schaupflanzen dazu. Die sind leider etwas störrisch."

„Ganz schöne Biester“, muss Max beim Teilen feststellen, „hätte ich ihnen gar nicht zugetraut. Sie wirken als Pflanze so harmlos – mit Ihren überhängenden Blättern und den schönen Blüten im Herbst.“
„Blütenrispen!“
„Blütenrispen, ok! Ich finde sie wirklich schön, hatte im Herbst mal welche abgeschnitten und mit nach Hause genommen, da wurde ich sehr gelobt. Da hatten sie auch schon die rotbraunen Blätter. War ’ne tolle Farbkombi.“
„Sie sind schon hübsch. Ich mag sie aber am liebsten, wenn sie dann alle in den Töpfen stecken und von selber weiter wachsen. Naja, natürlich mag ich sie auch, wenn sie in den Parks oder Gärten effektvoll eingesetzt sind. Toll sind flächige Pflanzungen. Oder in Hausgärten ein Solitär“, sinniert der Gärtnermeister.

„Was machen wir denn mit den ganz kleinen Teilstücken? Kommen die auch in Töpfe?“ will Max wissen.
„Die großen in Töpfe, die kleinen in Multiplatten. Die sind dann erst im nächsten September verkaufsfertig, während die Topfware schon im Juni groß genug für den Verkauf ist.“
„Aus einer großen Mutterpflanze werden dann also insgesamt …“, Max zählt. „So etwa 20 Topfpflanzen und noch mal 10 kleine Pflanzen …“. Max rechnet. Preise und Kalkulation sind sein Lieblingsthema. Und natürlich Geschichten um die Herkunft der Pflanzen:

„Sag mal, haben die die früher auch schon expoltielt?“ fragt Max verschmitzt?

Hier wollen wir aber nicht alles verraten. Außer, dass die Art, die wir suchen zusammen mit ihren Verwandten schon einmal im 19. Jahrhundert in England und Amerika trendy war und für ornamentale Inszenierungen in victorianischen Gärten eingesetzt wurde, bevor man sich wieder verstärkt auf heimische Pflanzen besann. Ansonsten wurde die ganze Pflanzenfamilie lange Zeit weder besungen noch gemalt. Erst Karl Foerster hat in Deutschland viel zu Ihrer Beliebtheit als Gartenpflanzen beigetragen.
Seitdem hat sich einiges geändert: Verwandte der gesuchten Art haben sich inzwischen als nachwachsender Rohstoff einen Namen gemacht. Soviel zur Art.

Die gesuchte Sorte hat einen Namen, der geographisch nun gar nicht zum Heimat-Kontinent der Art passt und auch anders als die bekannteren, durchaus poetischen Sortennamen nicht Blüte oder Wuchsform veranschaulicht oder einem berühmten Gärtner huldigt, sondern … . Sondern einmal einen anderen Aspekt, nämlich die herrliche Herbstfärbung, aufnimmt.

Ein Pfeifen ist zu hören und kurz darauf biegt Praktikantin Lilly um die Ecke. Kennen Sie sie noch?

„Hallo, wollte Euch ein Gutes Neues Jahr wünschen!“, tönt Lilly.
Sebastian: „Danke Lilly, Dir auch – und immer genug tolle Pflanzennamen!“
Max: „Also, ich wünsche Dir, dass das Jahr so schön wird wie diese Pflanze – wenn sie groß ist“.
Max überreicht Lilly einen kleinen Topf. Viel von der (vermehrten) Pflanze ist jedoch nicht zu sehen, ein paar schilfartige Triebe schauen etwas aus der Erde.
„Hey, danke, ist ja süß“, grinst Lilly.
„Bin von Hause aus süß“, zwinkert Max.

Die Rätselfrage lautet:

Welche Pflanze (Art und Sorte) haben die beiden vermehrt?

Die Lösungsantwort: