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Februar-Preisrätsel (2018)

Grüß Gott bei uns auf der Jungviehweide! Einige Folientunnel sind durch den Sturm verwüstet. Nun: Frisch ans Werk!

Die Reparaturarbeiten nimmt Gärtnermeister Sebastian selber in die Hand und die meisten Lehrlinge helfen mit. Aber Aussäen steht dennoch an: damit sind die Lehrlinge Sabrina, Tobi betraut und Freddy, der seit 1. Februar mit dabei ist. Ausgesät wird unsere Rätselpflanze und natürlich auch viele andere.

„Die Erde liegt schon bereit, wir sagen Substrat, weil es eine spezielle Mischung ist und säen in diese Saatschalen aus, schau einfach mal zu. Die nächsten kannst Du dann schon ohne uns.“
„Hier sind die Samen, wir schütteln sie von den Blütenköpfchen ab. Was nicht abfällt, müssen wir von Hand abstreifen, mit Handschuhen aber unbedingt, die Dinger sind schön stachelig.“
„Die Samen sammeln wir im Herbst von den stattlichsten Mutterpflanzen, hängen sie zum Trocknen auf, putzen das Saatgut den Winter über und dann im Februar werden sie gesät, eigentlich ganz einfach. Kennst Du die Pflanze, Freddy?“
„Also so getrocknet nicht.“
„Dann hol doch grad mal den Katalog rüber, zum Nachschauen.“

„Welche ist es denn, hier sind verschiedene abgebildet?“
„Es gibt mehrere Arten und Sorten. Sie sind alle mehr oder weniger ähnlich von der Blüte her, nur verschieden hoch und verschieden in der Kultur. Diese hier zum Beispiel stammt aus dem Pyrenäen, sie ist sehr langlebig und die hier ist – finde ich- eigentlich die Schönste, aber nur zweijährig. Dazu gibt es doch die tolle Geschichte von einer extra exzentrischen englischen Gärtnerin. Und unsere Art hier ist von ihrer Langlebigkeit her so in der Mitte. Sie hat diese schönen Blätter, ähnlich einer jungen Yucca und viele dekorative kugelige Dolden die übrigens auch eine attraktive Wintersilhouette haben.“
„Also das ist eine Distel.“
„Ja, eine Zierdistel.“
„Pflanzt die echt jemand in den Garten?“
„Ja. Schau Dir doch mal kurz ein paar Fotos im Netz an, wie schön man die kombinieren kann.“
„Aha, ach so. Mit Gräsern dazu und Echinaceen. Sieht ja aus wie ein Blumenstrauß!“
„Genau. Und die säen wir jetzt aus.“
„Haben Dir die Fotos gefallen? Sie wachsen nämlich in ihrer Heimat auch in solchen hohen Wiesen, Prärien sagt man in Nordamerika dazu und sie wachsen dort so gut, weil es genug regnet.“
„Ja, fand ich schön, die Bilder. Gibt´s über die Pflanze noch mehr zu erzählen?“
„Hm. Sabrina, hilf mir. Kann man sie essen?“
„Ha, alles kann man essen, fast! Ja, ich glaube in England gibt es verwandte Arten, die man früher kandiert hat und angeblich haben sie als Aphrodisiakum gewirkt. Kommt bei Shakespeare vor und in einem Blog hab ich auch schon einmal gelesen, dass das jemand nachgekocht hat, weil er wissen wollte, ob das mit dem Liebeszauber stimmt.
„Wußt ich´s doch, voll die interessante Pflanze wieder mal. Und stimmt´s mit der Zauberei?“
„Weiß nicht. Aber zurück zu unserer Rätselpflanze. Sie heißt in ihrer Heimat so ungefähr `Klapperschlangen-Meister´, weil man glaubte, die Ureinwohner haben daraus ein Gegengift für Schlangenbisse gewonnen. Stimmt aber wohl nicht wirklich, oder man weiß es nicht sicher.“
„Vielleicht haben die Ureinwohner ja Aphrodi…, weißt schon, diesen Liebeszauber daraus gemacht?“
„Ja, das glaub ich auch am ehesten. Können wir im Sommer mal ausprobieren, als Konfekt oder so.“

Aus der Pflanzeninfo der „Freunde des High Line“ in Manhattan erfahren wir, dass die faserigen Blätter der gesuchten Pflanze von den Ureinwohnern Amerikas geerntet wurden, um Schuhe und Taue daraus zu fertigen. In Missouri hat man nämlich solche Schuhe gefunden und sie auf etwa 6000 vor Christus datiert. Sie stellen jede Woche eine High-Line-Pflanze vor, meist sind es native plants der nordamerikanischen Prärien. (Quelle: The High Line)

Die Rätselfrage lautet:

Wie heißt die Sonne liebende Präriepflanze, übrigens eine Apiaceae, die wunderbar mit Echinaceen, Agastachen, Goldbartgras, Monarden oder der Gelenkblume harmoniert?

Die Lösungsantwort:

Gewonnen haben:

Michaela McGregor
Ortrud Grefe
Angela Busch
jeweils 3x je ein Buch "Alte Staudenschätze" von Frank M. von Berger und Dieter Gaißmayer